Bensheim

Heilig-Geist-Hospital Bisher kein Ansturm auf das Krankenhaus wegen wetterbedingter Beschwerden / Eis und kühle Getränke auf den Stationen

Fünf Hitze-Patienten in der Notaufnahme

Archivartikel

Bensheim.Cool bleiben? Das fällt bei Temperaturen deutlich jenseits der 30 Grad nicht immer leicht – vor allem, wenn das Eis in der Waffel schneller schmilzt, als man es lecken kann. Der Albtraum eines jeden Kindes.

Unabhängig von kleinen Alltagsproblemen hat die Hitzewelle aber durchaus ernstzunehmende Auswirkungen auf Menschen, Pflanzen und Tiere. Im Heilig-Geist-Hospital in Bensheim hat man sich in den vergangenen Tagen ebenfalls auf die heiße Witterung eingestellt. „Einige Stationen im HGH sind klimatisiert, die Raumtemperatur ist aufgrund der recht guten Wärmedämmung aber auch in den noch nicht klimatisierten Bereichen erträglich“, erklärt Dominik Seredinski, Sprecher der Artemed-Gruppe, auf Nachfrage. Grundsätzlich werde versucht, durch Lüften am frühen Morgen und abends die Raumtemperatur so niedrig wie möglich zu halten.

Kalte Lappen, kühles Fußbad

Für die Patienten stehen darüber hinaus gekühlte Getränke bereit. Pflegekräfte geben Tipps, wie man sich etwas abkühlen kann – „beispielsweise durch kalte Lappen auf der Stirn, im Nacken oder ein kühles Fußbad“, so Seredinski. Auf den Stationen werde zudem regelmäßig kostenlos Eis verteilt.

Das Wetter macht momentan zwar vielen zu schaffen, im Bensheimer Krankenhaus wirkt sich das allerdings noch nicht spürbar aus. In den vergangenen Tagen wurden fünf Personen behandelt, die mit Kreislaufproblemen als Notfall ins Hospital kamen. „Sie konnten in der Regel am gleichen Tag wieder gehen“, betonte der Unternehmenssprecher. Alle notwendigen Werte seien überwacht worden, den Kreislauf habe man mit Hilfe von Elektrolytlösungen angekurbelt. Unterschätzen sollte man das Wetter ohnehin auf keinen Fall – egal, wie alt man ist.

„Es sind nicht immer nur die Senioren, die mit der Hitze Probleme haben. Gerade viele Jüngere meinen, sie könnten bei knapp 40 Grad einfach so weitermachen wie immer“, schildert ein Bensheimer Allgemeinmediziner seine Eindrücke.

„Nehmen Sie viel Flüssigkeit zu sich und vermeiden sie die direkte Sonne“, rät Dr. Brigitte Tost, Chefärztin der Kardiologie am HGH. Auf anstrengende Tätigkeiten im Freien – wie Sport oder Gartenarbeit – sollte man besser verzichten, ebenso wie auf Alkohol. Für eine bessere Wärmeregulierung des Körpers sollte man leichte Baumwollkleidung und keine Kunstfasern tragen. „Wenn man Schwindel verspürt, sofort in den Schatten oder einen kühlen Ort aufsuchen“ mahnt die Chefärztin.

Am Arbeitsplatz die Klimaanlage bis kurz vor den Gefrierpunkt herunterzudrehen, ist jedoch nicht besonders förderlich. „Da besteht schon die Gefahr einer Erkältung“, warnt Dr. Tost.

Fenster auf statt Klimaanlage

Gleiches gilt für Fahrten mit dem Auto. Der ADAC rät, auf Kurzstrecken die Klimaanlage auszulassen und stattdessen die Fenster zu öffnen. Wer die Temperatur im Auto zu stark herunterkühlt, könne Kreislaufprobleme bekommen.

Der Unterschied zwischen Innen- und Außentemperatur sollte deshalb nicht größer als sechs Grad sein. Wer länger hinter dem Steuer sitzen muss, sollte außerdem während der ersten Minuten die Fenster öffnen, bevor die Klimaanlage eingeschaltet wird.

Auch wenn es eine Selbstverständlichkeit sein sollte: Generell und bei diesem Wetter ohnehin sollte man Kinder und Tiere niemals im Auto zurücklassen. Ein Test des Automobilclubs ergab, dass bereits bei einer Außentemperatur von 28 Grad ein in der Sonne abgestelltes Auto binnen einer Stunde auf 57 Grad erhitzt. Momentan dürften die lebensbedrohlichen Werte sogar noch schneller erreicht sein.

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