Bensheim

Sankt Georg Doris Bodenmann, Vorsitzende des Ortsverbands, bei den Senioren zu Gast

Das Rote Kreuz im Wandel

Bensheim.Seit über 150 Jahren sind sie in Bensheim und Umgebung im Einsatz, setzen Maßstäbe, wenn es um die Rettung von Menschenleben geht, Hilfe in der Not und Erhaltung der Menschenwürde: die Helfer des Deutschen Roten Kreuzes im Ortsverband Bensheim.

Doris Bodemann, seit über zwölf Jahren Ortsverbandsvorsitzende, sprach bei den Senioren der Stadtkirchengemeinde Sankt Georg über „Das Rote Kreuz im Wandel der Zeit.“ Eingangs ging sie auf die Gründung des internationalen Roten Kreuzes durch den Schweizer Henry Dunant ein. Der aus Genf stammende Kaufmann und Humanist christlicher Prägung wurde 1859 Zeuge der Schlacht zwischen der Armee Österreichs und den Truppen Sardinien-Piemonts und Frankreichs. Er war erschüttert über das Leid und Elend der über 40 000 Toten und Verletzten und leitete sofort Hilfsmaßnahmen ein.

In der Folge kam es ein Jahr später in Genf zur Gründung des Internationalen Komitees der Hilfsgesellschaften für die Verwundetenpflege, das seit 1876 den Namen „Internationales Komitee vom Roten Kreuz“ trägt. Die 1864 beschlossene Genfer Konvention geht wesentlich auf die Vorschläge Dunants zurück.

Als Doris Bodemann vor mehr als 50 Jahren zum Roten Kreuz kam, waren die wöchentlichen Übungen Erste-Hilfe-Maßnahmen das Wichtigste. Damals trug sie im Einsatz ein weiß-blau gestreiftes Kleid und ein Häubchen mit dem Logo des Roten Kreuzes auf dem Kopf. Die Verbandstasche maß 40 x 25 Zentimer und war mit einem Dreieckstuch, Binden, Verbandsmull, Heftpflaster, Pinzette und einer Schere bestückt.

Heutzutage kommen die Helfer in roten Jacken und Hosen mit Leuchtstreifen in hellgrau und grün-gelber Signalfarbe in den Einsatz. Die Rot-Kreuz-Tasche ist angewachsen zu einem stattlichen Rucksack, in dem sich ein Beatmungsgerät, Blutzuckermessgeräte und Verbandsmaterial befinden. Die Helfer sind je nach Ausbildungsstand als Helfer, Sanitätshelfer und Rettungssanitäter unterwegs.

Das Arbeitsfeld ist sehr vielfältig. Neben den vielen Sanitätsdiensten, dem Unfallrettungsdienst auf der Bundesautobahn A 5 und dem Einsatz im Katastrophenfall wird in jedem Jahr an vier Terminen ein arbeitsintensiver Blutspendedienst durchgeführt. Die Kleiderkammer in der neuen Unterkunft in der Rheinstraße (immer dienstags von 14 bis 18 Uhr geöffnet) wird auch von ehrenamtlichen Rot-Kreuz-Mitarbeitern betreut. Natürlich muss der Notfall geprobt werden, wozu die wöchentlichen Bereitschaftsabende am Donnerstag dienen.

Der 1865 vom damaligen Kreisrat von Rüding gegründete Ortsverband zählt über 1000 Mitglieder, von denen 50 im aktiven Einsatz sind. Die Senioren waren beeindruckt von den vielfältigen Aufgaben und Tätigkeiten des Roten Kreuzes und bedankten sich bei Doris Bodemann für den interessanten Vortrag mit einer Spende in Höhe von 300 Euro, die für die noch fehlende Briefkastenanlage am neuen Domizil verwendet werden soll. red

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