Bensheim

Austausch Bürger und Vereine pflegen die Beziehungen zu Bensheims Partnerstädten

Für die Verschwisterungen engagiert

Archivartikel

Bensheim.Die Stadt Bensheim sucht den Kontakt zu anderen Ländern und Städten und pflegt den Austausch mit den Partnerstädten. Es gibt acht Städte oder Gemeinden in Europa, die mit Bensheim verbunden sind: Beaune (Frankreich), Amersham (Großbritannien), Mohács (Ungarn), Riva (Italien), Klodzko (Polen), Hostinné (Tschechien), Manlay (Frankreich), Pfaffenheim (Frankreich).

Viele Bürger, Vereine und Gruppen haben mit engagierten und persönlichen Beiträgen zu den Verschwisterungen beigetragen und damit die Partnerschaften mit Leben erfüllt.

Odenwälder Programm in Mohács

So war bereits im Jahre 1988/89 ein Gesangverein aus Mohács bei Mitgliedern des Gesangvereins in Wilmshausen über das Winzerfest in Bensheim privat untergebracht, berichtet Willi Schmitt aus Zell. Daraufhin organisierte der Vorsitzende des Gesangvereins, Karl Kindinger, über den 1. Mai 1990 einen Gegenbesuch im ungarischen Mohács.

In der Partnerstadt wurde ein Odenwälder Programm auf die Beine gestellt, an dem der Gesangverein, das Glockenduo Jacky Wolf und Wilhelm Rascher sowie die neu gegründete Folkloregruppe unter Leitung von Willi Schmitt mitwirkten.

Alle waren gespannt, wie das abendliche Programm bei den Freunden aus Mohács ankommen würde. Zur Überraschung aller trafen die Darbietungen auf große Begeisterung, denn die Odenwälder konnten hierbei feststellen, wie viele Leute in Mohács deutsch sprachen.

Als Willi Schmitt zwischen den Tänzen Odenwälder Anekdoten erzählte, wurden diese mehrfach belacht: Erst von denen, die die Geschichten gleich verstanden hatten, anschließend von denen, die die Anekdoten übersetzt bekamen. Zur Freude aller ein sehr gelungener Abend. Die Gesamtleitung hatte Karl Kindinger Frau Hofmann und ihrer Tochter übertragen.

Auf dem Programm stand außerdem eine sehr interessante Fahrt mit einer Stadtführung in Budapest sowie vielen Sehenswürdigkeiten rund um Mohács.

Ein oder zwei Jahre später ging die Reise nach Riva. An der Fahrt nahmen wiederum alle Abteilungen und die Folkloregruppe teil. Auch in der italienischen Partnerstadt gab es viel Beifall für die Darbietungen. Die musikalische Begleitung hatte Jacky Wolf übernommen, die organisatorische Leitung hatte Herr Saffertal aus Wilmshausen.

Tänze und Musik in Amersham

Auch die Partnerstadt Amersham in England wurde von der Folkloregruppe des Gesangvereins durch Vermittlung von Gerhard Buch besucht und das von Willi Schmitt eingeübte Programm wurde mit viel Applaus bedacht.

Die Tänze wurden von Heike in Englisch angesagt. Der erste Besuch war während der Wilmshäuser Kerb, da aber in Wilmshausen nicht gefeiert wurde, nahm die Gruppe dieses Engagement an. Beim Festzug fragte Reinhard Mayer: „Willi waoß schbeeleme daon baim Feschdtzug?“ Da gab Schmitt zur Antwort: „Reinhard heute ist Wilmshäuser Kerb – wir spielen den Kerwemarsch.“

Beim Festzug in Amersham selbst fiel den Bergsträßern ein junger Mann auf, der während des Umzugs neben ihrer Gruppe herlief. Abends waren die Gäste aus Bensheim dann bei einem Bürger aus Amersham eingeladen, bei dem sie auf dem Balkon sangen und musizierten.

Um 22 Uhr mussten sich die Musiker wegen der Nachbarschaft in die Wohnung zurückziehen. Auch hier war der junge Mann wieder dabei. „Jetzt wussten wir, warum er im Festzug neben uns hergelaufen war“, erinnert sich Willi Schmitt. „Reinhard und ich mussten den Kerwemarsch so oft spielen, bis der junge Mann ihn auf dem Klavier perfekt nachspielen konnte“, erzählt er.

Die gastgebende Familie berichtete am nächsten Tag, dass in der ganzen Siedlung die Anwohner auf den Balkonen gesessen und sich am Singen und Musizieren der Gäste aus Deutschland erfreut hätten.

Von wegen Sprachbarrieren

Auf der Rückfahrt an die Bergstraße wurde Willi Schmitt gefragt: „Willi, wie machst du denn das, du stehst bei den Engländern, machst deine Witze und die lachen sich bald kaputt. Aber du kannst doch überhaupt kein Englisch.“ Die Antwort des Zeller Originals: „Zällerisch muschdt du lerne!“ Und gab umgehend einige Geschichten, die er selbst erlebt hatte, zum Besten. red

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