Bensheim

Ausstellung Acht Kreative der Kunstfreunde Bergstraße stellen noch bis zum 12. Januar im Damenbau des Auerbacher Fürstenlagers aus

Die Gruppe KuBeArt zeigt ihre ganze Vielfalt

Auerbach.Die Begriffe Kunst und Vielfalt ließen sich fast synonymisch verwenden. Perspektivische Blickwinkel, technische Variation sowie die Übersetzung äußerer Umstände und innerer Zustände sind immer individuelle Ergebnisse eines spezifischen Denk- und Verarbeitungsprozesses. Und was der Künstler sich wirklich wünscht, das ist – frei nach Hermann Hesse – weniger das Lob als ein Verständnis für das, was er angestrebt hat. Das zweite Anliegen, dem Menschen etwas zu vermitteln, wird in der aktuellen Ausstellung im Auerbacher Fürstenlager in seiner ganzen Vielfalt deutlich. Und so ist die Werkschau auch betitelt: „Vielfalt.“ Bis zum 12. Januar zeigen acht Kreative der Gruppe KuBeArt unter dem Dach der Kunstfreunde Bergstraße eine Auswahl ihrer Arbeiten im Damenbau. Die gut besuchte Vernissage fand am Sonntag in Anwesenheit der meisten Künstler statt. Einer von ihnen ist Andreas Göhde, der auch in die Werkschau eingeführt hat.

Göhde, aufgewachsen in Verden an der Aller, zog 1955 nach Darmstadt, wo er unter anderem als Schriftsetzer und Gründer einer Werbeagentur gearbeitet hat. Seine Landschaftsbilder und Stillleben zeigen eine märchenhafte, bisweilen rätselhafte und magische Note, die den Betrachter schnell in ein Motiv hineinzieht. In Auerbach sind zehn seiner Aquarelle ausgestellt. Atmosphärische Naturimpressionen, wirkmächtige Stillleben und romantisch verklärte Ansichten von Ländern und Leuten, die Göhde während seiner Reisen gesehen hat.

„Vielfalt“ bedeutet im Damenbau zunächst einmal – und immer wieder – ein breites Spektrum technischer, stilistischer und auch qualitativer Art. Doch auch dies muss kein Nachteil sein, denn gerade in der Darstellung einer bestimmten Entwicklungsstufe eines Malers oder Bildhauers liegt ein Reiz des persönlichen Werdens und Gedeihens, der eine öffentliche Wahrnehmung durchaus rechtfertigt.

Die Acrylbilder von Ursula Rettig spiegeln einen sehr weit fortgeschrittenen Status. Man kollidiert mit Bildern, bei denen die Farbe in vielen transparenten Schichten rhythmisch aufgetragen ist. das wirkt aus der Distanz heraus zunächst monochrom und kontrastarm, doch aus der Nähe entfaltet sich ein eindrucksvoller Reichtum an Farbnuancen und eine gleichsam magische Auflösung der Bildfläche, die bisweilen von geometrischen Balken umrahmt wird. Aus leuchtenden Farben und pointierten Lichteffekten entstehen reduzierte Flächen von reliefartiger Textur und subtiler Strahlkraft.

Neben den realistischen Motiven von Shena Sinasi Abdulai zeigt der Künstler im Damenbau auch abstrakte Kompositionen, die einen besonderen Blick auf die Elemente der Natur und der Schöpfung vermitteln. In kraftvollen Farben und mit einem dynamischen Pinselstrich entwirft er Stimmungsbilder in freier Variation und kühner impressionistischer Note.

Gerhard Kautz ist ein Grenzgänger, der mit Materialien, Formen und Strukturen spielt. Seine Arbeiten aus Holz, Metall und Pressspan offenbaren ein klares, rationales Vokabular aus geometrischen Flächen, Farbfeldern, Aussparungen und haptisch reizvollen Details, die aus dem Bild in den Raum dringen. Heidi Riebel zeigt Akte und Porträts in Öl, Veronika Petz dramatische Wolkenbilder über dem Ozean und realistische Möwenstudien in plastischer Schönheit.

In Mischtechnik hat Nancy Haag Mann und Frau als skurrile Kalenderblattfiguren karikiert, während sie die Elemente Wasser, Luft und Erde als wilde Farben-und Formenstrudel zeigt. Als einzige Plastikerin der Ausstellung zeigt Gisela Gromer-Königsfeld ihre markante ungegenständliche Bildhauerei in klassisch-abstrakter Formensprache, die ein virtuoses Spiel mit harmonischen Rundungen und Kurven in einem kubistischen Duktus zeigt. Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage von Mitgliedern der Musikschule Dieter Böck.

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