Bensheim

Austausch Workshop in der Friedensschule Monte Solo

Goethe-Schüler in Brisighella

Bensheim.45 Schülerinnen und Schüler des Bensheimer Goethe-Gymnasiums und ihre fünf Lehrer haben die Zwingenberger Partnerstadt Brisighella besucht und sind dort mit offenen Armen empfangen worden – unter anderem im Rathaus vom frisch gewählten Bürgermeister Massimiliano Pederzoli.

Der traditionell intensive Austausch der hessischen Europaschule mit der Region Emilia-Romagna geht inzwischen ins zehnte Jahr und erlebte in dieser Runde eine inhaltliche Erweiterung.

Während der Großteil der Gruppe in Brisighella und auf Exkursionen nach Florenz und Cervia die im Unterricht erlernten Italienischkenntnisse unter Beweis stellen konnte, ging es für zwölf Geschichtsbegeisterte und zwei Lehrkräfte am zweiten Tag weiter zur Friedensschule nach Monte Sole.

Die Gebirgskette des Monte Sole im Hinterland des heutigen Marzabotto war gegen Ende des Zweiten Weltkriegs im Herbst 1944 Schauplatz von Massakern an der italienischen Zivilbevölkerung, die deutsche Nationalsozialisten unter Beteiligung italienischer Faschisten an 115 verschiedenen Orten verübten. 770 Menschen fielen der siebentägigen Operation der SS zum Opfer, darunter allein 216 Kinder.

Zurück blieben die Ruinen von Kirchen und Gehöften in einem menschenleeren Gebiet, das heute Gedenkstätte ist.

Die am Monte Sole errichtete Friedensschule erinnert an das Massaker, versteht sich aber insbesondere als ein Ort der Begegnung für eine friedliche Zukunft.

So finden in der Schule zum Beispiel regelmäßig Begegnungen zwischen jungen Palästinensern und Israelis statt.

In den drei Tagen ihres Workshops arbeiteten sich die Schüler von Maximiliane Gobes und Florian Schreiber intensiv in die Hintergründe und die Psychologie des Massakers ein und bereiteten einfühlsame Führungen für ihre Mitschüler vor, die am letzten Aufenthaltstag aus Brisighella zu ihnen stießen.

Unterricht am Ort des Massakers

Der Geschichtsunterricht am Ort der Massaker wurde für alle Beteiligten zu einem eindrücklichen Erlebnis. „Jeder nimmt von dieser Reise mehr mit, als von einem Kapitel im Geschichtsbuch“, kommentierte Moritz Bischof. „Es wäre wünschenswert, wenn in den nächsten Jahren weitere Jugendliche dieses beeindruckende Projekt erleben könnten.“ red

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