Bensheim

Kommunalpolitik Stadtverordnetenversammlung wählt heute eine neue Erste Stadträtin / Nicole Rauber-Jung Favoritin der CDU

Die Sachwitz-Nachfolge wird geregelt

Archivartikel

Bensheim.Im Herbst heißt es Abschied nehmen für den Ersten Stadtrat Helmut Sachwitz (CDU). Seine Amtszeit läuft aus, ein drittes Mal wollte er sich – wie berichtet – nicht zur Wahl stellen. Am heutigen Donnerstag (23.) muss die Stadtverordnetenversammlung deshalb die Nachfolge regeln.

Zur Wahl steht die Stadtplanerin und Diplom-Ingenieurin Nicole Rauber-Jung, die zurzeit noch im Rathaus von Kelkheim arbeitet. Sie gilt als Favoritin der CDU und damit (zwangläufig) der Koalition, sofern GLB und BfB nicht der Sinn nach Rebellion und einem Bruch des Bündnisses steht. Aber danach sieht es nicht aus. Von weiteren Kandidaten ist zumindest öffentlich nichts bekannt. Theoretisch und auch ganz praktisch könnten heute jedoch weitere Interessenten ihren Hut in den Ring werfen.

Bericht aus dem Ausschuss

Den gewohnten Verlauf vorausgesetzt, wird es aber im Dorfgemeinschaftshaus Zell lediglich darum gehen, wie viele Stimmen die 51-Jährige tatsächlich bekommt. Sprich: Bleiben die Reihen der Koalition bei der geheimen Abstimmung tatsächlich geschlossen, gibt es einen Vertrauensvorschuss der Opposition und wie hart fällt der verbale Schlagabtausch vor dem Urnengang aus?

Bevor jeder Stadtverordneter sein Kreuzchen machen kann, berichtet der Vorsitzende des Wahlvorbereitungsausschusses Franz Apfel (BfB) und steht eine allgemeine Aussprache mit Stellungnahmen der Fraktionen an. Man braucht kein Prophet zu sein, um festhalten zu können, dass es sowohl Kritik am Ausschuss an sich als auch an der Besetzung der Stelle gibt. Weniger, weil an der Kompetenz von Nicole Rauber-Jung gezweifelt werden soll.

Vielmehr vertritt ein Großteil der Opposition nach wie vor die Meinung, im Rathaus müsste man auch mit zwei Hauptamtlichen (Bürgermeister plus einem Stadtrat) statt drei auskommen. Zudem hatten schon bei der Einberufung des Wahlausschusses FDP und AfD erklärt, dass man wenig Lust verspüre, in einem Gremium zu sitzen, dass ohnehin keinen Entscheidungsspielraum habe, weil per Koalitionsvertrag die CDU sowieso mache, was sie will. Die SPD war zwar mit zwei Vertretern dabei, schien aber danach eher ernüchtert ob der Vorgänge, gegen die es allerdings rein formaljuristisch nichts einzuwenden gibt.

Ohne die Spannung schon vor dem Finale nehmen zu wollen, dürfte es heute also das zu erwartende Ergebnis geben und Nicole Rauber-Jung ab Mitte Oktober in die Männerriege des Magistrats Einzug halten. In den vergangenen Wochen war die Städtebauarchitektin nicht untätig, suchte das Gespräch mit einigen Fraktionen und begleitete Bürgermeister Rolf Richter unter anderem bei der Stadtteiltour in Fehlheim. „In Bensheim gibt es sehr spannende Tätigkeitsfelder. Ich könnte einen Blick von außen einbringen, Neues auf Bewährtem aufbauen“, erklärte sie vor wenigen Wochen im Gespräch mit dieser Zeitung.

Euler-Areal und EKZ-Gelände

Die Herausforderungen für eine Baudezernentin in Bensheim sind seitdem sicher nicht geringer geworden. Aber das ist der Fachfrau aus dem Taunus bewusst. Wer Wahl und Debatte verfolgen möchte: Die Sitzung beginnt um 18 Uhr im Zeller Dorfgemeinschaftshaus, zunächst mit den üblichen Regularien und der Abstimmung über Beschlüsse ohne Aussprache. Danach steht die Wahl der Ersten Stadträtin auf dem Programm.

Nach diesem durchaus wegweisenden Tagesordnungspunkt ist allerdings noch nicht Feierabend. Zur Diskussion steht danach ein Antrag der Freien Wählergemeinschaft. Sie möchte, dass der Bürgermeister prüfen lässt, ob auf der Friedhofstraße im Bereich Euler-Gelände bis Röderweg Tempo 30 möglich ist.

Außerdem müssen der Bebauungsplan und der Durchführungsvertrag für das ehemalige EKZ-Gelände (wir haben berichtet) auf den Weg gebracht werden. Dazu gibt es ebenfalls von der FWG einen Prüfauftrag. Dieser zielt darauf ab, den Fußgängertunnel unter der Wormser Straße auf Höhe des Areals in Schuss zu bringen und so herzurichten, dass er möglichst sicher passiert werden kann – gegebenenfalls ausgestattet mit einer Videoüberwachung.

Im Gegenzug könnte nach Ansicht der FWG die Fußgängerampel abgebaut werden, weil diese den Verkehrsfluss auf der ohnehin stauanfälligen Wormser Straße zusätzlich behindere.

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