Bensheim

Nachruf Trauer um Bürgermeister József Szekó / Mohács-Freunde haben Feierlichkeiten zum 30-jährigen Bestehen abgesagt

Freund und Förderer der Partnerschaft

Bensheim.Bensheims ungarische Partnerstadt Mohács trägt tiefe Trauer. Wie bereits kurz berichtet, ist Bürgermeister József Szekó durch einen tragischen Unglücksfall am vergangenen Freitag ums Leben gekommen. Mit großer Bestürzung und Betroffenheit wurde die Nachricht auch in Bensheim aufgenommen. Viele Bensheimer, die schon einmal die ungarische Partnerstadt besuchten und József Szekó kennengelernt hatten, drückten ihr Mitgefühl aus.

Herkunft, Bildung und geistige Regsamkeit machten den Mohácser Bürgermeister zu einer Persönlichkeit. Er stand stets für den Dialog und für Fairness im Spannungsfeld zwischen Politik und Menschlichkeit. Sein Wirken für Mohács und das Komitat Baranya und darüber hinaus ist an vielen Stellen greifbar.

Der Name József Szekó bleibt über seinen Tod hinaus im dortigen Geschichtsbuch fest verankert. Er wusste, dass Geduld, Selbstbewusstsein und Liebenswürdigkeit Tugenden sind, die einander bedingen, wenn man andere überzeugen sowie Freundschaften bewahren und gewinnen will.

Hohe Auszeichnung

Im Februar dieses Jahres wurde Szekó in Pécs der Baranya Economic Development Award der Industrie- und Handelskammer in Pécs-Baranya verliehen. Diese Auszeichnung gilt einem herausragenden Bürgermeister, der seine Kommune mit enormer Tatkraft weiterentwickelt hat. Diese Auszeichnung, auch als Zolnay-Preis bezeichnet, wird gestiftet von der weltberühmten Zolnay-Manufaktur und ist mit einer beachtlichen finanziellen Summe ausgestattet, die Szekó der Stadt, seiner Stadt, zukommen ließ.

In der Begründung, warum die Fachjury József Szekó auszeichnete, hieß es: „Am 18. Oktober 1998 legte József Szekó als Bürgermeister von Mohács seinen Amtseid ab. Damals befanden sich – umgerechnet – fast 95 Millionen Euro an Sachwerten im Haushalt. Heute, und damit 48 Entwicklungsprogramme später, stehen sie mit einem Wert von umgerechnet mehr als 3,5 Milliarden Euro zu Buche. Eine nicht erschöpfende Liste der bisher umgesetzten Projekte, unter anderem Errichtung des Industrieparks, Sanierung der Innenstadt und des südlichen Bezirks, Entwicklung eines Wohnparks, energetische Modernisierung der Stadt.“ Der Bürgermeister József Szekó sei auch der Motor bei der Umsetzung des Mohácser Handelshafens gewesen.

Brücke über die Donau

Ein großes Ziel kann er jetzt nicht mehr zu Ende bringen. Es war József Szekós größter Wunsch, dass in seiner Amtszeit noch eine Brücke in Mohács über die Donau gebaut wird. Die Planungen waren so gut wie fertig, im kommenden Jahr sollte das Großprojekt in Angriff genommen werden.

Deswegen hatte sich Szekó noch einmal für eine fünfte Amtszeit beworben, obwohl er im Dezember 65 Jahre alt geworden wäre. Die Fertigstellung der Bücke blieb ihm nicht mehr vergönnt.

Am Sonntag, 13. Oktober, sollte und wollte er bei den Bürgermeisterwahlen wiedergewählt werden. Nach dem ungarischen Kommunalgesetz findet die Bürgermeisterwahl dennoch statt. Einziger Kandidat ist Ferenc Csorbai von der MSZP (Magyar Szocialista Párt), einer sozialdemokratischen Partei, die 1989 aus der kommunistischen Einheitspartei der ungarischen sozialistischen Arbeitspartei (MSZMP) hervorging. Wenn Ferenc Corbai nur eine einzige Stimme erhält, ist er für sechs Monate Übergangsbürgermeister. Danach finden erneut Bürgermeisterwahlen statt. Der deutsch-ungarische Freundeskreis Mohács hat mit Bürgermeister József Szekó nicht nur einen großen Förderer der seit 32 Jahren bestehenden Partnerschaft verloren, sondern darüber hinaus auch einen guten Freund. Deswegen haben die Mohács-Freunde auch die Festveranstaltung zum 30-jährigen Bestehen des Freundeskreises, die am 19. Oktober stattfinden sollte, abgesagt.

Morgen Beisetzung

Bürgermeister József Sezkó wollte bei diesem Termin anwesend sein, zumal an diesem Tag auch ein Segelflugzeug der Bensheimer Segelflieger auf den Namen „Mohács“ getauft worden wäre. Die Veranstaltung wird im kommenden Jahr nachgeholt.

Die Beerdigung findet am Samstag (5.) um 14 Uhr auf dem Friedhof in Mohács statt. Die Trauerfeierlichkeiten werden vom Bischof der Diözese Pécs geleitet. Franz Müller

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