Bensheim

Zuzug

Gedanken über Obergrenze für den Wachstum machen

Archivartikel

Die Bensheimer CDU hatte in ihrer Pressemitteilung vom 31. August offen dargelegt, was das Ziel ihrer künftigen Kommunalpolitik ist: Sie möchte Bensheim weiter entwickeln. Damit meint sie, dass sie auch weiterhin die Voraussetzungen dafür schaffen will, dass Bensheims Attraktivität noch weiter gesteigert wird und sich die Einwohnerzahl von Bensheim sowie die Anzahl der Gewerbebetriebe in Bensheim immer weiter erhöht.

Eine Grenze des Wachstums ist für sie nicht einmal vorstellbar, ja ein utopischer Gedanke, auch wenn die Weltprobleme zeigen, dass es kein permanentes Wachstum auf unserem Planeten geben kann – Stichwort Klima-Katastrophe.

Blind für solche Gedanken setzt die Bensheimer CDU dennoch uneingeschränkt auf andauerndes weiteres Wachstum von Bensheim, ohne auch nur ein einziges Mal darüber nachzudenken, welche Nachteile für Bensheim, für die Finanzen der Stadt Bensheim (Stichwort: Schaffung weiterer Infrastruktur) und für die in Bensheim bereits wohnenden Menschen mit einem weiteren Wachstum (weiteren Zuzug nach Bensheim) verbunden sind.

Mehr Verkehr, mehr Lärm

Als Beispiele solcher Nachteile können genannt werden: Mehr Verkehr, mehr Staus, mehr Stop-and-go-Verkehr in der ganzen Stadt, mehr Lärm, ständige, nervenaufreibende Suche nach freien Parkplätzen, schlechtere Luft (erhöhte Feinstaubbelastung), immer stärkere Verdichtung der Bebauung (mit dem damit verbundenen höheren Stress), weitere Versiegelung offener Flächen, mehr Beton anstatt mehr Grün und dadurch stärkere Überhitzung von Bensheim an heißen Tagen, Verlust von Innenstadt-Begrünung. Schrumpfung von „Nah-Erholungsgebieten“ in der Ebene von Bensheim, Zurückdrängung der Natur.

Für diejenigen Bürger von Bensheim, die hier in unserer Stadt bauen oder eine Immobilie käuflich erwerben wollen, werden solche Vorhaben durch den immensen Zuzug nach Bensheim und die dadurch bedingte Verknappung des Baulandes immer teurer. Oft sogar finanziell nicht mehr machbar. Das gilt gleichermaßen für das Anmieten von Wohnungen.

Denn auch die Mieten steigen durch die – durch den Zuzug nach Bensheim bewirkte – Verknappung des Angebotes von Mietwohnungen immer mehr an. Der Wohnungs-Notstand in Bensheim ist erst durch den starken Zuzug nach Bensheim entstanden. Also als eine Folge der „erfolgreichen“ Politik der Bensheimer CDU.

Politik ausrichten

Welche Verbesserungen ihrer Lebensqualität sollen sich denn für die Bensheimer Bürger ergeben, wenn immer nur ein weiteres Wohn- und Gewerbegebiet neben das bereits vorhandene gesetzt, also immer nur das Gleiche wiederholt wird? Sie haben kaum Vorteile davon zu erwarten, sondern eher die oben aufgezählten Nachteile.

Allein die schon jetzt neu entstandenen oder in der Planung befindlichen neuen Wohngebiete (wie Euler-Park, Meerbach-Sportplatz, Gelände der ehemaligen Blindenmission in Schönberg, ehemaliges EKZ-Gelände in der Wormser Straße, Gelände der ehemaligen Brotfabrik in der Werner von Siemens-Straße, neues Wohngebiet in Fehlheim) mit insgesamt 850 bis 900 neuen Wohneinheiten werden das Verkehrs-Aufkommen in Bensheims Straßen deutlich erhöhen.

Hinzu kommen noch einzelne kleinere private Bauvorhaben in Bensheim samt seinen Stadtteilen. Die Stadtverordneten sollten sich endlich einmal Gedanken machen über eine Obergrenze der Bewohner von Bensheim und ihre Politik daraufhin ausrichten.

Willi Helm

Bensheim

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