Bensheim

Ausstellung Malerin Pilar Garcia präsentierte erstmals Bilder in Deutschland

Die Farben Mallorcas eingefangen

Archivartikel

Bensheim.Sie fängt die warmen Farben der Insel ein und bindet sie in leuchtenden Motiven, die Natürlichkeit, Hoffnung und Lebensfreude ausstrahlen: Pilar Garcia lebt seit 1986 in Palma de Mallorca. Dort hat die 56-jährige Malerin aus Castellón de la Plana in der Region Valencia eine neue, auch künstlerische Heimat gefunden. Erstmals hat die Malerin jetzt eine Auswahl ihrer Arbeiten in Deutschland präsentiert. Im Mallorca-Shop Cerdonegro war Pilar Garcia am Samstag im Rahmen einer kleinen Weinprobe anwesend, wo sie bei mallorquinischen Spezialitäten in fester und flüssiger Form mit Gästen über ihre Kunst ins Gespräch kam.

Bereits auf dem spanischen Festland hatte sie sich früh ganz der Ölmalerei verschrieben und einen ganz eigenen, verklärend impressionistischen Stil entwickelt. Mit schwärmerischem Auge filtert sie die mediterranen Farben und Stimmungen der Insel und bringt sieliebevoll auf die Leinwand: Natur, Kultur und Architektur, Impressionen von Strand und Meer, Menschen und Szenen. Inseltypische Materialien fließen in die Bilder mit ein, die Pilar Garcia zumeist in der freien Natur malt und so die unmittelbare Atmosphäre der Umgebung in das Motiv aufsaugt.

Positive Inselwelt

Die Malerin beleuchtet dabei bevorzugt die ruhigeren Winkel der „Insel des Lichts“, in der sich die ganze natürliche Schönheit Mallorcas manifestiert: Mädchen beim Blumen pflücken, Wiesen und Wälder, Kirchen und Strandszenen. Mit hohen technischen Fertigkeiten und einem tiefen Sinn für das leichte Zusammenspiel von Farben und Harmonien entführt die Malerin in ihre eigene, positive Inselwelt.

Um die Wende des 19. und 20. Jahrhunderts kamen Künstler aus aller Welt nach Mallorca. Angezogen vom Image der Inselidylle - Jahrzehnte zuvor durch George Sand und ihrem Buch „Ein Winter auf Mallorca“ inspiriert – nahmen sie die vielfältige, abwechslungsreiche Landschaft mit seinen ländlich geprägten Dörfern und einer im Vergleich zu heute kleinen, aber lebendigen Hauptstadt in ihren Werken auf.

Mallorca hatte zu diesem Zeitpunkt bereits eine recht kreative Kunstszene. Hier lebten Maler, deren Renommee und Reputation über die Inselgrenzen hinausging, so dass ein vitaler Austausch möglich war. Die damalige „Academia Provincial de Bellas Artes“, die an die Madrider Kunstakademie angeschlossen war, hatte einen hervorragenden Ruf. Viele Künstler kombinierten ihre eigene Karriere mit einer Lehrtätigkeit.

Zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Romantizismus und Realismus, der vor allem aus Frankreich kam, auch auf der Insel en vogue. So widmen sich die Künstler in erster Linie dem „schönen Mallorca“, das vor allem die Landschaften und Dörfer der Tramuntana zeigt, aber oftmals auch das städtische Leben in Palma streift.

Auch Pilar Garcia orientiert sich an realen Motiven, wenngleich etliche Arbeiten subjektiv interpretiert und künstlerisch ausformuliert sind. Sie spielt mit Licht und Schatten, mit Transparenz und Komposition. Die Formen sind meist klar erkennbar, bei manchen Arbeiten verschwimmen die Konturen unter der Dominanz von Stimmung und Moment. Motive voller Lebensfreude und farbenfroher Leuchtkraft, Meere aus Blütenpracht und stille Oasen der Kontemplation und genussvollen Sinnlichkeit.

Flankiert wurde die Vernissage durch fünf Weine aus der kleinsten Bodega Mallorcas, „Petit Celler“ aus Santa Maria del Camí, sowie hausgemachten Tapas. Silke Blum und Bodo Bonifer freuten sich über das Interesse an Kunst und Kultur auf mallorquinisch.

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