Bensheim

Bensheimer Musiktage Auftakt zur Konzertreihe ist am 24. September

Fünf Ensembles gehen unterschiedliche Wege

Bensheim.Einheit und Vielfalt bringt die bevorstehende Herbstsaison der Bensheimer Musiktage unter einen Hut. Steht die Beteiligung von fünf einheimischen Ensembles seit jeher für ein hohes Maß an Abwechslung und Unterhaltung, so gehen die Interpreten, die das Fach ernste Musik in Bensheim bedienen, 2017 ganz unterschiedliche Wege.

Collegium Musicum: An Buntheit schwer zu übertreffen ist das Auftaktkonzert des Collegium Musicum Bergstraße unter Leitung von Cosima Seitz. Am 24. September (Sonntag) stellt das Orchester ab 19 Uhr im Parktheater ein Programm vor, das von der Vorklassik über die Romantik bis in unsere Tage reicht. Eine Sinfonie des Mannheimer Meisters Johann Stamitz, die erste "Carmen"-Suite von Georges Bizet und der Soundtrack zum Zeichentrickfilm "Shaun das Schaf" markieren einige Fixpunkte. Als ob das nicht genug wäre, gibt es noch zwei Zutaten: Beim Abendkonzert tritt neben dem Orchester-Plenum ein daraus rekrutiertes Bläserquintett auf. Und am Morgen des Konzerttags gibt das Collegium Musicum ab 11 Uhr eine Matinee für Kinder im Parktheater.

Kammerchor Sankt Georg: Am 8. Oktober (Sonntag) schließt sich der von Gregor Knop geleitete Kammerchor Sankt Georg an. Um 16 Uhr beginnt in der katholischen Pfarrkirche Sankt Georg ein Kirchenkonzert, das musikalische Konzentration mit einer üppigen Besetzung verbindet. Zum Haus-Chor gesellen sich der Organist Thibaut Duret und das von Manuel Simmonet geführte Ensemble vocal de Bourgogne, um zwei Hauptwerke der früheren Organisten der Pariser Kirchen St. Sulpice und Nôtre Dame aufzuführen.

Charles-Marie Widors Messe für zwei Chöre und zwei Orgeln dient der "Hervorhebung der Herrlichkeit der Liturgie", wie ein Kritiker begeistert notiert hat. Louis Viernes "Messe solennelle" für Chor und zwei Orgeln wiederum wird in Reclams Musikführer als "glanzvolles und wirkmächtiges Werk" angeschwärmt.

Oratorienchor Bergstraße: Beides trifft auf alle Fälle auch auf Johann Sebastian Bachs h-Moll-Messe zu, die als einsamer Gipfel europäischer Kirchenmusik gilt. Der Oratorienchor Bergstraße unter Propsteikantor Konja Voll widmet sich diesem Werk am 31. Oktober (Sonntag) ab 16 Uhr in der Pfarrkirche von Sankt Georg bereits zum dritten Mal innerhalb von 40 Jahren.

Nach seiner Gründung 1977 trat der Chor mit diesem Werk bei den Bensheimer Musiktagen 1979 erstmals öffentlich auf. Zum Jahrtausendwechsel folgte am 2. Januar 2000 eine Neuauflage, und zum Reformationsjubiläum wird der Oratorienchor nun erneut die h-Moll Messe singen. Dabei helfen dem Bergsträßer Chor vier Gesangssolisten und die auf Barockmusik spezialisierte Churpfälzische Hofcapelle.

Chor ars musica: Zwei Werke machen den Beitrag des Chors ars musica zu den Musiktagen in diesem Jahr aus. Am 12. November (Sonntag) stellt das von Hans Joachim Braunstein dirigierte Ensemble ab 18 Uhr in Sankt Georg zunächst die "Mass of the children" von John Rutter vor - einem Komponisten, der es wie wenige versteht, nagelneue Musik mit angenehmen Hörerfahrungen zu verbinden.

Nicht so bekannt, aber eben so fein ausgearbeitet wie seine großen Oratorien sind die Psalmvertonungen von Felix Mendelssohn. In Bensheim wird die Vertonung des 115. Psalms "Nicht unserm Namen Herr" geboten. Zwei Solisten und der Junge Chor des AKG Bensheim unterstützen den Chor ars musica.

Kammerchor Cantemus: Dagegen begnügt sich der Kammerchor Cantemus Bensheim am 19. November (Sonntag) mit einer Blockflötistin und einem Sprecher als Kompagnons. Das genügt, um an diesem Tag ab 17 Uhr in der Schwanheimer Kirche den "Totentanz" von Hugo Distler aufzuführen. Die raffinierte Folge von Sprech-, Gesangs- und Instrumentalbeiträgen wird zusätzlich aufgewertet durch Motetten von Heinrich Schütz, die nur von der Entstehungszeit, nicht aber von der Aussage von Text und Musik gehörigen Abstand zu Distlers Totentanz haben. Da Distler selbst Anklänge an Alte Musik in sein faszinierendes Hauptwerk eingebaut hat, wird die Distanz über drei Jahrhunderte spielend und singend überbrückt. red

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