Bensheim

FDP Mandatsträger und Vorstandsmitglieder befragten Bensheimer zu kritischen kommunalen Themen

In der Innenstadt fehlt ein Nahversorger

Bensheim.Sehr zufrieden sind die Bensheimer Freidemokraten mit dem Verlauf und den abermals aussagekräftigen Ergebnissen ihrer diesjährigen Passantenbefragung in der Innenstadt, an welcher rund 100 Personen teilnahmen.

Nur 14 Prozent nutzen Stadtbus

Wie in jedem Frühjahr standen Mandatsträger und Aktive der FDP in der Fußgängerzone am Infostand und holten mittels Fragentafel und blauen oder roten Klebepunkten die Meinung der Bürger zu einigen kritischen kommunalen Themen ein.

Verkehr: Das Dilemma beim Stadtbus wurde dadurch deutlich, dass zwar über 80 Prozent angaben, den Stadtbus zu kennen, aber nur rund 14 Prozent ihn auch nutzen. Das decke sich, so Stadtverordneter Tobias Fischer, mit den Beobachtungen, die viele Bürger immer wieder bezüglich der wenigen Passagiere machten.

Mit den Verkehrsregelungen in Bensheim und hier besonders in der Wormser Straße sind über 78 Prozent der Befragten unzufrieden, was den stellvertretenden Ortsvorsteher von Bensheim-Mitte Thorsten Eschborn wenig überrascht.

Die FDP hatte schon vor geraumer Zeit ein besseres Verkehrskonzept für Bensheim und hier besonders für Stadtmitte und den Westen angemahnt, vor allem vor dem Hintergrund der Neubürger, die durch die Baugebiete ehemaliges Eulerfabrikgelände, ehemaliges Autohaus in der Heidelberger Straße, ehemalige Brotfabrik, ehemaliges EKZ an der Wormser Straße und nicht zuletzt Meerbachsportplatz alleine im Stadtgebiet in den nächsten Monaten und Jahren zu erwarten seien.

Bürgerhaus: Drei Viertel der befragten Passanten lehnen die fast neun Millionen Euro teure Sanierung des aus FDP-Sicht betriebstauglichen Bürgerhauses ab. Nur ein Viertel findet die Maßnahme gut. Noch deutlicher fiel die Ablehnung bezüglich Abriss und Neubau des Hauses am Markt aus. Rund 85 Prozent der Umfrageteilnehmer erteilten dem Vorhaben eine Absage.

Bahnhof: Nach ihrem Gefühl in Bezug auf den Bahnhof und sein Umfeld und hier besonders in den Abendstunden befragt, äußerten 76,5 Prozent der befragten Bürger, dass sie sich nicht sicher fühlten. Das sei ein nach wie vor hoher Wert und zeige, dass die bisherigen Maßnahmen zur Verbesserung der Situation zumindest beim subjektiven Gefühl der Bürger nicht viel bewirkt hätten, meint FDP-Chef Holger Steinert.

Einkaufen in Bensheim: Abschließend wollten die Freidemokraten von den Passanten wissen, welche Geschäfte oder Einrichtungen ihnen in der Innenstadt fehlen. Am deutlichsten wurde dabei, dass nach Schließung des früheren Supermarkts unter dem Neumarkt ein Nahversorger im Sinne Supermarkt beziehungsweise Lebensmittelgeschäft vor allem von den älteren Innenstadtbewohnern schmerzlich vermisst werde.

Investoren anlocken

Natürlich sei der FDP klar, dass die Stadt nicht Betreiber eines Supermarktes in der Innenstadt werden könne und solle, aber die Stadt sei jedoch für die Rahmenbedingungen zuständig, die Investoren anlockten oder abschreckten, so Vorstandsmitglied Silvia Petri. Ebenfalls von einer nennenswerten Anzahl Befragter wurde ein Fischgeschäft, klassische Bierkneipen und Weinstuben, gehobene Gastronomie und Cafés besonders am Marktplatz und Geschäfte für den Bedarf hochwertiger Kleidung genannt.

Marktplatz: Aber auch Wünsche bezüglich mehr Sitzbänken, einer Marktplatzuhr, einer Markthalle am Marktplatz, einheitlicher und längerer Öffnungszeiten des Einzelhandels und mehr gebührenfreier Parkplätze in der Innenstadt wurden geäußert.

Die Bensheimer FDP will die Ergebnisse ihrer Passantenbefragung in der nächsten gemeinsamen Sitzung von Vorstand und Fraktion am 23. April beraten, bewerten und Schlüsse für die weitere Behandlung daraus ziehen. red

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