Bensheim

Bahnhof Kritik am Vertragswerk mit der Deutschen Bahn AG / „Eine Zumutung“

Fahrradparkhaus: Ortsbeirat stimmt mit Bauchschmerzen zu

Archivartikel

Bensheim.Mit Zähneknirschen hat der Ortsbeirat Bensheim-Mitte dem Abschluss eines Mietvertrags mit der Deutschen Bahn AG zugestimmt. Ziel ist die Einrichtung eines Fahrradparkhauses, das wie mehrfach berichtet bereits im April 2014 von den Bensheimer Stadtverordneten beschlossen wurde.

In der Folgezeit kam es zu langwierigen Verhandlungen der Stadtverwaltung mit der DB Station & Service AG. Nach den Vorstellungen des Magistrats soll die ehemalige Gepäckabfertigungshalle im nördlichen Gebäudetrakt des Bahnhofs künftig als Stellfläche genutzt werden. In dem rund 80 Quadratmeter großen Raum könnten dann bis zu 70 Fahrräder in Doppelstockparkplätzen abgestellt werden.

Hohe Kosten befürchtet

Darüber hinaus plant die Stadtverwaltung, im gleichen Gebäudeteil einen weiteren, rund 20 Quadratmeter großen Raum anzumieten, um dort eine Außenstelle der Stadtpolizei einzurichten. Das ist Teil des städtischen Maßnahmenpakets für mehr Sicherheit am Bahnhof Bensheim.

Der Ortsbeirat votierte bei einer Nein-Stimme (Thorsten Eschborn, FDP) und einer Enthaltung (Michael Horschler) für das Vertragswerk. Allerdings gab es massive Kritik an der Ausgestaltung des Papiers von Seiten der Bahn AG. „Das kann die Stadt teuer kommen“, sagte Eschborn, der hohe Neben- und Sanierungskosten befürchtet.

Öffnungszeiten ungenügend

Birgit Schocke (SPD) sieht das ähnlich und verweist auf die ihrer Meinung nach ungenügenden Öffnungszeiten (8 bis 18 Uhr) des Parkhauses, das insbesondere Schienenpendlern wenig Servicequalität verspreche. Erste Stadträtin Nicole Rauber-Jung kündigte in diesem Punkt Nachbesserungen an. In der kommenden Projektvorlage würden „kundenorientierte“ Öffnungszeiten definiert.

Markus Woißyk (CDU) stimmte zu, weil er vom Nutzen beider Einrichtungen überzeugt sei. „Aber der Vertrag ist eine Zumutung.“ Der Umgang der Bahn mit einem Investor, der dem Gleisbetreiber zudem zusätzliche Frequenzen ermögliche, sei nicht angemessen. Laut Rauber-Jung handele es sich bei dem Papier um einen bei der DB üblichen Rahmenvertrag ohne individuell ausformulierte Details. „Zu mehr war die Bahn leider nicht bereit.“

Woißyk kommentierte es als bedauerlich, dass die nördlich angrenzende Fläche – momentan Parkplatz für Bahnbedienstete – für ein erweitertes Fahrradparkhaus nun doch nicht nutzbar sei. Die stationäre Anwesenheit von Ordnungshütern am Bahnhof sei wichtig. „Präsenz ist immer besser als eine Videokamera“, sagte auch Thomas Eschborn.

Das sehen nicht alle Ortsbeiräte so. Michael Horschler stellte die Sinnhaftigkeit von zwei Kollegen der Stadtpolizei in einer kleinen Wache ebenso in Frage wie Jochen Kredel, der sich ein verlässliches Konzept zur Besetzung der Station wünscht: „Ohne Personal vor Ort nutzt eine solche Außenstelle wenig.“ tr

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