Bensheim

Jahrgang 1936/37 Exkursion in das Viniversum in Heppenheim mit Verkostung und vielen Informationen

Ein Roter Riesling als Besonderheit

Archivartikel

Bensheim.Mit einer Probe Bergsträßer Weine begrüßte der Jahrgang 36/37 den Frühlingsanfang an der Bergstraße. Man traf sich im neu gestalteten Viniversum der Winzer in Heppenheim. Weinanbau und die Römerzeit sind hier eine frühe und enge Verbindung eingegangen. Wenn auch neuerdings hinterfragt wird, ob es tatsächlich Römer waren, die die Weinreben als erste in die Region gebracht haben, so ist unstrittig, dass die „strada montana“ von den Römern als Heerstraße benutzt und wohl auch so bezeichnet wurde.

Und entlang dieser blüht es inzwischen wieder prächtig, wie die Gruppe auf der Anfahrt wahrnehmen konnte. Man durfte sich daran erfreuen, im Frühlingsgarten Deutschlands zu wohnen. Friedel Schmitt, ein Bergsträßer Winzer und Mitarbeiter der Bergsträßer Winzer Genossenschaft im Ruhestand, konnte 29 Probanden begrüßen, vier mehr als erwartet wurden. Er berichtete mit spürbarer Begeisterung vom Weinbau in dieser Region, die zwar als das kleinste der 13 Weinbaugebiete gilt, aber das größte in Hessen sei.

Mit einem frischen Prosecco wurden die Zuhörer eingestimmt auf die vielen Informationen zu den 21 Winzerfamilien, die das Terroir der über 260 Hektar dieser großartigen Weinlagen bewirtschaften. Der Landstrich soll 26 Kilometer ausweisen und schließt die badischen Rebenhänge ein. Auch der Weinkeller beeindruckte. Voran die sechs Doppelstück-Fässer mit ihren wunderbar geschnitzten Fassböden. Sie dokumentieren bekannte Bergsträßer, also hessische und badische, Motive.

Während der Weinprobe, zu der eine kräftige und schmackhafte Winzervesper gereicht wurde, stellte Schmitt sechs Köstlichkeiten vor. Zuerst zwei Vertreter der Burgunderfamilie, die als frische Sommerweine überzeugten, war Nummer drei eine Besonderheit: Ein Roter Riesling aus 2018.

Diese Rebsorte gilt als eine etwas vergessene Urform der Rieslinge und wird erst in jüngerer Zeit hier wieder angebaut. Obwohl mit rötlich gefärbten Trauben keltert man daraus einen reinen Weißwein. Ein wohl mundender Rotling aus weißen und roten Trauben gekeltert folgte dem Weißwein.

Wieder ein wenig römisch wurde es, als der „Centurio“ ins Glas plätscherte. Ein roter Cuvé aus Pinot Noir und Merlot, der durch seine Duftnote besonders gut ankam. Dieser Wein am Abend genossen, dürfte diesem wohl eine besondere Note verleihen.

Mit einem Riesling vom Heppenheimer Steinkopf, als Spätlese ausgebaut, schloss die kulinarische Probe ab. Sie war mit einem „Gebinde von Informationen aus Kellern und Weinbergen“ verknüpft, darunter auch zum Wanderweg „Wein und Stein“. Dieser ist auch von Skulpturen begleitet, deren eine, nämlich die „Reblaus“, vom Jahrgangskollegen, Schulfreund und Multitalent Siegfried Speckhardt geschaffen wurde. Mit langem Beifall wurde Herr Schmitt für die rundum gelungene Veranstaltung belohnt.

Wolfram Ziegler

Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel