Bensheim

Gewerkschaftsbund Bensheimer Ortsverband unterstützt die Respekt-Kampagne

DGB fordert: Gutes Geld für gute Arbeit

Archivartikel

Bensheim.Im Mittelpunkt der jüngsten Ortsverbandssitzung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Bensheim standen die Konsequenzen aus der Corona-Krise und die Wertschätzung der Beschäftigten. Der Bensheimer DGB-Vorsitzende Günther Schmidl (IG Metall) machte deutlich: „Wertschätzung in Worten allein genügt nicht. In den systemrelevanten Berufen wie Gesundheit, Pflege und Sozialwesen, im Handel und der Reinigungsbranche müssen die Arbeitsbedingungen und die Löhne durchgreifend verbessert werden. Systemrelevant sind nicht die Banken, sondern die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer“.

Der stellvertretende DGB-Ortsverbandsvorsitzende Kurt Manich (ver.di) und Vorstandsmitglied Johannes Schader (IG BAU) unterstreichen: „Systemrelevante Arbeit muss endlich systemrelevant bezahlt werden.“ Am besten funktioniere das mit mitgliederstarken Gewerkschaften und Tarifverträgen. Vorstandsmitglied Birgit Rinke (ver.di) machte deutlich: „Systemrelevante Arbeit wird häufig von Frauen geleistet. Sie haben Respekt, vor allem aber gute Arbeitsbedingungen und deutlich mehr Geld verdient.“ Das sei auch wichtig für die Rente. „Für Frauen sind Tarifverträge ein doppeltes Plus.“

Notwendig sei zudem ein grundlegender Kurswechsel in der Rentenpolitik, ergänzte Vorstandsmitglied Ulrich Grom (ver.di): Zur Bekämpfung von Altersarmut müssten die gesetzliche Rente gestärkt und das Rentenniveau wieder deutlich erhöht werden.

Sebastian Cramer (IG BCE), Mitglied im Sprecherkreis der DGB Jugend Bergstraße und neues Mitglied im DGB Bensheim, betonte: „Die Gewerkschaften setzen sich aktiv ein für gute Arbeit, gute Löhne und faire Ausbildungsvergütungen, für die Übernahme der Auszubildenden und für die Abschaffung von Kettenbefristungen.“ Gerade für junge Menschen sei es deshalb wichtig und wertvoll, Mitglied einer DGB-Gewerkschaft zu sein.

Der DGB Bensheim ruft alle Beschäftigten auf, sich gewerkschaftlich zu organisieren: Es reiche nicht, darauf zu warten, dass die Arbeitgeber oder die Politik sich bewegen. „Wer sich darauf verlässt, wird lange warten. Die Beschäftigten müssen sich gewerkschaftlich organisieren, um gemeinsam und solidarisch ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern. Tarif geht nur aktiv“.

„Gewalt für viele keine Seltenheit“

Horst Raupp (Darmstadt), Regionssekretär des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Südhessen, stellte die Respekt-Kampagne des DGB vor. Raupp betonte: „Gewalt ist für die Beschäftigten, die sich tagtäglich für unsere Gesellschaft einsetzen, längst keine Seltenheit mehr.“ Polizisten, Angehörige von Feuerwehr und Rettungsdiensten, Mitarbeiter von Ordnungsämtern und Jobcentern, Busfahrer oder Zugbegleiter würden zunehmend zum Ziel von aggressivem Verhalten. „Sie werden angepöbelt, beleidigt, angespuckt, bedroht oder Opfer körperlicher Gewalt. Damit muss endlich Schluss sein“, machte Raupp deutlich.

Als Ursache der Gewalt benennt der DGB den in vielen Bereichen zu schmalen Staat, mangelnde Investitionen, Einsparungen beim Personal und eine in Teilen zunehmend verrohte Gesellschaft. Mit der Kampagne „Vergiss nie hier arbeitet ein Mensch“ setzen sich der DGB und die Gewerkschaften des Öffentlichen Dienstes für einen Bewusstseinswandel, für mehr Personal und besser ausgestattete Arbeitsplätze ein: „Jeder und jedem muss klar sein: Die Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes sind keine Blitzableiter für Frust und Aggression“, so Raupp. „Für Gewalt gegen Beschäftigte darf es null Toleranz geben“. Der DGB Bensheim wird die Respekt-Kampagne des DGB aktiv unterstützen, heißt es in einer Pressemitteilung abschließend. red

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