Bensheim

Franziskushaus Seit dieser Woche wird im Caritas-Zentrum wieder gekocht / Gruppen müssen noch draußen bleiben

Den Mittagstisch gibt‘s zum Mitnehmen

Archivartikel

Bensheim.Menschen brauchen Hilfen, gerade in schwierigen Zeiten. Das Mehrgenerationenhaus/Franziskushaus ist für viele Bürger eine beliebte Anlaufstelle. Daher sind die Caritas-Mmitarbeitenden auch in Zeiten von Corona weiter für die Menschen da – wenn auch an die aktuell zu beachtenden Regelungen angepasst. Das Café Klostergarten beispielsweise bietet seit dieser Woche wieder einen Mittagstisch an – zum Abholen selbstverständlich.

Viele haben ihn sehr vermisst, den Mittagstisch im Café Klostergarten. Von Montag bis Freitag zwischen 11 und 14 Uhr können seit dieser Woche Speisen abgeholt werden. Für eine bessere Planung wird darum gebeten, die Speisen am Vortag zu bestellen. Bestellungen sind von Montag bis Freitag zwischen 8 und 11 Uhr unter Telefon 06521/175200 und von 11 bis 14 Uhr unter 06251/85425260 möglich. Die Speisekarte ist auf der Homepage des Mehrgenerationenhauses unter www.mehrgenerationenhaus-bensheim.de zu sehen.

Gute Erfahrungen in Lorsch

In Lorsch hat das Team von Betriebsleiterin Claudia Bock in den vergangenen Wochen damit schon gute Erfahrungen gesammelt und hofft, dass auch Stammgäste des Café Klostergarten und neue Kunden sich über das Angebot freuen.

Weiterhin geschlossen muss das Mehrgenerationenhaus jedoch für die vielen Gruppenangebote bleiben, die das Franziskushaus sonst so lebendig halten. Cornelia Tigges-Schwering, Koordinatorin des Mehrgenerationenhauses, kann sich an die Ruhe im Haus einfach nicht gewöhnen, sagt sie. Das Team hält mit den vielen Ehrenamtlichen und verschiedenen Gruppen über Informationsbriefe Kontakt. Mit eigens für die Corona-Krise zur Verfügung gestellten Fördermitteln des Bundesfamilienministeriums werden nun Investitionen in Digitalisierungsangebote umgesetzt.

Stets wird im Mehrgenerationenhaus die Situation neu beurteilt und geschaut, ob aktuelle Regelungen von der Regierung weitere Lockerungen möglich machen. Die Nutzung des öffentlichen „Feuerroten Bücherregals“, welches im Garten des Mehrgenerationenhauses steht, ist (wie berichtet) wie gewohnt möglich. Es können Bücher mitgenommen und getauscht werden.

Auch im Migrationsdienst mussten die persönlichen Kontakte so weit wie möglich reduziert werden. „Wir beraten seit der Krise überwiegend telefonisch oder in wenigen Fällen auch per E-Mail, was wegen der Datenschutzbestimmungen bisweilen schwierig sein kann“, so Cornelia Tigges-Schwering. Und ergänzt: „In Kürze wird auch Online-Beratung möglich sein.“

Grenzen der Telefon-Beratung

Für Menschen, die nicht gut oder fast gar nicht Deutsch verstehen, geschweige denn sprechen, ist es jedoch schwierig, die Anliegen per Telefon oder schriftlich zu formulieren. Während in anderen Bereichen die telefonische Beratung gut funktioniert, stößt sie hier schnell an Grenzen.

„Viele brauchen Beratung, weil sie zum Beispiel Briefe nicht verstehen, die sie erhalten haben. Sie können sie uns aber wegen fehlender Sprachkenntnisse nicht vorlesen“, schildert Tigges-Schwering das Problem. Deshalb ist es nach vorheriger telefonischer Anmeldung auch möglich, unter Einhaltung der geltenden Hygiene- und Sicherheitsbestimmungen, einen persönlichen Beratungstermin zu erhalten.

Die Integrationssprachkurse über das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge dürfen bis auf weiteres noch nicht stattfinden, auch hier behält Tigges-Schwering die aktuellen Entwicklungen aufmerksam im Blick.

Im Gemeindepsychiatrischen Zentrum Bergstraße-Ried leitet Karin Poßmann den Bensheimer Standort im Franziskushaus. Mit 50 Menschen mit einer psychiatrischen Erkrankung steht sie und ihr Team weiterhin in Kontakt. Zwölf Menschen nehmen das Intensiv Betreute Wohnen im Franziskushaus wahr, sechs Personen leben im Ringelbandhaus auf dem gleichen Gelände.

Hier kann unter Einhaltung der Hygieneregeln und Abstandsregeln auch eine persönliche Beratung oder eine Besprechung in Kleingruppen angeboten werden.

Auch die beliebten Kochgruppen, Clubangebote und Frühstücksangebote können derzeit nur für die vierköpfigen Wohngruppen stattfinden. Über den Kontakt seien diese sehr froh, denn eine Isolation tue in der derzeitigen Gefühlslage vielen nicht gut.

Andere werden durch das Betreute Einzelwohnen weiterhin versorgt, wobei auch hier die Telefonate jetzt im Vordergrund stehen. „Die Gefühlslage bei den Klienten ist sehr gemischt“, so Karin Poßmann. „Manche drücken viele Sorgen und Ängste, da sind mehrere Telefongespräche in der Woche erforderlich.“

Persönlicher Kontakt werde aber auch bei Spaziergängen gehalten, denn manchmal reiche es nicht, nur zu telefonieren. Daher ist auch hier das Team in engem Austausch und in Überlegungen, wie zum Beispiel das Beschäftigungsprojekt wieder von den Menschen besucht werden kann, für die der Wegfall der Tagesstruktur langfristig negative Folgen haben könnte. red

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