Bensheim

Tag der Jugend beim Winzerfest Drei Bands bieten beim Mini-Musik-Festival kontrastreiches Programm

Hip-Hop und große Sprünge in der „Slobos-Kurve“

Bensheim.Am Freitag, dem traditionellen Tag der Jugend auf dem Winzerfest, wurde die „Slobos-Kurve“ wieder zum Schauplatz eines Mini-Musik-Festivals. Drei Acts der jüngeren Generation gaben sich dort die Ehre: Die Bands Crone und Sin of Escape aus Bensheim sowie die Bonner Hip-Hop-Formation SpiegelBild boten ein kontrastreiches, abendfüllendes Programm.

Das Sextett „Crone“ startet mit rockigen Tönen. Zur Begrüßung heißt es: „Welcome to the Jungle“. Der Hit von Guns’n’Roses kam mit der zugehörigen Attitüde rüber. Die Gruppe, die sich 2017 als Schülerband am Bensheimer Goethe-Gymnasium gründete, spielte selbstbewusst auf. Zu ihr gehören Linus Kugler (Gesang, Keyboard), Rosa Lachnit (Gesang), Valentin Hirt und Yannick Dreiling (beide Gitarre), Theodor Schmitt (Bass) und Robin Mäncher (Schlagzeug).

Das Set aus Coversongs, das die Band für den Abend zusammengestellt hatte, bewegte sich zwischen Heavy Metal und Soft-Rock. Diese werden mit Metallicas „Enter Sandman“ und „For Whom The Bell Tolls“ sowie „Wet Sand“ von den Red Hot Chili Peppers abgesteckt. Dazwischen bedienen Crone verschiedene Spielarten der Rockmusik, vom fidelen Pop-Punk eines „Holiday“ von Greenday über Queens rassige Hard-Rock-Nummer „Tie Your Mother Down“ hin zum Dark-Rock der schwedischen Band Ghost („Square Hammer“) und düsterem Emo-Rock der kanadischen Gruppe Three Days Grace („Fallen Angel“).

Als Zugabe folgen die Stimmungsgaranten „Seven Nation Army“ von den White Stripes und „Rock and Roll All Night“ von Kiss.

Die Bensheimer Alternative-Rocker von Sin of Escape sind unter den Bergsträßer Nachwuchsbands inzwischen eine feste Größe. Die Band, die aktuell mangels Bassist nur als Trio unterwegs ist, zeigte sich beim Winzerfest routiniert und extrovertiert. Die Bass-Tracks werden per Playback ergänzt, klanglich ist also alles im Lot. Die dargebotenen Songs sind fast ausschließlich Eigenkreationen. Obwohl Einflüsse aus den Genres Metalcore und Post-Hardcore noch spürbar sind, haben sich Sin of Escape inzwischen eher dem Alternative Rock angenähert. An harten Riffs fehlt es nicht, aber auch melodische Passagen und Akkordbrechungen sind zahlreich. Sänger Dominik Bertsch variiert meist zwischen klarem und angerautem Gesang, auf Screaming verzichtet er fast vollständig.

In Sachen Songwriting muss man der Band durchaus Reife bescheinigen. Die Gitarren-Parts von Bertsch und Lead-Gitarrist Patrick Leinert sind gut aufeinander abgestimmt und werden von Schlagzeuger Moritz Wodtke solide untermauert. Die Drei beschreiten einen Mittelweg zwischen Komplexität und Eingängigkeit, wissen Stilelemente passend einzusetzen. Auch die kreative Verwandlung des Rap-Rock-Songs „Ride“ von Twenty One Pilots gelingt. Komplettiert wird der Konzertabend von der Hip-Hop-Combo SpiegelBild aus Bonn. Die setzt sich zusammen aus den MCs Paul Kurz und Niklas Tischer sowie DJ Tobias Scholz. Die Texte, die größtenteils von Kurz stammen, sind geprägt von Nachdenklichkeit und Melancholie, behandeln auf poetische Weise die Sorgen und Nöte des Alltags.

Mitunter verbreitet das Trio aber auch gut gelaunte, sommerliche Vibes. Eine Mischung aus Rap und Gesang, dazu lässige Beats und verträumte elektronische Klangflächen bestimmen den Sound. das

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