Bensheim

Partnerschaft Mit der Gegend um Tábor, Pisek und Worlik wurde ein unbekannter Teil Tschechiens entdeckt

Freundeskreis war im Hussitenland unterwegs

Archivartikel

Bensheim.„Willkommen im Zentrum der Hussitenbewegung“, so begrüßte Reiseleiter Peter Illing die Reisegruppe des deutsch-tschechischen Freundschaftskreises bei der Ankunft in Tábor, wo im Stadtzentrum in einem Hotel Logis bezogen wurde. Die Busreise vom 10. bis 15. Mai führte nach Südböhmen, in das sogenannte Hussitenland.

Berühmt berüchtigt waren die Hussiten im 15. Jahrhundert, die sich nach der Verbrennung ihres geistlichen Führers Jan Hus beim päpstlichen Konzil in Konstanz 1415 radikalisierten und in großen Teilen Böhmens und Schlesiens gegen die katholische Kirche kämpften und Verwüstungen hinterließen.

Der Theologe Jan Hus prangerte bereits 100 Jahre vor Martin Luther den moralischen Verfall sowie den Reichtum der Kirche an und forderte Reformen. Auch bezweifelte er das Papsttum, wofür es in der Bibel keinen Beleg gebe. Bereits bei der Anreise wurde die Wasserburg Schwihau (Svihov) besucht, die von den Hussiten erobert wurde, nachdem es ihnen gelang, das Wasser des Burggrabens abzulassen. Die Burg ist größtenteils im mittelalterlichen Zustand erhalten.

Tábor (die Namensgebung geht auf den biblischen Berg zurück) wurde im Rahmen einer geführten Stadtbesichtigung erkundet. Die Geschichte der Stadt ist untrennbar mit dem Schicksal der hussitischen Sekte verbunden. Die auf einem Berg gelegene Altstadt birgt eine vielfältige, gut erhaltene und restaurierte Architektur mit vielen schönen Plätzen und Straßenzügen. Am Nachmittag wurde die Stadt Pisek an der „Goldenen Straße“ besucht.

Zum Moldau-Stausee

Die Tagesfahrt am Samstag führte zum Moldau-Stausee Worlik (Orlik). Hier wurde zunächst der Burg Klingenberg (Zvikov) ein Besuch abgestattet. Diese Burg auf einem vorgelagerten Felssporn über der Moldau erbaut, bietet einen herrlichen Ausblick über die Wasserfläche des 68 Kilometer langen Stausees und die umgebenden Wälder. Die Schifffahrt zur nächsten Attraktion, dem Schloss Worlik (Orlik) war ein besonderes Highlight. Das Schloss, ebenfalls auf einem Felsen über der Moldau erbaut, präsentiert sich heute im neugotischen Stil. Bei einer geführten Besichtigung konnten Privaträume der Familie Schwarzenberg besichtigt und ein Eindruck der Lebensweise am Hofe erahnt werden. Zum Abschluss des Tages führte die Fahrt zum Kloster Heiligen Berg bei Pribram, ein bedeutender Wallfahrtsort seit dem 17. Jahrhundert. Am Sonntag war das südlich von Prag gelegene Schloss Konopischt (Konopiste), die letzte herrschaftliche Residenz der Habsburgermonarchie, das Ziel.´Ein Denkmal zeigt den österreichischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand, dessen Ermordung 1914 zum Ausbruch des 1. Weltkriegs und letztlich zum Untergang der k.u.k.-Monarchie führte. Die Führung zeigte die Prunkgemächer der Schlossherren sowie mehrere Tausend Jagdtrophäen.

Am Montag hieß es schon wieder Koffer packen und die Rückreise antreten. Da Pilsen direkt auf der Strecke lag, war ein Besuch der Europäischen Kulturhauptstadt 2015 angesagt. Rundum zufrieden und mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck kehrte die Gruppe nach Bensheim zurück. Der Dank galt insbesondere Reiseleiter Peter Illing, der wieder einmal einen noch unbekannten Teil Tschechiens der Reisegruppe des deutsch-tschechischen Freundschaftskreises gezeigt hatte. mz

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