Bensheim

Haus am Markt Rathausspitze reagiert auf die erneute Kritik der „Mutigen Bürger“

„Eine Sanierung ist nicht wirtschaftlich“

Bensheim.Im Bensheimer Rathaus nimmt man das Anliegen der „Vereinigung der mutigen Bürger“ ernst und setzt sich damit intensiv auseinander, erst vor wenigen Wochen trafen sich Bürgermeister Rolf Richter, Erster Stadtrat Helmut Sachwitz und Stadtrat Adil Oyan – wie berichtet – mit der Vereinigung zu einem Austausch.

Verständnis zeigt die Rathausspitze auch für die Bürger, die ihren Namen unter die Unterschriftenliste gegen den Abriss des Hauses am Markt gesetzt haben. „Kein Verständnis habe ich aber dafür, dass die Unterschriften mit irreführenden Angaben gesammelt wurden“, betont Erster Stadtrat Helmut Sachwitz in einer Stellungnahme der Stadt als Reaktion auf das Pressegespräch mit den „Mutbürger“ (BA vom 9. Januar).

Eine Sanierung ohne bauliche Verbesserung der funktionalen Einschränkungen mache keinen Sinn und ermögliche auch keine neue Vermietung. Insgesamt sei bei einer Sanierung, die alle baulichen Mängel beseitigt und alle funktionalen Anforderungen hinsichtlich Nutzbarkeit, Barrierefreiheit und Energieeffizienz erfüllt, auch mit Kosten von über 4,5 Millionen Euro und nicht mit 2,1 Millionen zu rechnen.

Diese Zahlen wurden vonseiten der Stadt in verschiedenen Infoveranstaltungen auch so kommuniziert. „Diese Lösung sehen wir als unwirtschaftlich und nicht nachhaltig an, wenn man die Kosten eines Neubaus gegenüberstellt“, so Erster Stadtrat Sachwitz. Bürgermeister Rolf Richter ergänzt: „Wir brauchen für den Marktplatz einen Impuls. Die geplante Gastronomie, das Familienzentrum und die Nutzung des neuen Gebäudes durch Vereine werden eine solch notwendige Belebung bringen.“

Abriss ohne Neubau keine Option

Ein Abriss ohne Neubau wird im Rathaus nicht als Option gesehen, da ein freier Platz nicht für eine Belebung des Marktplatzes sorgen wird – auch eine komplette Neugestaltung des Platzes mit Abriss würde schon deutlich über zwei Millionen Euro kosten. Dass eine Minimalsanierung praktisch nicht umsetzbar ist, habe das Beispiel Bürgerhaus eindeutig vor Augen geführt.

An öffentliche Gebäude werden insbesondere was Barrierefreiheit, Betriebssicherheit und Brandschutz betrifft wesentlich höhere Anforderungen gestellt, die Funktionalität für verschiedene Nutzungen habe einen deutlich höheren Stellenwert, somit hinke auch der Vergleich mit Privathäusern, die von ihren Besitzern saniert werden.

Doppelte Fläche für Gastronomie

Für das bestehende Haus am Markt lassen sich laut Verwaltung seit Jahren keine Mieter finden, weder Gastronomen, noch Vereine oder andere waren dazu bereit. Es habe in den vergangenen Jahren fast 30 Besichtigungen gegeben, ein Drittel der Interessenten waren aus der Gastronomie. Im neuen Gebäude stünde die doppelte Fläche für die gastronomische Nutzung zur Verfügung, plus Lagerflächen und Küche. Damit biete das Gebäude für Gastronomen attraktive Bedingungen. Die Baustelle selbst wird über die Hauptzufahrt (Bahnhofstraße) angedient, der Bereich des Anfahrtswegs wurde genau aus Gründen der Planungen für das Haus am Markt noch nicht neu gepflastert. Der Kran würde, wie bei anderen Großbaustellen mittlerweile üblich, mittig in das Gebäude platziert werden.

Einschränkungen auf die Festivitäten sollen auf ein Mindestmaß beschränkt werden, in der Ausschreibung wird darauf hingewiesen, dass Winzerfest, Weihnachtsmarkt berücksichtigt werden müssen, heißt es abschließend. ps

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