Bensheim

Landesfest 2014 1,325 Millionen Besucher in der Stadt

Der Hessentag hat Spuren hinterlassen

Archivartikel

Bensheim.Die heißen Tage im Juni 2014 sind vielen Bensheimern in guter Erinnerung geblieben. Der Hessentag verlief, trotz aller Bedenken im Vorfeld, verhältnismäßig reibungslos. 1,325 Millionen Besucher kamen zu den mehr als 1000 Veranstaltungen in die Stadt. Sechs Jahre ist das Landesfest nun her. Seit dem vergangenen Herbst weiß man auch, was die Stadt am Ende unterm Strich zu zahlen hatte. Der städtische Zuschuss belief sich auf 4,955 Millionen Euro für den Festbetrieb. Die Finanzen sind aber nur ein Aspekt, der vor allem die Kommunalpolitik und die Kritiker der Großveranstaltung überwiegend beschäftigt.

Die meisten Bensheimer und ihre Gäste dürften andere Prioritäten gesetzt haben. Immerhin war es ein Ereignis für die Geschichtsbücher, 110 Sonnenstunden hatten die Meteorologen laut Ministerpräsident Volker Bouffier gezählt. Die Bensheimer konservierten die schönen Erinnerungen und gingen anschließend zum Tagesgeschäft über.

Was vom Feste übrig blieb, waren vor allem die Kreisel auf dem Berliner Ring und die Westumfahrung, die mit Fördermitteln aus Wiesbaden schneller und günstiger für den städtischen Haushalt umgesetzt werden konnten.

Heute kann man sich kaum vorstellen, dass auf der großen Wiese im Gewerbegebiet Stubenwald II, die mittlerweile Grundstück für Grundstück bebaut wird, eine Arena stand, die Vergleiche mit namhaften Festivals nicht scheuen brauchte.

Seeed brachte dort die Menge zum Tanzen, bei der FFH-Party „Just White“ zeigte sich, dass man 35 000 Leuten einen Dresscode verpassen kann – und diese dann trotzdem Spaß haben. Bryan Adams sang vom „Summer of 69“, Billy Idol ließ sich blicken, Sunrise Avenue waren da. Die Aufzählung ließe sich fast beliebig fortsetzen, von kleinen bis hin zu eben großen Highlights. Dazu gehörte der Magic Lake (heute wieder schnöde Badesee genannt) ebenso wie die Sonderschau „Der Natur auf der Spur“, auf der Festmeile zwischen Berliner Ring und Innenstadt war zeitweise Völkerwanderung angesagt.

Das ehrenamtliche Engagement im Team Bensheim mit seinen 3000 Helfern, die Einsatzbereitschaft der Verwaltung mit ihren Hessentagsbeauftragten Thomas Herborn, Rolf Hiesinger und Frank Daum sowie die Geduld der Anwohner, für die es nicht immer einfach war, im Ausnahmezustand das tägliche Leben zu organisieren – all das darf ebenfalls nicht vergessen werden.

Das immer wieder beschworene Wir-Gefühl hat der Hessentag 2014 sicherlich nicht so gestärkt, wie es manche sich erhofft haben. Aber das Landesfest war unzweifelhaft einer der großen Meilensteine in der jüngeren Stadtgeschichte, die einen solchen Auflauf so schnell nicht wieder erleben wird.

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