Bensheim

Hospiz Pavillon nun offiziell eingeweiht / 2017 ein Angebot der Kreishandwerkerschaft angenommen

Ein Juwel für den Hospizgarten

Archivartikel

Bensheim.„Wie seid Ihr an diesen schönen Pavillon gekommen? Der hat doch sicher richtig Geld gekostet!“ So oder so ähnlich äußern sich manchmal Hospizgarten-Besucher. Der Hospiz-Verein Bergstraße, der für den Hospizgarten zuständig ist, hatte großes Glück.

Mitte 2017 bot die Kreishandwerkerschaft Bergstraße dem Verein einen Pavillon für den Hospizgarten an, der im Pausenhof des Schulungszentrums stand. Anlass war, dass der Lehrbauhof Bauhandwerk, Darmstädter Straße 84 in Bensheim, umzuziehen gedachte und der Pavillon abgerissen werden sollte. Am Samstag wurde der Pavillon nun offiziell eingeweiht.

Um die Kosten, die dem Hospiz-Verein für den Ab-und Umbau entstehen würden, zu minimieren, bauten ehrenamtliche Hospizgarten-Mitarbeiter den Pavillon in ihrer Freizeit ab und bereiteten im Hospizgarten ein Rondell vor, auf dem der Pavillon aufgebaut werden sollte: Ein wunderbarer Platz wurde am Rande des „Weges der Erinnerung“ ausgesucht.

Der Boden dort war sehr hart und steinig, so dass mit der Spitzhacke ein Graben ausgehoben werden musste, um ein Beton-Fundament erstellen zu können. Nicht nur die Mitarbeiter des Gartenteams halfen, auch Rotarier, die einen Einsatztag im Hospizgarten verbrachten, halfen eifrig mit.

Aber zum Auf- und Umbau des Pavillons wurde professionelle Hilfe gebraucht: Zimmerleute, Schreiner, Spengler, Garten- und Landschaftsbauer, Elektroinstallateure kamen zum Einsatz. Dass die Firmen zum Teil kostenlos gearbeitet haben oder große Preisnachlässe gewährten und Material und Mobiliar kostenlos zur Verfügung stellten, war für den Projektleiter des Hospizgartens und Ehrenvorsitzenden des Hospiz-Vereins, Wolfgang Nieswandt, ein Zeichen, dass der Hospizgedanke in der Gesellschaft angekommen ist.

„Hospizarbeit kann auf unterschiedlichste Weise unterstützt werden“, so Nieswandt, „viele Menschen, die sich nicht direkt in der Sterbebegleitung einsetzen möchten, aber die Hospizarbeit fördern möchten, können so durch den Einsatz im Hospizgarten den Lebensraum der Hospizgäste erweitern. Schon mehrere Hospizgäste haben mir wörtlich gesagt, als sie im Garten waren: ‚Hier lebe ich auf!‘. Wenn Menschen, deren Lebenszeit stark begrenzt ist, sich auf diese Weise äußern, haben wir mit dem Hospizgarten eines unserer Ziele erreicht.“ Der Pavillon ist ein kleines Juwel, das nicht nur den Hospizgarten optisch bereichert: Man hat einen Blick über die Stadt und Sankt Georg. Der Pavillon ist gut in den Garten integriert, man kann Vögel und Eichhörnchen beobachten und genießt von Frühling bis Herbst den Blick auf die Blütenpracht am Weg der Erinnerung, den Angehörige gerne aufsuchen und den Pavillon als Rückzugsort nutzen. Die ehrenamtlichen Gartenhelfer treffen sich hier in ihren Arbeitspausen und Hospiz-Mitarbeiter, die Hospizakademie und Trauergruppen nutzen ihn als Gruppenraum.

Der Pavillon ist nur zu besonderen Anlässen für die Öffentlichkeit zugänglich, um den Hospizgästen einen geschützten, intimen Bereich zu bieten. red

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