Bensheim

Corona-Pandemie Sabine Birkemeyer berichtet vom Alltag im Kinderhaus Effax

Geduld und Ausdauer sind täglich gefragt

Archivartikel

Bensheim.Die Corona-Pandemie stellt für alle eine besondere Herausforderung dar, auch für die Kinderbetreuungseinrichtungen. „Im März hat es uns das erste Mal getroffen. Die Schließung der Kita stellte uns nicht nur vor die große Aufgabe, wie wir alle Familien mit ihren Kindern durch die schwere Zeit begleiten können, sondern auch, wie wir die Arbeit in unserem Team organisieren“, gibt Sabine Birkemeyer vom Leitungsteam des Kinderhauses Effax einen Einblick in den Arbeitsalltag, der ab dem Frühjahr gehörig durcheinander gewirbelt wurde.

Kolleginnen aus der Risikogruppe mussten zu Hause bleiben und haben natürlich nicht nur als Arbeitskraft gefehlt, sondern auch für die Stärkung des Teamgeists. „Nach einem halben Jahr, während wir – so nebenbei – zwei verschiedene Konzepte einführten, um entsprechend der Hygienekonzepte exakt agieren zu können, durften auch diese Kolleginnen zu uns stoßen und wir waren wieder komplett“, berichtet Sabine Birkemeyer. „Die Kinder haben die Zeit gut gemeistert, sind jede Veränderung mutig mitgegangen und auch für das Team hieß es, doppelt sensibel zu sein und auch hinter die Kulissen zu schauen. Wir waren nun wieder gut eingespielt“, blickt sie auf das Frühjahr zurück.

Dann kam die Zeit der Lockerungen, in der die Einrichtung zur „normalen“ Öffnung und zum ursprünglichen Konzept zurückgekehrt ist. Auch die Eltern durften ihre Kinder wieder mit einem Mund-Nasen-Schutz in die Einrichtung begleiten. Es herrschte eine entspannte Atmosphäre, da es sich – auch laut Eltern – wieder nach etwas „Normalität“ anfühlte. Das Effax-Team startete wieder kleinere Projekte und organisierte Ausflüge. Die Kinder konnten voll und ganz ihren Interessen nachgehen und wurden altersgerecht gefördert und begleitet. Die Eltern konnten wieder Einblicke in die Kita-Arbeit vor Ort bekommen.

„Jetzt geht alles wieder von vorne los“, dachte Sabine Birkemeyer, nachdem die Infektionszahlen vor einigen Wochen sprunghaft angestiegen sind. Schnell wurde wieder eine ganze Einrichtung umgeplant: Innerhalb von zwei Tagen wurde das Team über die Umstellung informiert und hatte noch Zeit, die Funktionsräume in Gruppenräume umzugestalten. Das Team informierte per Telefon alle Familien persönlich, beantwortete Fragen und ging auf Bedenken ein. Mittlerweile müssen die Eltern ihre Kinder wieder an verschiedene Eingänge bringen und dürfen das Haus selbst nicht betreten.

Hinzu kommt, dass die Arbeit mit den „schlauen Füchsen“ – also die Kinder, die nächsten Sommer in die Schule kommen – jetzt bereits gestartet wäre. Auch diesbezüglich sind alle Pläne erstmal über Bord geworfen. Das Team überlegt stetig, wie man auch dieser Altersgruppe eine ausreichende Plattform bieten kann. „Es herrscht ein stetiger Wandel, alle müssen irgendwie ‚funktionieren‘, und wir müssen versuchen, als Team dem ganzen gewachsen zu sein“, beschreibt Birkemeyer die Situation: „Alle Räume sind gerichtet, die Kinder stehen erwartungsvoll an der Tür, so manche Tränen sind schon geflossen und wir sind täglich bereit, dies alles aufzufangen und auszuhalten“, sagt sie.

Die Kita-Leitung habe nun täglich die Aufgabe, ein sehr gut eingespieltes und selbstständiges Team einerseits voneinander zu isolieren und andererseits trotzdem zusammenzuhalten. „Die Situation könnte konträrer nicht sein. Sie verlangt mehr denn je von uns allen Geduld und Ausdauer. Wir versuchen uns täglich weiterzuentwickeln, um so gut es geht durch diese Zeit zu kommen“, blickt Sabine Birkemeyer verhalten optimistisch in die Zukunft. red

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