Bensheim

Hauptversammlung Neuer Vorstand gewählt / Elke Ditter bleibt Vorsitzende

Förderverein: Zahl der Wohnungslosen steigt

Bensheim.In dieser Woche trafen sich die Mitglieder des Fördervereins Hilfen für Wohnungslose im Zentrum der Wohnungslosenhilfe am Weidenring zu Hauptversammlung. Das Ergebnis des Jahres 2017 wurde mitgeteilt, die Vorsitzende Elke Ditter gab den Tätigkeitsbericht des Vereins ab, der vor 22 Jahren auf Initiative der Stadtverordnetenversammlung gegründet wurde.

Ziel sollte es werden, „das Los der Mitbürgerinnen und Mitbürger im Kreis Bergstraße, die ihre Wohnung verloren haben, zu lindern, indem bestehende Hilfsangebote, wie sie das Diakonische Werk Bergstraße mit seiner Fachberatungsstelle für Nichtsesshafte betreibt, gefördert und ergänzt werden.“ Unkonventionelle und unbürokratische Mittel sollten gefunden und genutzt werden.

Umbauarbeiten an der Küche

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass es nötig ist, aber auch, dass es möglich ist, Unterstützung zu bündeln und an die Betroffenen weiterzugeben. Geprägt war das Jahr 2017 von den Umbauarbeiten an der Küche, die im September 2017 installiert werden konnte und rege genutzt wird. Elke Ditter dankt an dieser Stelle nochmals allen Spendern und Helfern.

Schon traditionell gab es im November einen Infostand, verknüpft mit einem Bücherflohmarkt. Es war wieder ein sehr erfolgreicher Termin, vor allem als Anlaufstelle für alle Spender von Sachspenden wie Kleidung, Decken. Die Weihnachtsfeier, die gerade für Menschen ohne Familie und ohne Wohnung eine Besonderheit ist, wurde wie im vergangenen Jahr bei der Sankt-Laurentiusgemeinde gefeiert.

Sie war mit mehr als 160 Personen so gut besucht wie nie und zeigte, wie wichtig eine solche Veranstaltung ist. Die Kirchengemeinde war federführend tätig, ergänzt durch Hilfe von Inner Wheels und anderen Mitmenschen. Gesponsert wurde die Feier durch den Erlös der Versteigerung, die Harry Hegenbarth in der Adventszeit wie jedes Jahr am Marktplatz abhielt.

Ein besonderes Augenmerk richtete Elke Ditter auf die steigenden Zahlen der Wohnungslosen, die von 2014 bis 2017 um 25 Prozent gestiegen sind. Es sei unumgänglich, dass mehr Wohnraum geschaffen wird, der auch für diese Menschen bezahlbar und zugänglich ist. Die Initiativen, die verhindern, dass Menschen Wohnungen verlieren, müssen zusätzlich gestärkt werden.

Es sei nicht eine Frage der Schuld, ob jemand wohnungslos wird, das könne auch unverschuldet oder durch Schicksalsschläge geschehen. „Es ist auch eine Frage von Akzeptanz und Mitleiden mit anderen Menschen, hier Hilfen zu geben“, so Ditter.

Betroffene werden immer jünger

Der Leiter des Zentrums für Wohnungslose, Björn Metzgen-Meuer, berichtete über aktuelle Probleme. Die Auslastung des Hauses war mit 98 Prozent in 2017 so hoch wie nie. Da in den Sommermonaten nicht alle Betten besetzt sind, gibt es einen Eindruck davon, wieviel Ersatzschlafstätten in den kalten Tagen belegt sind. Die bedenkliche Tendenz, dass die Bewohner jünger als in den Vorjahren sind, setzt sich fort.

Das Thema Wohnen wird aufgrund der in der Region steigenden Mietpreise weiter problematisch. Die Diakonie als Hausherrin wird, auch auf Anregung eines Gemeindevertreters, das Gespräch mit Bürgermeistern suchen, um gemeinsam zu versuchen, drohender Wohnsitzlosigkeit vorzubeugen.

Volker Tanner war als Kassenprüfer tätig und bestätigten der Schatzmeisterin Beate Voltz eine einwandfreie Kassenführung. Bei der anschließenden Wahl wurde der bisherige Vorstand, der mit einer Ausnahme zur Wiederwahl antrat, für die beiden nächsten Jahre im Amt bestätigt. Vorsitzende bleibt Elke Ditter, stellvertretender Vorsitzender ist Helmut Hörtler. Als Schriftführerin wurde Ruth Ameis bestätigt, als Schatzmeisterin Beate Voltz. Als Beisitzer stehen Josef Kraus, Brigitte Schmidt, Monika Toebe und Kornelia Trepte weiter zur Mitarbeit zur Verfügung.

Neu hinzu kommt als Beisitzerin Isabell Ehrhardt. Volker Tanner wurde als Kassenprüfer bestätigt, weiterer Kassenprüfer ist Michael Ohlemüller. Anneliese Mathäy konnte nach 14 Jahren Vorstandstätigkeit aus gesundheitlichen Gründen nicht wieder antreten, der Vorstand dankte für die gute Zusammenarbeit.

Die Vorsitzende bedankte sich bei allen Mitgliedern des Vorstandes für die gute Zusammenarbeit. Ihr Dank galt aber auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Diakonie für die Arbeit mit den Wohnungslosen. red

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