Bensheim

Kunstfreunde Bensheim Konzert mit Esther Hoppe, Christian Poltéra und Ronald Brautigam am 13. Oktober im Parktheater

Ein Klaviertrio mit berühmtem Cello

Bensheim.1963, während einer Schiffsreise nach Argentinien, bricht an Deck Feuer aus. Cellist Amadeo Baldovino, so sagt man, habe nach dem Cellokoffer mit dem Mara gegriffen und sei in ein Rettungsboot gesprungen. Das Mara fiel ins Wasser und wurde Baldovino ein paar Tage später übergeben: in Bruchstücken. Doch eben dieses Mara aus der Werkstatt von Antonio Stradivari wurde restauriert – und heute nennt es Christian Poltéra sein Eigen, ein Schweizer, der als einer der vielseitigsten und besten Cellisten gilt.

Doch ob das Mara den Klang von einst wiedererlangte, von dem 1780 Mozart in einem Brief sprach oder auch Goethe schwärmte, weiß selbst Poltéra nicht. Das Cello kam ihm vor, als würde er mit der Stimme eines Fremden sprechen und es dauerte lange, bis sich Maras Klangfarbe mit seiner eigenen Klangvorstellung mischte. Aber das Timbre des Mara ist unverwechselbar. Poltéra wurde einmal in einem Interview gefragt, wie viel Stress es ihm bedeutet, ein so kostbares Instrument mit sich zu führen. „Man gewöhnt sich daran und es erleichtert ein bisschen, zu wissen, dass es bereits einmal absolut zerstört war. Ich wäre also nicht der erste, der einen Kratzer verursacht“, antwortete er.

Die Kammermusikreihe der Kunstfreunde Bensheim bietet die Gelegenheit, Mara und das Klaviertrio Hoppe, Poltéra und Brautigam kennenzulernen. Am Samstag, 13. Oktober, 20 Uhr, konzertieren sie im Parktheater Bensheim.

Christian Poltéra wurde 1977 in Zürich geboren und studierte bei Heinrich Schiff in Salzburg und Wien. Als Solist arbeitet er mit führenden Orchestern zusammen. 2004 wurde er mit dem Borletti-Buitoni Award ausgezeichnet und als BBC New Generation Artist ausgewählt. Er ist Dozent an der Hochschule Luzern, gibt Meisterkurse und ist Juror bei Cellowettbewerben.

Einführung ab 19 Uhr

Die Schweizer Geigerin Esther Hoppe hat sich als Solistin wie auch als Kammermusikerin einen Namen als stilsichere und virtuose Musikerin gemacht. Nach Studien in Basel, Philadelphia, London und Zürich gewann sie 2002 den 1. Preis beim Internationalen Mozart-Wettbewerb in Salzburg. Von 2009 bis 2013 war Esther Hoppe Erste Konzertmeisterin des Münchner Kammerorchesters, welches sie in vielen Konzerten auch selbst leitete. Seit 2013 unterrichtet sie als Professorin für Violine an der Universität Mozarteum Salzburg. Esther Hoppe spielt auf einer Violine von Gioffredo Cappa aus dem Jahre 1690.

Ronald Brautigam, einer der bekanntesten Musiker der Niederlande, wurde 1954 geboren und zählt international zu den führenden Pianisten seiner Generation und ist zudem einer der wenigen, die sowohl auf dem Hammerklavier als auch auf modernen Instrumenten konzertieren. Brautigam studierte in Amsterdam, London sowie den USA. 1984 erhielt er den „Niederländischen Musikpreis“, die höchste musikalische Auszeichnung des Landes. Seit 2011 ist Ronald Brautigam als Professor an der Hochschule für Musik der Musik-Akademie Basel tätig.

Dank einer großzügigen Spende aus den Reihen der Abonnenten gibt es wieder eine der beliebten Konzerteinführungen mit Hans Hachmann. So besteht ab 19 Uhr die Gelegenheit, die drei Musiker bereits vor dem Konzert kennenzulernen und sich mit dem Programm vertraut zu machen.

So viel sei verraten: Neben dem Es-Dur Klaviertrio von Haydn und Beethovens berühmtem „Geistertrio“ steht auch das Trio op. 100 von Schubert auf dem Programm, das durch Stanley Kubricks Film „Barry Lyndon“ einem breiten Publikum bekannt wurde. Das von Kubrick verwendete Thema des 2. Satzes – Andante – ist eigentlich dem schwedischen Volkslied „Se solen sjunker“ („Sieh’ die Sonne untergehen…) entlehnt.

Karten im Vorverkauf: BA-Medienhaus, Telefon 06251/100816 sowie alle bekannten Vorverkaufsstellen oder online unter www.kunstfreunde-bensheim.de. Die Abendkasse öffnet um 18.30 Uhr. red

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