Bensheim

Riva-Freunde Am Dienstag Vortrag von Literaturwissenschaftler

Goethes erste italienische Reise

Bensheim.„Wie der Fisch im Wasser“ lautet der Titel eines Vortrags des Literaturwissenschaftlers Prof. Albert Meier über Johann Wolfgang von Goethes erste italienische Reise von 1786 bis 1788. Der Dichterfürst steckte im Sommer 1786 in einer Krise, da ihm bewusst wurde, dass er bedingt durch seine rastlose Berufstätigkeit seine Autorenschaft vernachlässigt hatte, was seine eigenschöpferischen Kräfte zu ersticken drohte.

Die Italienreise war die maßgebende Entscheidung seines Lebens, nämlich der Abschied von der Vergangenheit, von der Welt der Jugend mit ihren Wirren und die Hinwendung zum freien hellen Reich des Südens.

Die beinahe zweijährige Reise hat Italien dauerhaft zum Sehnsuchtsort aller Deutschen gemacht, die sich im Süden von den „physisch moralischen Übeln zu heilen“ hofften, welche mit dem prosaischen Alltagsleben im Norden verbunden waren.

Genau gesehen verdankt sich dieses Italienglück des Weimarer Dichter-Ministers allerdings vor allem den Kunstschätzen Roms und erst recht seinem freien Leben als „Künstlerbursche“ im Kreis der deutsch-römischen Malerfreunde, während insbesondere Sizilien zuvor als ästhetischer Schock erfahren wurde.

Der bildgestützte Vortrag erläutert Goethes Italien-Erlebnisse in ihrer biografisch-ästhetischen Abfolge und zeigt auf, wie sich daraus die Idee einer neuen Klassik für Deutschland entwickeln ließ.

Der Freundeskreis Riva lädt zu diesem Vortrag ein, der am Dienstag (12.) um 19.30 Uhr stattfindet – ausnahmsweise in der Mensa der Karl-Kübel-Schule, Berliner Ring 38. Der Eintritt ist frei, Gäste sind willkommen. Peter J. Zeyer

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