Bensheim

Kirche Erneut viele begeisterte Rückmeldungen nach TV-Gottesdienst / Werbung für Bensheim und die Bergstraße

Ein Gefühl von Heimat vermittelt

Bensheim.Die kleine Hospitalkirche wurde kürzlich wie berichtet zum vierten Mal innerhalb der Corona-Pandemie zum Übertragungsort des ZDF-Fernsehgottesdienstes. Dieses seit 41 Jahren fest etablierte Fernsehformat hat Menschen bundesweit, aber auch weit über die Grenzen Deutschlands hinaus, über Wochen mit Bensheim verbunden. Zu Beginn und am Ende der Sendung hatten Drohnenaufnahmen die Lage der Kirche im Stadtbild, aber auch die schöne Bergstraße gezeigt und dafür gesorgt, dass Bensheim einem Millionenpublikum bekannt geworden ist.

Nicht wenige äußerten bei der anschließenden Telefonhotline den Wunsch, die Bergstraße einmal besuchen zu wollen. Eine Dame aus Rostock brachte es so auf den Punkt: „Ich bin eine richtige Bensheimerin geworden.“ Pfarrer Heinz Förg und dem Quartett des Jungen Vokalensemble Sankt Georg unter der Leitung von Gregor Knop ist es gelungen, vielen Menschen ein Gefühl von Heimat und Zugehörigkeit zu vermitteln.

Viel Medienerfahrung

Durch seinen Online-„Tagessegen“ hat Pfarrer Förg Medienerfahrung gesammelt, die ihm jetzt bei den TV-Übertragungen zugute kam. Er schafft es, dass die Kamera nicht als trennend, sondern verbindend erfahren wird und Nähe herstellt. Das nahmen die erneut über eine Million Menschen, die den Gottesdienst aus Bensheim eingeschaltet hatten, immer wieder wahr.

Dass an diesem Sonntag mit Mozarts „Ave Verum“ obendrein ein Klassiker der Chorliteratur erklang, den die jungen Stimmen des Quartetts berührend schön vorgetragen haben, war für viele ein zusätzliches Sonntagsgeschenk.

Die Lesungstexte des Gottesdienstes legten es nahe, den Blick in einem Vorspann auf die Situation der Pflegekräfte und Ärzte zu richten, die während der Coronazeit vor besonderen Herausforderungen standen. Vier Bensheimer Stimmen kamen zu Wort und schilderten, wie sie ihrem Auftrag in dieser Zeit gerecht werden konnten und was sie dabei besonders berührt hat.

Den Anfang machte Ulrike Schaider, die Leiterin des Caritasheims St. Elisabeth. Sie beschrieb die coronabedingten Umstände, die große Einschränkungen für die Bewohner des Altenheims mit sich brachten, mit denen im Haus aber kreativ umgegangen wurde. Auch Martina Jöst, Pflegedienstleiterin bei den Maria-Ward-Schwestern, beschrieb, wie das Pflegeteam neben der normalen Pflege im Haus zusätzliche Aufgaben übernahm, wie Ergotherapie oder Krankengymnastik, weil die Therapeuten nicht ins Haus kommen konnten.

Zwischen Distanz und Nähe

Die Bensheimer Hausärztin Klaudia Regnery schilderte den Konflikt, ihre Patienten gut begleiten und ihnen einerseits die bestmögliche medizinische Versorgung zukommen lassen zu wollen, andererseits aber die geltenden Kontaktbeschränkungen und Abstandsregeln einhalten zu müssen. Nähe herzustellen, das war auch das Ziel von Chefarzt Dr. Marius Contzen von der Anästhesie und Intensivmedizin des Heilig-Geist-Hospitals. Während auf der Intensivstation sonst enger Kontakt zu den Angehörigen gehalten wird, so war genau das in den vergangenen Wochen schwierig, als keine Besuche zugelassen waren. Trotzdem habe man Wege gefunden, die Angehörigen telefonisch zu begleiten und Kontakte zwischen Patienten und ihren Familien herzustellen.

Diese Bensheimer Statements haben die Fernsehgemeinde sehr angesprochen. Pfarrer Heinz Förg griff diese Erfahrungsberichte in seiner Predigt auf und führte aus, wie jeder und jede dazu berufen ist, Nähe zu schenken. Gerade in Krisenzeiten brauche es Aufmerksamkeit für den anderen, aber auch für sich selbst. „Wir Christen sind gefragt, unterwegs zu den Menschen zu sein, als Mutmacher in Erscheinung zu treten und Orientierung zu geben“, so Förg.

Über 5000 Menschen versuchten im Anschluss an die Übertragung, bei der eingerichteten Telefon-Hotline durchzukommen. Rund 2000 gelang es, darunter Anrufer aus der Schweiz, Österreich und sogar Südafrika, die ihre Dankbarkeit und ihre Freude über diesen Bensheimer Gottesdienst zum Ausdruck brachten, der längst zu einer Marke geworden sei. „Nah, authentisch, ungekünstelt, echt, ermutigend, zu Herzen gehend, einen Gottesdienst, auf den ich mich die ganze Woche freue“ – so beschreiben die Menschen das, was ihnen die kleine und inzwischen so liebgewordene und vertraute Fernsehgemeinde über Wochen geboten hat.

Viele hoffen, es möge noch lange so weitergehen, aber das „Team Bensheim“ braucht nach diesem medialen Gottesdienst-Marathon eine Pause und übergibt den Staffelstab an den ebenfalls sehr TV-erfahrenen Kapuziner Paulus Terwitte in Frankfurt. Er wird die kommenden ZDF-Gottesdienste feiern – und wenn Covid-19 das ZDF dann noch immer nicht zur Normalität zurückkehren lässt, fällt der Spot womöglich erneut auf die Bensheimer Hospitalkirche.

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