Bensheim

Evangelische Kirche Dekanat Bergstraße fördert den theologischen Nachwuchs / Theologiestudentin Valerie Voll aus Bensheim kommt aus einer Pfarrer-Familie

Hebräisch und Latein sind die dicksten Brocken

Archivartikel

Bensheim/Bergstraße.Angesichts steigender Pensionierungszahlen will die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) verstärkt theologischen Nachwuchs fördern und gewinnen. Aus dem Dekanat Bergstraße kommen aktuell sieben Theologiestudierende. Eine davon ist Valerie Voll aus Bensheim.

Abitur an der Liebfrauenschule

Sie hat an der Bensheimer Liebfrauenschule Abitur gemacht und studiert jetzt im zweiten Semester evangelische Theologie an der Universität Mainz. Der dickste Brocken sind für sie die Sprachen Hebräisch, Griechisch und Latein. Die Prüfungen stehen noch aus. „Ich habe aber auch schon Vorlesungen in Kirchengeschichte, Bibelkunde und allen anderen Teilgebieten besucht. Das ist hoch interessant und macht mir richtig Freude.“

Dabei war sich Valerie Voll lange Zeit sicher, dass sie niemals Theologie studieren wolle. Pfarrerinnen und Pfarrer gebe es in ihrer Familie schließlich genug. Zwei Großväter und eine Großmutter sind Theologen sowie die eigenen Eltern. Ihre Mutter Uta Voll ist Pfarrerin in Gronau/Zell und Schönberg-Wilmshausen, ihr Vater Konja Voll Propsteikantor in Bensheim.

Erst nach dem Abitur habe sie sich anders entschieden. „Bei den Abi-Vorbereitungen habe ich gemerkt, dass es Spaß macht, in die Tiefe zu gehen und sich intensiv mit einem Thema auseinanderzusetzen. Im Religionsunterricht sind für mich wichtige Fragen angesprochen worden.“ Dazu gehörten die Theodizeefrage, warum Gott etwas zulassen könne, die Bibelauslegung oder auch die Religionskritik von Feuerbach und Marx. Und Valerie Voll sagte sich: „Studiere doch das, was dir wichtig ist.“

An der Theologischen Fakultät in Mainz hatte sie im ersten Semester mit 20 Mitstudierenden begonnen. Mit ihr hatten sich nur weitere zwei junge Menschen bereits für den Pfarrberuf als Ziel entschieden, die meisten wollen Religionslehrer werden.

Von der Studienbegleitung der EKHN, bei der es auch um berufsrelevante Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Selbstreflexion und kommunikative Fähigkeiten geht, hat Valerie Voll nach eigenen Angaben vor allem über die Studentensprecher erfahren. Einen ersten direkten Kontakt werde sie im Laufe des Januars mit der Landeskirche haben.

Gute berufliche Aussichten

Der Bergsträßer Dekan Arno Kreh machte sie auf die Möglichkeit von Praktika aufmerksam, bei denen das Dekanat Unterstützung leisten könne. „Ob in der Gefängnis- oder der Klinikseelsorge oder im diakonischen Bereich – Praktika können für die eigene Orientierung sehr wichtig sein.“

Auch das Dekanat selbst biete mit den Fachstellen im Haus der Kirche etwa für Ökumene, Gesellschaftliche Verantwortung, Kindergottesdienst, Bildung oder Jugendarbeit Praktikumsplätze. Dieses Potenzial könnten sich Theologiestudierende zunutze machen.

Außerdem erhalte jede und jeder Theologiestudierende, der aus dem Bergsträßer Dekanat komme, pro Semester 50 Euro Büchergeld, erläuterte Dekan Kreh.

Die beruflichen Aussichten für Pfarrerinnen und Pfarrer gelten als sehr aussichtsreich. Pro Jahr möchte die EKHN mindestens 40 junge Pfarrerinnen und Pfarrer neu einstellen. Doch der Bedarf ist ab 2020 deutlich höher. Ab diesem Jahr geht die „Baby-Boomer-Generation“ in den Ruhestand. Die Pensionierungszahlen steigen dann auf bis zu 100 jährlich. red

Info: Weitere Informationen zum Theologiestudium und kirchlichen Berufen im Internet unter: https://machdochwasduglaubst. ekhn.de

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