Bensheim

Heilig-Geist-Hospital Medizinisch-technologische Deutschland-Premiere im Bensheimer Krankenhaus

Herzschrittmacher per App überwachen

Archivartikel

Bensheim.Nachdem bereits Ende Juni der deutschlandweit erste 3D-4K Endoskopie-Turm in Betrieb genommen wurde, sorgt das Heilig-Geist-Hospital (HGH) nun mit der Implantation eines Hightech-Herzschrittmachers auch im Bereich der Kardiologie für eine Deutschlandpremiere.

Der Herzschrittmacher wurde für die sichere drahtlose Kommunikation über Bluetooth vollständig neu entwickelt, ohne dabei die Langlebigkeit zu beeinträchtigen. Mit der BlueSync-Technologie kann direkt mit einer patienteneigenen mobilen Plattform (App) kommuniziert werden. Hierdurch erhalten Patient und behandelnder Arzt zeitnahe Warnmeldungen zu klinisch relevanten Ereignissen wie das Vorhofflimmern – dieses kann zeitnah und genau erkannt werden. „Das Heilig-Geist-Hospital festigt somit bundesweit seine Stellung als medizin-technologischer Vorreiter“, heißt es in einer Mitteilung der Klinik.

Der neue Herzschrittmacher von Medtronic ermöglicht die Überwachung der Herztätigkeiten mit Hilfe einer App und bringt für die Patienten große Vorteile mit sich. Mussten diese zuvor zwei Mal im Jahr zur Nachkontrolle den Arzt aufsuchen, ist dies mit der neuen Technologie nicht mehr notwendig.

Ungleichmäßigkeiten werden eigenständig erkannt und an den Arzt gemeldet. Den Arzt müssen Betroffene nur noch dann aufsuchen, wenn dieser Handlungsbedarf sieht. Sind die aufgezeichneten Werte jedoch in Ordnung, braucht es keine Nachuntersuchung.

Neben der einfachen mobilen Bedienung über eine App zeichnet sich das Modell durch seine besonders lange Lebensdauer aus. Herkömmliche Geräte haben eine durchschnittliche Laufzeit von sechs bis zehn Jahren. Danach ist die Batterie erschöpft und ein neuer Herzschrittmacher muss eingesetzt werden.

Mit der neuen Spitzentechnologie kann eine erneute Operation weit nach hinten verschoben werden. Im Schnitt weist das neue Gerät eine Lebensdauer von 15 Jahren auf. Der Schrittmacher erkennt herzeigene Aktionen und gibt erst dann elektrische Impulse an das Herz ab, wenn die patienteneigene Herzaktion aussetzt. Je nachdem wie oft der Schrittmacher in Einsatz kommt, kann die Lebensdauer sogar auf bis zu knapp 18 Jahre steigen.

Und noch einen weiteren Vorteil bringt der neue Herzschrittmacher mit sich. Im Gegensatz zu vielen anderen Modellen sind mit ihm Ganzkörper-MRT-Untersuchungen möglich. Die Bedingungen hierfür sind einfach: keine MRT-Ausschlusszone, keine Begrenzung der Patientenkörpergröße und keine Begrenzung der MRT-Dauer.

Chefärztin Dr. Brigitte Tost (Bild), welche im Sommer 2017 vom Theresienkrankenhaus Mannheim nach Bensheim wechselte, freut sich über die neuen Möglichkeiten, die ihr am Heilig-Geist-Hospital geboten werden. „Medizinische Innovationen wie das neue Herzschrittmacher-Modell bringen erhebliche Vorteile mit sich und erleichtern den Alltag und den Nachsorgeaufwand für die Betroffenen. Durch unsere exponierte Stellung und Vernetzung im Bereich der Medizintechnik, können wir unseren Patienten die fortschrittlichsten medizinischen Möglichkeiten bieten. In der Region nehmen wir hier eine Vorreiterstellung ein. Die Implantation des neuen Schrittmachers erfolgte bereits vor dem offiziellen Verkaufsstart in Deutschland.“

Medizinprodukte durchlaufen im Rahmen der Entwicklungs- und Zulassungsprozesse umfangreiche technische und klinische Tests, bevor sie in der Praxis benutzt werden. Bei Herzschrittmachern müssen sich neue Modelle zirka 40 000 Prüfstunden, im Rahmen von Produkt- und Qualitätstest, unterziehen. Diese unterliegen internationalen Normen für Qualitätsmanagement und gewährleisten eine optimale Patientensicherheit. red

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