Bensheim

Runder Geburtstag Norbert Hebenstreit ist in fast allen Ortsvereinen Mitglied

Ein überzeugter Gronauer wird heute 70

Archivartikel

Gronau.Heute hat ein waschechter Gronauer Geburtstag. Vor 70 Jahren erblickte Norbert Hebenstreit in seinem Elternhaus das Licht der Welt. In nahezu allen Ortsvereinen ist der zweifache Familienvater förderndes Mitglied, unter anderem seit über 50 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr. Viele Vereine und Gremien wie die Elternbeiräte des Kindergartens und der Märkerwaldschule prägte er auch aktiv.

Für die SG Gronau, deren Mitglied er seit 1966 ist, war er ab Mitte der 70er Jahre als Fußball-Jugendleiter und Betreuer von Schülermannschaften in verschiedenen Altersgruppen tätig. Als Schiedsrichter leitete er im regionalen Austausch Kreisliga-Spiele zwischen Ludwigshafen-Pfingstweide und Seckmauern im Odenwald. Als begeisterter Läufer, unter anderem absolvierte er die Marathon- und Halbmarathondistanz, vertrat er die SKG Bensheim-Zell bei Volksläufen in der Region.

Auch bei anderen Vereinstätigkeiten war seine Sportlichkeit prägend. So etwa beim Freundeskreis Gronau-Pfaffenheim. Für den Partnerschaftsverein, den er 1986 mit gründete und dessen Kassenverwalter er zehn Jahre lang war, organisierte er Winterwanderungen und eine Radtour in die elsässische Partnergemeinde.

Viele Bensheimer kennen den Jubilar aus Gronau aufgrund seiner Berufstätigkeit in der Produktionsplanung und -steuerung der Papierfabrik Euler, wo er sich ab 1983 auch als ehrenamtlicher Berater der Techniker Krankenkasse engagierte. Als für ihn absehbar war, dass der Koehler-Konzern das Bensheimer Tochterunternehmen Euler aufgeben würde, kandidierte Hebenstreit – seit nunmehr 53 Jahren Mitglied der Industriegewerkschaft Bergbau-Chemie-Energie (vormals IG Chemie-Papier-Keramik) – erfolgreich für die Position des stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden. In dieser Position wirkte er maßgeblich an der Erstellung des Sozialplans mit.

Organisator des „Euler-Treffs“

Und auch nach dem Firmenende 2007 hält er die Tradition der Papierfabrik, bei der er seit seiner Ausbildung zum Industriekaufmann 40 Jahre tätig war, hoch. Die Benennung der Kollergangstraße auf dem Euler-Areal, benannt nach einem Mahlwerk zur Zerfaserung von Papierrohstoff, geht auf seinen Namensvorschlag an den Magistrat zurück. Nach der Corona-Pandemie wird er wieder den „Euler-Treff“ für Rentner und ehemalige Mitarbeiter organisieren.

Zudem ist Hebenstreit seit 1981 Mitglied im Obst- und Gartenbauverein Bensheim, dessen Vorstand er als Pressewart mehrere Jahre angehörte. Trotzdem hört er es nicht gerne, wenn er als „Bensheimer“ bezeichnet wird. Gronau bleibt für ihn Gronau, auch ein knappes halbes Jahrhundert nach der Eingemeindung. Gleichwohl wirbt der Jubilar immer für einen Blick über den Kirchturm hinaus. Zumal er ein sehr politischer Mensch ist.

Mitglied im Ortsbeirat

Noch unter Volkschullehrer Eberhard Kühner, Altbürgermeister Rudi Weiß und Kurt Rettig engagierte er sich als Wahlhelfer. Im Ortsbeirat war er ab 1989 als Schriftführer und von 1993 bis 1997 als gewähltes Mitglied aktiv, nachdem er zuvor die Unabhängige Wählergemeinschaft Gronau (UWG) mit gegründet hatte. Auch seine Beteiligung bei der Gruneme Kerb war von politischen Themen geprägt, die er mit Horst Steinmann in zahlreichen Motivwagen beim Kerweumzug glossierte. Etwa 1984 die drei Tage vor dem Kerwesonntag stattgefundene verbale Auseinandersetzung zwischen dem Abgeordneten Joschka Fischer und Bundestagsvizepräsident Richard Stücklen im Bonner Parlament.

Noch heute hat Hebenstreit Ämter inne. Seit 2000 ist er stellvertretender Jagdvorsteher der Jagdgenossenschaft Gronau-Süd und im Zuge dessen seit drei Jahren auch Beisitzer der Hegegemeinschaft Bergstraße. Mit Andreas Schratt leitet er das Dorfarchiv der Stadtteildokumentation, der er mit familiärer Unterbrechung seit der Gründung 1987 angehört. Für den Ortsbeirat organisiert er nach wie vor die jährlichen Grenzgänge zu den Gemarkungsgrenzen zwischen Hambach und Reichenbach.

Zu seinem Ehrentag coronabedingt keine große Gästeschar empfangen zu können, schmerzt ihn umso mehr, da er sonst im Rahmen des Besuchsdienstes der Evangelischen Kirchengemeinde andere Mitbürger besucht. Aber der Blick in die Zeitung dürfte dem langjährigen Abonnenten des Bergsträßer Anzeigers sicher Freude bereiten. Und einen Dienst an der Gesellschaft kann und soll der Gronauer auch in der Pandemie leisten. Nach zahlreichen Blutspenden in Elmshausen/Reichenbach und Gadernheim wird Norbert Hebenstreit, der seit 57 Jahren förderndes Mitglied der DRK-Ortsgruppe Bensheim ist, am Montag in Goddelau seine 170. Blutspende absolvieren. red

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