Bensheim

Modellbahnwagen Auszeichnung für Firma Busch

Goldenes Gleis für Bensheimer Designer

Archivartikel

Bensheim.Im Rahmen der Leserwahl der Verlagsgruppe Bahn in Fürstenfeldbruck hat der Viernheimer Hersteller von Modellbahnzubehör Busch für den neu konstruierten Seitenkipper-Güterwagen „Fakks 127“ in der Baugröße TT die begehrte Auszeichnung das „Goldene Gleis“ 2018 erhalten.

Der Preis in der Form eines goldenen Schienenstrangs gilt als „Oscar der Modellbahnbranche“ und wird jedes Jahr in verschiedenen Produktgruppen für Modellfahrzeuge und Zubehör für die Modelleisenbahn vergeben. Die Preisverleihung der VG Bahn fand unter dem Beisein zahlreicher Branchenvertreter im historischen Lokschuppen der „Öchsle-Bahn“ am Bahnhof im schwäbischen Ochsenhausen statt.

Durch das Programm der Preisverleihung führte Fernsehmoderator Hagen von Ortloff von der Sendung „Eisenbahn-Romantik“. Der Bensheimer Designer Richard Storch, angestellt bei der Firma Busch, nahm den Preis vom Laudator der Verlagsgruppe, Christoph Kutter, entgegen.

Abenteuerliche Vorbereitung

In seiner Dankesrede berichtete Storch von der abenteuerlichen Vorbereitung des Projektes: „Nachdem wir uns für die Umsetzung des Seitenkippwagens entschlossen hatten, fehlten uns die Abmessungen für die Neukonstruktion des Modellfahrzeuges. Der französische Hersteller der großen Vorbilder ist zwischenzeitlich in einem fernöstlichen Großkonzern aufgegangen und von dort waren keine Pläne zu erhalten. Nach intensiver Recherche konnten wir herausfinden, dass noch einige von den Originalfahrzeugen aus den 80er Jahren im täglichen Bahnbetrieb unterwegs sind und bekamen einen Zuglaufplan zugespielt, der besagte, dass ein Zug bestehend aus mehrerer der Waggons wöchentlich im Güterbahnhof Homburg/Saar zum Entladen halt macht.

Man begab sich also mit Maßskizzen und Zollstock „bewaffnet“ frühmorgens vor Ort, um die erforderlichen Maße abzunehmen. Einem freundlichen Bahnmitarbeiter sei es zu verdanken, dass man sich kurzfristig auf dem Betriebsgelände aufhalten durfte. „Eile war geboten, denn der Zug hielt zum Entladen nur eine Stunde und die Vermessungsaktion fand bei laufendem Betrieb auf dem Bahngelände statt“, so Storch.

Hohe Investitionskosten

Die im Güterbahnhof rangierenden Loks wurden per Funk auf die „Fremdarbeiter“ im angedeuteten „Bahn-Outfit“, bestehend aus Warnweste aus dem Kofferraum und Schutzhelm aus dem Baumarkt, aufmerksam gemacht und so konnte man entsprechend gesichert die benötigten Maße dann direkt am Zug abnehmen.

Offensichtlich hat sich die Mühe gelohnt, denn der Güterwagen bekommt viel Zuspruch von zufriedenen Kunden und wird künftig noch in vielen Druck- und Farbvarianten auf dem Markt erscheinen und entsprechend verkauft werden. Dies sei wirtschaftlich auch notwendig, denn die Entwicklungs- und Formkosten für ein Modellfahrzeug in dieser Qualität bewegen sich für den Hersteller in einem fünfstelligen Euro-Bereich. Die Investition befindet sich in einer Größenordnung, für die man sich auch alternativ ein fabrikneues Top-Modell der sogenannten „C-Klasse“ aus Sindelfingen zulegen könnte, erläuterte der Designer. red

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