Bensheim

Marktplatz Vereinigung will nach dem Abriss der Immobilie einen Neubau verhindern

Haus am Markt: „Mutbürger“ fordern Denkpause

Archivartikel

Bensheim.Der Abriss des Hauses am Markt schreitet weiter sichtbar voran. Die „Vereinigung der mutigen Bürger“ (VdmB) nimmt die aktuelle Entwicklung zum Anlass, um sich erneut zum Großprojekt zu äußeren.

Der Abriss sei bedauerlicherweise nicht mehr abzuwenden, heißt es in der Stellungnahme. Die Initiative hatte sich seit ihrer Gründung im Spätsommer 2018 dafür eingesetzt, den 70er-Jahre-Bau zu erhalten. Weil dies augenscheinlich nicht mehr möglich ist, hat man nun ein neues Ziel ausgegeben: „Die VdmB wird versuchen, den vorgesehenen Protzbau für acht bis zehn Millionen Euro Steuergeld zu verhindern.“ Woher die Vereinigung die Kostenermittlung für das Vorhaben hat, wird nicht genannt. Stadt und MEGB als Bauherr gehen nach wie vor davon aus, dass Abriss und Neubau rund 6,8 Millionen Euro kosten werden.

Schöner Blick auf die Kirche

Der Haushalt der Stadt Bensheim steckt nach Aussage von Finanzdezernent Adil Oyan (Grüne) „in Turbulenzen“. „Wir befinden uns schon jetzt in einer Rezession und es wird zu wesentlich niedrigeren Steuereinnahmen kommen. Außerdem benötigt die Stadt mehr Geld für Kindergärten“, erklärt die Vereinigung.

Ein weiterer Vorteil des Neubauverzichts wäre laut „Mutbürgern“ ein „schöner, offener Blick auf die Kirche“. Der frei werdende Platz davor könnte kreativ, zum Beispiel für eine Grünfläche mit Sitzplätzen, genutzt werden. Dieser Wunsch sei von vielen Bürgern während der samstäglichen Befragung bei den VdmB-Infoständen in der Innenstadt geäußert worden.

Die „mutigen Bürger“ rufen deshalb die Verantwortlichen zu einer kreativen Denkpause von ein bis zwei Jahren auf, schreiben sie weiter. In der gewonnenen Zeit könnte eine Bürgerbefragung erfolgen, ob ein Neubau, eventuell kleiner, gewünscht werde oder lieber eine schöne Freifläche mit freier Sicht auf die Kirche. Hierbei wären auch die angrenzenden historischen Gebäude miteinzuplanen.

Zur Gestaltung der entstehenden freien Fläche schlägt die Vereinigung einen Wettbewerb vor. Teilnehmen könnten beispielsweise Bürger, Schüler und Studenten. „Wertvolles Steuergeld würde so nicht verschwendet“, meint die Initiative abschließend. dr/red

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