Bensheim

Bürgermeisterwahlkampf FDP-Kandidat Stefan Stehle im Gespräch mit der TSV Auerbach und der Geschäftsführerin der Vereinsgaststätte

Ein Verein mit Visionen für alle Generationen

Archivartikel

Bensheim.Der Bürgermeisterkandidat Stefan Stehle (FDP) besuchte die TSV Rot-Weiß Auerbach in der Gaststätte des Vereinsheims. Vor Ort sprach er mit dem Präsidenten der TSV, Günther Kuch, und dem Vizepräsidenten Bernd Linke.

Die TSV ist seit ihrer Gründung 1881 nicht nur einer der ältesten Sportvereine an der Bergstraße, sondern auch gleichzeitig einer der modernsten in Bensheim. Diversität habe in den vergangenen Jahren enorme Bedeutung erhalten und auch der Verein habe entsprechend reagiert und Konzepte ausgearbeitet.

Neben klassischem Reha-Sport gibt es seit vier Wochen eine eigene Pumptrack-Bahn für Geschicklichkeitsübungen mit dem Rollator oder Spaß auf dem Bobbycar. Aktionen wie die Wichtelgeschenkaktion durch die Interessensgemeinschaft Auerbacher Vereine sowie ein breites Angebot von Seniorenreisen bis hin zum Babyturnen und möglichen E-Sports-Gruppen beweisen Vielfalt und Facettenreichtum dieses Vereins.

Im Gespräch mit Stehle ging es jedoch über das Thema Diversität hinaus. Auf der Tagesordnung standen vor allem die neuen Baupläne für zwei weitere Sporthallen, die Hallenverwaltung sowie die Infrastruktur in Vereinsnähe und die geplante Verlagerung der Firma Gaveg. So berichtet Linke, dass die Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Kreis bezüglich der Hallenbelegung durch Schulen gut funktioniere. „Es muss nicht das volle Programm in jeder Halle stattfinden“, fügte Kuch hinzu und zielte damit auf den Wunsch der Schulen ab, in jeder Halle die volle Bandbreite an Sportgeräten vorzufinden. Dies ist nach Einschätzungen von Günther Kuch weder möglich noch nötig.

Eine digitale und vereinsübergreifende Lösung zur Verwaltung der Hallenzeiten sei jedoch dringend nötig, sind sich alle Gesprächsteilnehmer einig. Man erhofft sich dadurch mehr Transparenz und somit Chancen zur fortlaufenden Optimierung der Hallenzeiten.

Die Infrastruktur des Vereins werde durch zu geringe Parkplatzflächen, auch durch den umliegenden Skatepark bedingt, sowie eine immer noch gewünschte eigene Bushaltestelle gehemmt. Bei stets steigenden Mitgliederzahlen stellten diese Umstände zunehmend größere Probleme bezüglich der Verkehrsanbindung für die Vereinsmitglieder dar. Darüber hinaus beklagte die TSV im Gespräch den bevorstehenden Weggang der Firma Gaveg. Auch wenn diese nun vorerst noch eine Weile am Berliner Ring bleiben dürfe, betonte Bernd Linke, wie ausgesprochen schade es sei, dass man sich seitens der Stadt nicht mit Gaveg einigen konnte, um den Flüssiggasanbieter und „sehr bedeutenden Partner der TSV“ in Bensheim zu halten. Den scheinbar aufgeschobenen Weggang bezeichnete Kuch abschließend als „herben Verlust für den gesamten Verein“.

Auch im Hinblick auf einen möglichen Wahlerfolg habe die TSV einen Wunsch für den Kandidaten Stehle geäußert: Mehr verbindliches Delegieren mit Limitationen in der Verwaltung.

Hilfe in schweren Zeiten

In direkter Nähe zu einigen Gebäuden der TSV liegt die Gaststätte Weiherhaus. Entlang der organisch geformten Begrünung führt der Weg direkt ins Vereinsheim zu Eugenia Schlenow. Leger gekleidet in einem hellen Jeanshemd, dunkler Röhrenjeans und Sneakers begrüßte sie Stefan Stehle freudestrahlend in ihrem Restaurant. Im Gespräch ging es um die Besonderheiten einer Vereinsgaststätte und die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Geschäft.

Eugenia Schlenow beginnt mit lobenden Worten für die TSV, die ihr in diesen schweren Zeiten beispielsweise durch einen von Mitgliedern geführten Lieferdienst unter die Arme griff und so die schlimmsten finanziellen Lasten des Restaurants während des Lockdowns mindern konnte.

Auch in der Vergangenheit hat Eugenia schon kritische geschäftliche Situationen erlebt. 2015 beschlossen ihr damaliger Lebensgefährte und sie, die Vereinsgaststätte zu übernehmen und gründeten eine Gemeinschaft bürgerlichen Rechts (GbR). 2018 trennten sich die Wege des Gründerduos und Eugenia Schlenow stand alleine da. Dennoch stand für sie nie zur Debatte, den Weg als Einzelunternehmerin nicht zu gehen. Der Spaß an ihrer Arbeit sei so groß, dass sich jeder Aufwand lohne. Im Gespräch fragte Stehle, welche Unterschiede es zur gehobenen Gastronomie gäbe. „Die familiäre Atmosphäre steht ganz klar im Vordergrund“, betont die Geschäftsführerin und Wirtin. Im Gegensatz zur gehobenen Gastronomie kenne sie 80 Prozent ihrer Stammgäste, zu denen sich auch Stefan Stehle zählt, persönlich.

Die Kreiselsituation rund um das Vereinsheim sieht sie allerdings kritisch. „Man kann die Unfälle mit Radfahrern nicht mehr an beiden Händen abzählen“, bemängelt sie offen. Die Kreiselbepflanzungen seien zu hoch, um dort vorausschauend fahren zu können.

Zum Ende des Gesprächs machten sich Nico und Mia, die Hunde von Eugenia, bemerkbar, wodurch Stehle sich nach einer Einschätzung zur Hundesteuer erkundigte. „Einen dritten Hund werde ich mir so schnell nicht zulegen“, bemerkt Eugenia Schlenow. red

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