Bensheim

Synagogenverein Vortrag über Berthold Auerbach

Ein fast vergessener Autor

Auerbach.Der Auerbacher Synagogenverein lädt zum letzten Vortrag in diesem Jahr ein: Er ist einem beinahe in Vergessenheit geratenen Schriftsteller des 19. Jahrhunderts gewidmet: „Der jüdische Schriftsteller Berthold Auerbach. Eine literarische Lebensskizze“ von Burkhard Engel, Cantaton Theater Erbach. Eingeladen wird für Mittwoch, 11. Dezember, um 19.30 Uhr in die ehemalige Synagoge, Bachgasse 28.

Berthold Auerbach war einer der meistgelesenen deutschsprachigen Autoren des 19. Jahrhunderts, der mit seinen „Schwarzwälder Dorfgeschichten“ weltweit bekannt wurde. Heute ist er fast vergessen.

Moses Baruch Berthold Auerbach wurde am 28. Februar 1812 in Nordstetten bei Horb am Neckar als Kind jüdischer Eltern geboren. Er erlebte die Anfänge der Judenemanzipation zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Einige Zeit verbrachte er in Karlsruhe, wo er sich zum Rabbiner ausbilden lassen wollte. Daneben begann er zu schreiben. Sein schriftstellerischer Erfolg öffnete ihm viele Türen, denn er hatte den Geschmack der Zeit getroffen und durfte sogar am preußischen Hof aus seinen Werken lesen.

Doch die Hoffnung auf Akzeptanz im nichtjüdischen Deutschland trog. In seinen letzten Lebensjahren erlebte er mit Erbitterung den sich verstärkenden Antisemitismus in Deutschland und das Scheitern der Emanzipation. Auch die Reichsgründung 1871 brachte nicht, wie erhofft, die Integration. 1882 starb Berthold Auerbach.

Burkhard Engel vom Cantaton Theater Erbach zeichnet mit autobiografischen Texten Auerbachs, mit ausgewählten Passagen aus seinen Werken und zeitgenössischen Berichten ein Lebensbild dieses Autors. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. red

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