Bensheim

Awo Auerbach Unterhaltsamer Kräppel-Kaffee

Die Ratte schaffte es in die Büttenrede

Archivartikel

Auerbach.Traditionell wird der Altennachmittag der Awo Auerbach am Fastnachtswochenende als Kräppel-Kaffee mit närrischem Programm gestaltet. Knapp 90 Senioren hatten sich dazu im von der IAV vierfarbbunt geschmückten Bürgerhaus Kronepark eingefunden. Musikalisch umrahmt wurden Auftakt und Programm vom Duo Helmut Gondolph und Jakob Keil.

Danach wurde aus der Bütt närrisch eingeschenkt. Mit einem gereimten Prolog über das Innenleben der Awo eröffnete Moderator Horst Knop den fastnachtlichen Teil des Nachmittags. Heidi Miltenberg stellte anschließend sehr umfassend die Bedeutung des Halses für das Gesamtbild Mensch dar. Besondere Stimmung kam auf, als die Ur-Fastnachterin Ingrid Wührer sich im Saal auf die Suche nach einem Mann machte.

Der nächste Programmpunkt war ein Augenschmaus. Betreut von Sylvie Kaiser-Maier traten zwei Gruppen Jazztanz-Kinder der TSV Auerbach auf. Die drei- und vierjährigen Mädchen kamen ebenso wenig ohne Zugabe von der Bühne wie die Fünf- bis Sechsjährigen. Bemerkenswert dabei, dass die Zugaben jeweils ein anderer Tanz waren, einstudiert von Übungsleiterin Daniela Kaufmann. Ihr Debüt als Solo-Büttenrednerin gab Hildegard Krell mit dem Vortrag „Ach wär ich doch blos daheim geblieben“. Sie berichtete von den schmerzlichen Erfahrungen einer Hausfrau, die ihren Ehegatten wegen eines Italienurlaubs allein zu Hause gelassen und ihm sogar noch die Betreuung der jungen Untermieterin anvertraut hatte.

Fast ein Jahrzehnt war er für das Protokoll bei der Auerbacher Fastnacht verantwortlich. Daher war die aktuelle Fastnachtsabstinenz im „Bensheimer Stadtteil Nord“ schon eine Herausforderung für Horst Knop. Der Anerkennung für die Dekoration des Bürgerhauses folgte der Hinweis, dass Sänger und Awo dank fehlender Jugend wohl am wenigsten für das Helferdefizit verantwortlich gemacht werden können.

Doch was sei mit der Feuerwehr? Seine Vermutung: „Statt die Fastnacht, ich möcht’ wetten, die lieber mal ne Ratte retten“. Die Kerb befinde sich in einem Stimmungstief, das auch nicht durch den angekündigten Motivationsschub von dem hochkarätigen Quartett der Traditionsfiguren behoben werden konnte. Zudem fand er kritische Worte zu den Besucherzahlen bei den Altennachmittagen, wo wohl Steak, Bratwurst oder Geschenke mehr anziehen als vermittelte Lebenshilfe.

Heidi Miltenberger glänzte mit dem Vortrag „Was der Kuh half, wird auch dem Bischof helfen“. Zum Schluss erklomm mit Ellenruth Taubitz das älteste aktive Awo-Mitglied die Bütt. Zum einen klärte sie ein Missverständnis in Sachen Stuhl auf. Dann gab sie bekannt, warum ein Findelkind nicht Produkt der Firma sein konnte, in der es gefunden wurde: „Unsere Firma hat in neun Monaten nie etwas fertig gemacht, was Hand und Fuß hatte.“ kn

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