Bensheim

Feuerwehr Fehlheim Rüdiger Linder steht seit 25 Jahren an der Spitze der Feuerwehr / Blick in die Einsatz-Statistik

Die „Explosion“ war ein geplatzter Reifen

Fehlheim.Seit 25 Jahren steht Rüdiger Linder an der Spitze der Freiwilligen Feuerwehr Fehlheim. Als Wehrführer und Vorsitzender des Vereins hat er bei den Jahreshauptversammlung schon viele Erste Stadträte begrüßen können, aber noch keine Erste Stadträtin, hieß Linder am Samstag Nicole Rauber-Jung besonders willkommen.

Überrascht wurde der Wehrführer aber von Stadtbrandinspektor Jens-Peter Karn, dem das Silberne Jubiläum von Linder natürlich nicht entgangen ist. Am 6. Januar 1995 war Linder im Rahmen von Ergänzungswahlen zum Nachfolger von Jürgen Lang gewählt worden, der sein Amt aus beruflichen Gründen niederlegen musste. Seit 25 Jahren leitet er die Wehr, hat schon viel erlebt und wird dennoch von zum Teil skurrilen Einsatzszenarien immer noch überrascht, wie seinem Bericht zu entnehmen war.

Karn beglückwünschte den Fehlheimer zu seinem 25-jährigen Dienstjubiläum als Ehrenbeamter und dankte für die treue Pflichterfüllung. Linder war 1984 in die Feuerwehr eingetreten, übernahm fünf Jahre später als Jugendwart und stellvertretender Wehrführer Verantwortung und setzt das seit 1995 als Wehrführer und Vereinsvorsitzender fort. Unter seiner Leitung wurde in den Jahren 2007/2008 der Neubau des Feuerwehrgerätehauses mit viel Eigenleistung gestemmt, außerdem gehört Linder seit 2012 dem Führungsstab der Bensheimer Wehren an.

Bei insgesamt 13 Einsätzen waren die Fehlheimer Brandschützer im vergangenen Jahr bis auf November und Dezember mindestens einmal pro Monat im Einsatz. Bemerkenswert ist dabei die Zunahme der „Türöffnung in Eile“, sei es für den Rettungsdienst oder die Polizei. Auch eine gemeldete Explosion war unter den Alarmierungen, die sich aber als geplatzter Reifen an einem Bagger herausstellte. Erstmals beteiligte sich die Feuerwehr Fehlheim an einer Projektwoche der Carl-Orff-Schule und übermittelte den Kindern Wissenswertes zum Thema Feuer, Brandschutz und Ausrüstung der Wehr.

Neben dem Zeitaufwand für Aus- und Fortbildung, den Brandsicherheitsdiensten im Parktheater, der Brandschutzerziehung für die Grundschüler war die Feuerwehr auch als Veranstalter beim Tag der offenen Tür oder zur Unterstützung bei Veranstaltungen im Ort (Kerb, Martinszug, Volkstrauertag) aktiv.

Die Mitgliederzahl der Fehlheimer Wehr hat sich gegenüber dem Vorjahr um sieben Personen auf 233 Mitglieder erhöht, wobei es die größten Veränderungen bei den passiven Mitgliedern (von 188 auf 191) und bei den Löschfüchsen (von 5 auf 8) gegeben hat.

Stolz zeigte sich Linder auch über den Erwerb der Leistungsspange durch drei Mitglieder der Fehlheimer Jugendfeuerwehr. Über deren Aktivitäten von der Weihnachtsbaumsammlung bis zur Säuberung der drei Spielplätze im Ort berichtete Jugendfeuerwehrwart Harald Berger. Positiv bewertete er vor allem die Zusammenarbeit mit der Jugendwehr Schwanheim.

Von einem positiven Jahresergebnis berichtete Rechner Martin Mäncher, wobei das Plus in der Kasse auch benötigt wird, da für den inzwischen 20 Jahre alten Bus eine Ersatzbeschaffung ansteht.

Auch die Jugendfeuerwehr steht finanziell gut da, obwohl sie im vergangenen Jahr in ein neues Zelt investiert hat. Das ist den verschiedenen Aktivitäten der Nachwuchswehr geschuldet, durch die sie Einnahmen generieren kann.

Stadtbrandinspektor Karn war auch der Anlass für ein Seminar zur Schiffsbrandbekämpfung im Fehlheimer Gerätehaus. Denn Karn hat in seiner Freizeit auch eine maritime Leidenschaft und in diesem Zusammenhang trafen sich Brandbekämpfer von der Schweiz bis Norddeutschland zu dieser besonderen Ausbildungsveranstaltung in Fehlheim. Von ihnen gab es großes Lob für den Veranstaltungsraum.

Dank für die geleistete Arbeit sprachen Erste Stadträtin Nicole Rauber-Jung, Kreisbrandmeister Volker Steiger und Ortsvorsteher Rico Klos aus. Rauber-Jung hob insbesondere die Bedeutung der Jugendwehr hervor, in der nicht nur die Zukunft der Wehr gesichert werden, sondern auch Werte vermittelt würden.

Erfreut über die Zusammenführung der drei Stadtteilwehren zeigte sich Steiger. Die Brandeinsätze würden zwar weniger, aber gefährlicher werden, dankte er insbesondere den Gerätewarten für ihre wichtige Arbeit.

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