Bensheim

Pogromnacht Erinnerung am 10. November an die Zerstörung der Synagogen / Reden werden online übertragen

Gedenkfeier findet digital statt

Archivartikel

Bensheim.Vor 82 Jahren, am 10. November, zerstörten lokale Nationalsozialisten die Bensheimer Synagoge. Wie vielerorts wurden damals auch in Bensheim jüdische Bürger von den Nazis verhaftet und in Konzentrationslager verschleppt.

Viele Juden in ganz Deutschland fanden den Tod in den Konzentrationslagern Buchenwald, Dachau und Sachsenhausen. Überall brannten die Synagogen, Bethäuser, jüdische Schulen. Wohnungen und Geschäfte von Juden wurden zerstört und geplündert. Der Judenpogrom 1938 gilt heute als Auftakt zum industriellen Massenmord an den europäischen Juden.

Seit vielen Jahren erinnern am 10. November die Stadt Bensheim und die Geschichtswerkstatt Jakob Kindinger mit einer öffentlichen Gedenkveranstaltung am Bendheimplatz an diese Verbrechen. Treffpunkt war immer der Platz der ehemaligen Bensheimer Synagoge an der Nibelungenstraße oder – bei schlechtem Wetter – der Vorraum zur Anne-Frank-Turnhalle am Bendheimplatz.

In diesem Jahr soll es aufgrund der Corona-Pandemie kein öffentliches Gedenken der in der Regel mehr als 100 Teilnehmer geben. Dennoch will die Geschichtswerkstatt auch in diesem Jahr an Pogrom und Verfolgung im November 1938 erinnern.

Kränze werden niedergelegt

Bürgermeister Rolf Richter und Peter E. Kalb vom Vorstand der Geschichtswerkstatt werden am Dienstag, 10. November, Kränze am Bendheimplatz niederlegen. Die kurzen Ansprachen werden aufgezeichnet. Richter begrüßt für die Stadt, Kalb von der Geschichtswerkstatt hält eine kurze Einführung, Professor Joachim-Felix Leonhard, der als AKG-Schüler mit seiner Klasse den Frankfurter Auschwitz-Prozess an einem Tag besuchen konnte, wird in seiner Ansprache auf die Bedeutung dieses zentralen Gedenktags hinweisen.

Die Reden sowie Bilder von der Kranzniederlegung werden auf der Homepage der Stadt Bensheim (https://www.bensheim.de) und auf der Homepage der Geschichtswerkstatt Jakob Kindinger (www.geschichtswerkstatt-kindinger.de) zu sehen sein. red

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