Bensheim

Leben in Bensheim

Gemeinsam für den Vogel der Nacht einsetzen

Archivartikel

Bevor wir vor knapp zehn Jahren nach Bensheim kamen, haben wir einige andere hessischen Städte kennengelernt: Seligenstadt, Babenhausen, Dieburg, Butzbach, Friedberg und andere. Aufgrund unserer Erfahrungen sind wir immer wieder bass erstaunt, wenn darüber geklagt wird, dass in Bensheim angeblich zu wenig los sei.

Wir kennen eine Reihe von Fußgängerzonen, in denen deutlich weniger Leben herrscht als bei uns. Es lässt sich ordentlich bis sehr gut einkaufen (Kleidung, Bücher, Käse, Marktstände und vieles mehr), es gibt viele gute Lokale mit Außengastronomie (Kirchberghäuschen), es gibt ein reiches kulturelles Leben (Parktheater, VHS, Bibliothek, Musikschule, zahlreiche Chöre, PiPaPo, Pegasus, OpernAir im Fürstenlager), ein gut entwickeltes kirchliches Leben in ökumenischer Offenheit mit starken diakonischen Angeboten (Hospiz und vieles mehr).

Es gibt hervorragende Sportangebote, ein breitgefächertes schulisches Angebot auf hohem Niveau, wir haben eine großartige Landschaft um uns herum, auf die geachtet wird (Naturschutzzentrum), eine wachsende Zahl von Arbeitsplätzen, eine gute Verkehrsanbindung zu gleich zwei Ballungsräumen und attraktiven Nachbarorten, eine modern aufgestellte Stadtverwaltung mit sozialpolitisch durchdachten Schwerpunkten (Kinderbetreuung, humaner Umgang mit Flüchtlingen).

Das Nörgeln satter Leute

Dazu verfügen die Menschen in Bensheim über eine ausgeprägte Feierlust (Winzerfest, Bürgerfest, Weihnachtsmarkt, Neujahrsempfang, Gebietsweinprobe, Eysoldt-Ring-Verleihung) und leisten sich eine diskussionsfreudige Stadtgesellschaft. Das ist alles ganz schön beeindruckend, wie wir finden.

Wir denken nicht, dass hier alles viel besser ist als anderswo, aber wir wissen, dass es anderswo oft weit weniger gut ist als hier. Darum kommt uns – ehrlich gesagt – manche besonders in letzter Zeit vorgetragene Kritik wie das Nörgeln satter Leute vor. Manchmal reicht sie – vor allem was den Ton angeht – sogar an das Verhalten quengliger Kinder nach einem zu kurzen Mittagsschlaf heran, denen man bekanntlich aber auch gar nichts recht machen kann.

Das Beste, was Stadt zu bieten hat

Einen Verbesserungsvorschlag haben aber auch wir noch parat: Bitte, lasst uns alle gemeinsam dafür sorgen, dass das Festival Vogel der Nacht nicht eingestellt wird. Es verkörpert mit das Beste, was diese Stadt zu bieten hat: Menschenfreundliche Kultur, die nicht ausgrenzt, sondern viele einschließt, und ein bisschen Hippie-Gefühl an die Bergstraße bringt.

Bei so viel Geld und gutem Willen, den es hier gibt, müsste es doch möglich sein, dass der Vogel weiter fliegen kann. Vielleicht gründet sich ein Förderverein? Wir sind bereit, dazu etwas beizutragen.

Doris und Hans-Joachim

Greifenstein

Schwanheim

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