Bensheim

Evangelische Kirche und Nazi-Ideologie

AUERBACH.Eine besondere Ausstellung ist derzeit im evangelischen Gemeindezentrum in Auerbach zu sehen. Der promovierte Kirchenhistoriker Tobias Dienst zeigt darin, zu welchen Auseinandersetzungen es innerhalb der evangelischen Kirche des heutigen Bensheimer Stadtteils in den Jahren von 1937 bis 1939 gekommen ist.

Es ging, so Dienst, um die Frage, wie die evangelische Kirche auf die nationalsozialistische Ideologie reagieren sollte. „Eine Mehrheit der Auerbacher stellte sich schließlich gegen die ,Deutschen Christen‘, die sogar die Verwendung des ,jüdischen‘ Alten Testaments ablehnten und den Führerkult in das Glaubensleben integrierten wollten“, so der Kirchenhistoriker in einer Kurzbeschreibung zu der Ausstellung.

Innerkirchliche Opposition

Den „Deutschen Christen“ erwuchs so in der Bewegung der „Bekennenden Kirche“ hier wie andernorts eine innerkirchliche Opposition, der auch Dietrich Bonhoeffer angehörte, wie Dienst erklärt. Dienst hat die Ausstellung sowohl wissenschaftlich konzipiert wie auch umgesetzt.

Von ihm erarbeitete Tafeln mit Texten und Bildern und Originaldokumente eröffnen Einblicke in das kirchliche Leben seinerzeit in Auerbach und die Konflikte und Auseinandersetzungen, die damit einhergingen. Die Ausstellung im Raum der Stille des Gemeindezentrums ist in den kommenden Monaten zu den Öffnungszeiten des Zentrums zu sehen. thz/Bild: Zelinger

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel