Bensheim

Musik Beim Weihnachtskonzert begeisterten Chöre, Orchester und Big Band in der brechend vollen Mensa

Der gute Klang des AKG

Bensheim.Als Schule mit musikalischem Schwerpunkt ist das Alte Kurfürstliche Gymnasium dem schönen Klang besonders verpflichtet. Und das Weihnachtskonzert gehört zu den beiden großen musikalischen Veranstaltungen im kulturellen Jahreskalender der Schule. Auch am Dienstagabend blieb in der Mensa kein Platz unbesetzt. Vor rund 400 Gästen zeigten Orchester, Chöre und Big Band ihr umfangreiches Können.

Ab Klasse 5 haben Schüler die Möglichkeit, im Chor mitzusingen oder im Orchester mitzuspielen. Dem stimmstarken und leidenschaftlichen Ensemble der Sextaner unter der Leitung von Bettina Chappuzeau-Schmidtke blieb auch in diesem Jahr die Ouvertüre vorbehalten. Ob Kanon, Shanty oder Kinderlied: die Mädchen und Jungen sorgten für eine atmosphärisch stimmige Eröffnung, bei der die Freude am Singen nicht zu überhören war.

Gelungene Moderation

Unter der informativen, aber nicht ausufernden und daher sehr gelungenen Moderation von Claire Paasche und Paul Berg erlebte das Publikum ein kurzweiliges zweistündiges Konzert (inklusive Pause) von hohem Unterhaltungswert und beachtlicher musikalischer Qualität. Selbige offenbarte auch das Vororchester der Klassen fünf bis sieben, das unter anderem mit Henry Purcells „Martial Air“ reüssieren konnte.

Das eigentlich als Trompetenstück komponierte Barockwerk aus dem 17. Jahrhundert zeigte auch in Orchesterbesetzung beachtliche Tiefe und die kompositorische Qualität des „britischen Orpheus“, wie Purcell nicht nur von seinen vielen Fans genannt wird.

Den langen Ausklang der ersten Hälfte füllten der Chor der sechsten Klassen sowie der Basischor mit Leben. Beide Ensembles werden von Sabine Wulff geleitet. Ein einheitlicher, sauberer Chorklang und vielstimmiger Gesang prägen die Gruppen, die auf dem besten Weg zu anspruchsvoller Chorliteratur sind. Nachzuhören beim betont rhythmischen und keineswegs einfachen Weihnachtslied „Go, Go, Go To Bethlehem“ oder beim zeitgenössischen Werk „One Voice, One Song“ des amerikanischen Komponisten Carl Strommen.

Auch die musikalische Lobpreisung „Inscription Of Hope“ von Z. Randall Stroope fügte sich harmonisch in die stilistische Nische dieses Konzertteils, der mit dem hebräischen Stück „Dodi Li“ ins Finale ging. Am Klavier begleitet vom pensionierten Musiklehrer und langjährigen Chorleiter Manfred Hein, der bereits ab 1970 am AKG tätig war und von Beginn an die gesamte Chorarbeit übernommen hatte. Dem AKG ist der studierte Schulmusiker nach wie vor eng verbunden.

Dynamik, Qualität und ein großes Repertoire kennzeichnen das große Orchester unter der Leitung von Rainer Michels und Gundolf Aisenpreis. Das Publikum genoss drei Miniaturen aus Edvard Griegs Lyrischen Stücken, die jeweils ein Kapitel aus dem Leben des norwegischen Komponisten spiegeln. Das AKG-Orchester näherte sich der poetischen, melancholischen bis schwermütigen Stimmung der Stücke gefühlvoll an und bewies darüber hinaus auch ein Verständnis für die zarten impressionistischen bis klangmalerischen Nuancen dieser sehr persönlichen wie volkstümlich gefärbten Kompositionen. Aber auch die Filmmusik gehört zu den Spezialitäten im Archiv des Orchesters. Diesmal servierten die Musiker die Titelstücke der Streifen „The Mission“ (Musik von Ennio Morricone) und das bekannte Thema aus „Schindlers Liste“ von John Williams mit Julian Reiter am Violoncello.

Finale gehörte der Big Band

Der Jugendchor (Sabine Wulf, Manfred Hein) bereiste die Welt mit dem Spiritual „Joshua Fit The Battle Of Jericho“ und dem hebräischen „Bo Yavo Hoboker“ (Der weiße Regenbogen) sowie dem „Vexilla regis prodeunt“, einem lateinischen Hymnus auf das Kreuz Jesu Christi aus den „Salisbury Vespers“ von Bob Chilcott. Das Gesamtwerk wurde im Oktober gemeinsam mit dem Chor ars musica sowie der Kammerphilharmonie Weinheim in Sankt Georg aufgeführt. Der Kontrast zu Michael Jacksons sentimentalem „Heal The World“ hätte kaum größer ausfallen können. Am Schlagzeug unterstützte Maxim Hünninghaus die feine Ensembleleistung.

Das Finale gehörte der Big Band unter Leitung von Hartmut Opfermann. Über den groovenden „September“ von Earth, Wind & Fire ging es direkt in die Winterzeit: „White Christmas“ und „Santa Claus Is Coming To Town“ bildeten den Schlusspunkt eines facettenreichen Weihnachtskonzerts, das einmal mehr als musikalische Visitenkarte des AKG mit viel Beifall belohnt wurde.

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