Bensheim

Bridgeclub Statt eines Festakts zum Jubiläum unternahm der Verein einen Ausflug

Frankfurt-Fahrt zum Jubiläum

Bensheim.Ein überaus starker und langer Regenguss am späten Nachmittag konnte die Laune der Bergsträßer Bridgefreunde beim Besuch der quicklebendigen Stadt Frankfurt nicht trüben. Anlass für diese Fahrt: ein Jubiläum. Denn vor 25 Jahren beschlossen Bridgebegeisterte, einen Freundeskreis Bridge zu gründen, aus dem vor zehn Jahren der Bridgeclub Bergstraße hervorging. Statt eines Festakts schlug der Club-Vorstand den Mitgliedern diese Fahrt vor.

Fast 40 Bridgefreunde machten sich auf und erreichten am frühen Vormittag das erste Ziel der Fahrt, den Tower der Commerzbank, zu Zeiten der Fertigstellung vor 20 Jahren das höchste Gebäude Europas und heute immer noch das höchste Deutschlands. Architekten erläuterten die Konzeption des noch heute vorbildlichen Bauwerks. Denn es wurde nach ökologischen Grundsätzen damals realisiert. Was war für die Besucher beeindruckender: die grünen Inseln auf verschiedenen Stockwerken des in drei Segmenten gebauten Hochhauses oder der Blick von der 47. Etage auf Frankfurt - bei klarem, sonnigem Wetter?

Was gab es alles zu sehen auf dem Bummel durch die Innenstadt! Viele Passanten war an diesem Samstag unterwegs, Einheimische und Touristen, nicht nur auf dem Römerberg mit dem "Römer", den rekonstruierten Fachwerkhäusern gegenüber, der alten Nikolai-Kirche, dem Krönungsweg zum Dom, den Museen, bei der Paulskirche. Auch ein kurzer Besuch in der Kleinen Markthalle stand auf dem Programm.

Am Eisernen Steg wartete der Ausflugsdampfer zur "Panoramafahrt" auf dem Main. Nach Kaffee und Kuchen auf dem Unterdeck fanden sich die meisten Bergsträßer bald auf dem Oberdeck ein, ließen die Fluss- und Stadtlandschaft bei milder Brise an sich vorüberziehen.

Dann tauchten die Bridgefreunde in Aspekte deutscher Geschichte ein, eine Gruppe besuchte den Dom, die andere die Paulskirche. Die Bergsträßer hatten es gut angetroffen: Die Fremdenführer waren, wie zu erwarten, kompetent und informierten mit großem Engagement. Die Rolle des Doms als Krönungsstätte deutscher Könige und Kaiser wurde ebenso verdeutlicht wie die der Paulskirche für die Entwicklung der Demokratie in Deutschland. Denn 1848 tagte hier das erste frei gewählte deutsche Parlament, die Nationalversammlung. Dem ging die "Heppenheimer Versammlung" am 10. Oktober 1847 voraus - ein Treffen von 18 führenden süd- und westdeutschen liberalen Politikern im Gasthof "Zum Halben Monde". Ein Diskussionsergebnis dieser Tagung war die Forderung nach der Schaffung eines deutschen Nationalstaats und der Gewährung von Bürgerrechten. Im Halben Mond spielen die Bridgefreunde heutzutage dreimal pro Woche ihre Turniere.

Wer Frankfurt besucht und ein wenig Zeit mitbringt, der darf Sachsenhausen nicht auslassen. So auch die Bridgefreunde. Mit Äbbelwoi und zünftiger Kost ließen sie den Tag ausklingen. Renate Reichard brachte es auf den Punkt: "Es war ein schöner, ereignisreicher Tag, vorzüglich vorbereitet von Birgit Schocke, unserer Vorsitzenden." red

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