Bensheim

Wahlen Cristina Santi setzte sich in der Stichwahl knapp gegen Amtsinhaber Adalberto Mosaner durch

Erstmals eine Bürgermeisterin für Riva

Archivartikel

Bensheim.Während sich in Bensheim die Kandidaten für die am 1. November anstehende Wahl zum Bürgermeister noch warmlaufen, hat die Partnerstadt Riva del Garda diese politische Prozedur, die zugleich mit der Wahl zum Stadtparlament verbunden war, bereits hinter sich gebracht – mit einem überraschenden Ergebnis.

Beim ersten Wahlgang, der in der zweiten Septemberhälfte stattfand, konnte sich keiner der Kandidaten mit der notwendigen absoluten Mehrheit durchsetzen. Adalberto Mosaner, der amtierende Bürgermeister, fuhr mit einem Mitte-Links-Bündnis aus der Partito Democratico del Trentino und weiteren politischen Ablegern 34,72 Prozent der Wählerstimmen ein.

Die von der Lega und weiteren rechten Gruppierungen unterstützte Cristina Santi errang 32,86 Prozent, während der dem bürgerlichen Lager zugeordnete Mauro Malfer es auf 27,9 Prozent der Wählerstimmen brachte.

Somit kam es am 4. Oktober zur Stichwahl zwischen Mosaner und Santi. Im Vorfeld dieses Datums gelang es Cristina Santi mit dem politischen Bündnis um Mauro Malfer einen Koalitionsvertrag abzuschließen, was in Italien aus Gründen der Transparenz vor der Wahl geschehen muss.

Kopf-an-Kopf-Rennen

Diese Bündelung der beiden politischen Kräfte ließ ein klares Wahlergebnis für Santi erwarten. Gleichwohl entwickelte sich – bei einer Wahlbeteiligung von 51,7 Prozent – ein hartes Kopf-an-Kopf-Rennen, bei dem Cristina Santi nur auf 50,98 Prozent und Adalberto Mosaner noch auf 49,02 Prozent kam.

140 Wählerstimmen fehlten danach dem 64 Jahre alten Mosaner, der seit rund 30 Jahren in der Rivaner Lokalpolitik aktiv ist, einige Jahre davon schon als Vize-Bürgermeister, bevor er zum Bürgermeister gewählt wurde. Zehn Jahre, angesichts der quirligen politischen Verhältnisse in Riva del Garda ein enorm langer Zeitraum, stand der gelernte Jurist an der Spitze der Verwaltung und begleitete dabei die Städtepartnerschaft mit Bensheim sehr wohlwollend. Dem Vernehmen nach geht Mosaner jetzt in die Opposition. Mit der frischgewählten Cristina Santi hat Bensheims Partnerstadt Riva del Garda erstmals eine Bürgermeisterin. Die 49 Jahre alte Steuerberaterin übernahm unmittelbar nach der Wahl die Amtsgeschäfte.

Zwar ist Santi erst seit zwei Jahren politisch aktiv, aber sie kann immerhin auf eine „erbliche Vorbelastung“ verweisen: Ihr Vater war in den 70er Jahren auch schon Bürgermeister in Riva del Garda.

Santi nimmt das Amt hauptamtlich wahr, sie bestimmt auch die Besetzung und den Zuschnitt der Ressorts in der Giunta Communale (vergleichbar dem Magistrat). Die Mitglieder der Giunta sind nur nebenamtlich tätig.

Die Lokalpresse in Riva stellte fest, dass die Lega zwar gewonnen habe, aber trotz Koalitionsvertrages kurz vor dem Scheitern gewesen sei. Angesichts dieser engen Kräfteverhältnisse in Riva del Garda bleibt es auch in Zukunft spannend – zumindest politisch. red

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