Bensheim

Vogel der Nacht & Co. In diesem Sommer wird auf der Freilichtbühne in Heppenheim gespielt / Fundraising-Aktion zur Mitfinanzierung / Schwierige Sponsorensuche

Hegenbarth baut Festival-Reihe aus

Bensheim.Ideen? Die gehen Harry Hegenbarth (Bild) und seinem Team so schnell nicht aus. Als eindrucksvoller Beleg dient seine sommerliche Festivalreihe, die er in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut hat. Mit viel Live-Musik, einem unterhaltsamen Kinderprogramm und dem Talent, aus den Spielstätten mit Illuminationen und einem Händchen für Details kleine Wohlfühloasen zu machen, hat er Publikumsmagnete kreiert – wenn das Wetter mitspielt.

2017 allerdings war für das Team fast komplett ein Schlag ins Wasser. Zu nass und zu kalt war es bis auf wenige Ausnahmen. Das macht sich am Ende des Tages natürlich bei den Finanzen bemerkbar – zumal Hegenbarth darauf besteht, keinen Eintritt zu verlangen, um den freien Charakter seiner Veranstaltungen nicht zu verfälschen. „Damit auch weiterhin Menschen unabhängig von ihrer sozialen Herkunft die Möglichkeit haben, unsere Festivals zu besuchen, ist die kostenlose Eintrittspolitik eines unserer höchsten Gebote“, betont der Initiator im Gespräch mit dieser Zeitung.

Von wirtschaftlichen Zwängen kann aber auch er sich nicht befreien. „Vor allem, weil die Kosten stetig steigen, es auf der anderen Seite jedoch schwieriger wird, Sponsoren zu gewinnen“, bedauert Hegenbarth. Vor wenigen Tagen hat er deshalb mit der Bensheimer Plattform Fundernation eine Fundraising-Aktion gestartet. Unter der Überschrift „Festival(t)verbesserer“ können Unterstützer spenden – von zehn Euro aufwärts.

Die Spender haben, neben „unendlicher Dankbarkeit und einem guten Karma“ (Hegenbarth), die Möglichkeit, abhängig vom Betrag, ein paar nette Geschenke abzustauben. T-Shirts, Kulturbecher und Aufkleber sind in der Verlosung, außerdem ein paar echte Kracher: Gibt jemand mehr als 3334 Euro, lässt sich Harry Hegenbarth Bart und Haupthaar scheren.

Bei mehr als 10 000 Euro veranstaltet die Showmaker-Mannschaft im Garten des Geldgebers ein Mini-Festival. Wie gesagt: Um Ideen ist man nicht verlegen.

„Wir probieren das jetzt mal aus und hoffen, dass einiges zusammenkommt“, hofft der Familienvater auf einige Resonanz. Ansonsten könnte es durchaus sein, dass im nächsten Jahr die Notbremse gezogen und nicht mehr jedes Festival auf die Beine gestellt wird.

Freier Eintritt und Kulturbecher

In diesem Jahr gibt es aber das bekannte Paket plus einen Neuzugang. Erstmals werden die Showmaker in Heppenheim aktiv. Auf der Freilichtbühne veranstalten sie vom 5. bis 8. Juli das „Maiberg Open Air Festival“ mit einem „kunterbunten Programm“ aus Musik, Kinderbelustigung und Feuershows. Womöglich kommt auch noch eine Runde WM-Gucken auf einer großen LED-Leinwand dazu, weil an diesen Tagen das Viertelfinale in Russland ausgetragen wird. Gesichert ist die Live-Übertragung aber noch nicht.

Zwei Jahre hatte Hegenbarth intensive Gespräche mit der Stadtverwaltung in der Kreisstadt. An der Freilichtbühne ist er schon länger interessiert: „Eine wunderbare Location mit Blick ins Tal und hoch zur Starkenburg.“ An den Grundprinzipien wird auch dort festgehalten: Der Eintritt ist frei, ein Kulturbecher zur Refinanzierung kann für vier Euro erworben werden.

Bevor die Premiere ansteht, geht es zunächst nach Zwingenberg und Lorsch. Zum zehnten Mal wird Stadtparkustik auf die Beine gestellt – in diesem Jahr vom 13. bis 17. Juni. Zum Abschluss sonntags gibt es auf Großleinwand das Eröffnungsspiel der deutschen Nationalmannschaft zu sehen.

Vom 27. Juni bis 1. Juli schlägt das Team zum sechsten Mal im Lorscher Birkengarten auf – ein Tag länger als bisher. Zur Eröffnung wird ebenfalls die Fußball-WM über eine LED-Wand zu sehen sein.

Nach Heppenheim haben die Festivalmacher aber kaum Zeit für eine Atempause. „Phungo“ auf dem stillgelegten Gelände des Pfungstädter Schwimmbads bietet vom 12. bis 27. Juli alles, was der Showmaker-Baukasten an kreativen Ideen hergibt. Weil das Gelände etwas außerhalb liegt, „können wir dort ein bisschen mehr auf die Pauke hauen“.

Zum Abschluss, traditionell in der letzten Woche der Sommerferien, wird das Federvieh aus seinem Käfig in den Bensheimer Stadtpark entlassen. „Vogel der Nacht“, laut Hegenbarth die Mutter seiner Open-Air-Festivals, geht in die 14. Runde. Vom 31. Juli bis 5. August erwartet die Besucher ein gewohnt hochklassiges Bühnenprogramm, Mitmachaktionen und vieles mehr – bei hoffentlich schönem, trockenen Sommerwetter. „Noch einmal wollen wir nicht so bedröppelt im Regen stehen wie 2017“, so Hegenbarth.

Dass nicht an allen Terminen die Sonne scheinen dürfte, ist ihm bewusst. Aber Ausfallerscheinungen wie im vergangenen Jahr, als es bis auf Zwingenberg, mehr feucht als trocken war, „stellen uns vor große Probleme. Das müssen wir versuchen abzusichern“. Ein Weg ist die neue Fundraising-Aktion, zudem geht die Suche nach potenziellen Sponsoren weiter. Damit die Festival-Reihe, die den Sommer an der Bergstraße und im Ried so sehr bereichert, auch über 2018 hinaus eine Zukunft hat.

Info: Fundraising-Aktion unter www.fundernation.eu

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