Bensheim

CDU Fraktion wehrt sich gegen Vorwürfe in Leserbriefen zu den Themen Verkehr und Wachstum

Erfolgreiche Entwicklung führt zu Zuzug

Archivartikel

Bensheim.„Das Wachstum der Stadt ist kein Selbstzweck: Neue Wohngebiete sind die Antwort auf eine hohe Nachfrage – sowohl von Einheimischen als auch Zugezogenen. Bensheim ist ein attraktiver Wirtschaftsstandort, wie sich an den namhaften Unternehmen zeigt, die von den hiesigen Gewerbegebieten aus weltweit tätig sind.“

Mit dieser Erklärung reagiert die CDU-Fraktion auf verschiedene Wortmeldungen, die sich jüngst mit der Entwicklung der Stadt auseinandergesetzt haben. Unter anderem wurde diese in einem Leserbrief („Der Verkehrsinfarkt für Bensheim ist absehbar“, BA vom 25. August) kritisiert. Die Christdemokraten sehen das erwartungsgemäß anders und wollen eine insgesamt positive Entwicklung deutlich machen, „die wir durch unsere Entscheidungen bewirkt haben“.

Das zeige sich bei Konzepten für den Straßenverkehr. Eine Herausforderung in einer Stadt wie Bensheim, in der sich Wegeverbindungen kreuzen. Zumal Siedlungsgebiete trotz der wachsenden Mobilität möglichst nicht belastet werden sollen. Die Westtangente sei ein Beispiel, wie die Infrastruktur zukunftsfähig ausgebaut wurde. Sie nimmt eine große Zahl von Fahrzeugen auf. Das entlastet den Berliner Ring, der diesen Verkehr zusätzlich aufnehmen müsste, hätte man vor Jahren nicht vorausschauend gehandelt.

Stau auf der Wormser Straße

„Schon lange befasst sich die CDU mit der Situation auf der Wormser Straße“, berichtet Ortsvorsteherin und Stadtverordnete Ingrid Schich-Kiefer. „Allerdings konnte den regelmäßigen Rückstaus bislang nicht spürbar entgegengewirkt werden. Deshalb wird die B 47 ein zentrales Thema für den Verkehrsentwicklungsplan sein, der fortgeschrieben wird und wirksame Maßnahmen aufzeigen soll – falls erforderlich bauliche Veränderungen der Wormser Straße.“

Um den Lärm, der von der Autobahn ausgeht, zu verringern, besteht die Forderung nach einem nächtlichen Tempolimit von 100 km/h. Mit der Ablehnung durch die zuständige Behörde gibt sich die Union nicht zufrieden.

„Immer wieder stellen sich neue Aufgaben, denen wir uns als Kommunalpolitiker annehmen. Wir wollen die Möglichkeiten zum Gestalten nutzen, um Verbesserungen für die Bürger zu erreichen“, sagt Fraktionsvorsitzender Markus Woißyk. „Keinesfalls stimmt die CDU mit der pessimistischen Haltung überein, die manche Meinungsäußerung prägt – denn damit lässt sich nichts konstruktiv voranbringen.“

Auch beim Thema Wohnen bestimmten positive Ziele die Entwicklung: Einerseits sollen bestehende Wohngebiete ihre Struktur erhalten. Andererseits entstehen neue Wohngebiete im Innenbereich vorwiegend auf Flächen, die zuvor gewerblich genutzt wurden.

Gegen Preisanstieg beim Wohnen

Zusätzlicher Wohnraum sei erforderlich, um gegen den Preisanstieg vorzugehen – sowohl beim Hauskauf als auch bei Mieten. Auch für die Einheimischen ist es wichtig, vor Ort eine passende Wohnung oder überhaupt ein bezahlbares Angebot vorfinden zu können.

„Grotesk ist der Vorwurf, es würden immer mehr Menschen nach Bensheim gelockt. Vielmehr kommt die Attraktivität einer Stadt durch den Zuzug zum Ausdruck. Dies ist Beweis dafür, wie erfolgreich ihre Entwicklung gestaltet worden ist. Stillstand lässt sich jedenfalls nicht verordnen und wäre auch kein für die Zukunft geeigneter Weg“, meint Stadtverordneter Henning Ameis. Andere Orte hätten gerne die Standortqualitäten, die hier die Ansiedlung von Unternehmen ermöglichen. Die Potenziale für wirtschaftliches Wachstum, die sich bieten, wollen die Christdemokraten nutzen. Schließlich sorgen die Firmen für Arbeitsplätze und finanzieren über die Gewerbesteuer einen Großteil des kommunalen Haushalts.

In den Gewerbegebieten stehen Grundstücke nicht nur für Neuansiedlungen zur Verfügung, sondern vor allem für ortsansässige Betriebe, die sich vergrößern wollen. Doch Wachstum müsse zur vorhandenen Branchenstruktur passen. Daher seien Logistiker mit großen Lagerhallen im Gebiet Stubenwald ausgeschlossen. Die Entwicklung einer Stadt sei ein kontinuierlicher Prozess und schon deshalb nie abgeschlossen, weil sich Anforderungen und Rahmenbedingungen ständig ändern. Aktuell treibe die CDU den Ausbau von Krippen und Tageseinrichtungen voran. red

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