Bensheim

Freizeit-Tipp Zwei Wanderungen führten rund um Gronau und zum Kirchberghäuschen

Der Odenwaldklub ist wieder auf Tour

Bensheim.Der Odenwaldklub Bensheim wandert wieder: Anfang Juni hatte der OWK zwei Wanderungen im Angebot. Die erste Gruppe, mit zehn Teilnehmern, wanderte auf dem Gronauweg B 4 durch die Weinberge, über schöne Höhenwege und rund um den Ortsteil Gronau.

Um das Jahr 1150 wurde Gronau mit einem Eintrag im Lorscher Codex, einem Besitzverzeichnis des Klosters Lorsch, erstmals erwähnt. Er führt auf, dass ein „Gerolt von Grunove“ einen Zins an das Kloster zahlte. Im Mittelalter bestand das Dorf aus 150 bis höchstens 200 Einwohnern. Die Bauernhöfe gruppierten sich um die Kirche und den herrschaftlichen Prachthof.

Infos zur Ortsgeschichte

Die Pest suchte Gronau mehrmals heim. 1503 mit 50 Opfern und 1573/1574 starben 75 Menschen. Mit dem 30-jährigen Krieg wurde auch Gronau ab 1625 schwer in Mitleidenschaft gezogen. Die Bergstraße als wichtige Nord-Süd-Verbindung wurde immer wieder von den durchziehenden Heeren beider Konfessionen heimgesucht und völlig ausgeplündert. Die Einwohner Gronaus wurden Opfer von Hunger, Seuchen und Übergriffen, der durchziehenden Truppen.

Nach dem 2. Weltkrieg hatte auch Gronau viele Flüchtlinge und Vertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten zu verkraften. Am 31. Dezember 1971 wurde Gronau im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis ein Stadtteil von Bensheim und zählt mit seinen rund 1300 Einwohnern zu den größeren Stadtteilen. Der gesamte alte Ortskern steht unter Denkmalschutz. Die evangelische St.-Anna-Kirche wurde von Ignaz Opfermann geplant und 1834 fertiggestellt.

Die Mittagsrast war am Schönberger Kreuz. Gestärkt ging die Gruppe auf dem Höhenweg weiter, um kurz darauf rechts hinab abzubiegen. Auf einem idyllischen Weg erreichte die Gruppe den Ortseingang von Bensheim. Die Lauter begleitete die Wanderer bis in die Altstadt. Hier endete die Wanderung nach 13 Kilometern.

Die zweite Gruppe folgte dem Kirchbergweg B1 zum Hausberg von Bensheim mit dem Logenplatz über der Bergstraße – dem „Kirchberghäuschen“. Vom Bahnhof aus ging es durch die Altstadt, den Stadtpark hinauf und am Hospiz vorbei. Gleich nach dem Hospiz führt der Weg rechts auf schmalen Pfaden vorbei an verwunschenen Gärten. Immer wieder bieten sich dabei kleine und große Fernblicke auf Bergstraße und Pfälzer Wald.

Durch einen märchenhaften Wald, auf verschlungenen Wegen erreichten die sieben Wanderer eine große Lichtung. Hier hat der Zweckverband Kommunalwirtschaft Mittlere Bergstraße im Jahr 2017 einen Tulpenbaum gestiftet und mitten in einen Bankkreis gepflanzt.

Auf dem Franziskanischen Pilgerweg, der 2002 zum ersten Mal begangen und die zehn Stationen gesegnet wurden, näherte sich die Gruppe dem Kirchberghäuschen. Nach der Mittagsrast führte der Kirchbergweg wieder hinunter nach Bensheim. Die Tour war ca. 4,5 Kilometer lang. red

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