Bensheim

Auswanderer Familienforscherin Ina Medici aus den USA war mit ihrer Familie in der Heimat ihrer Vorfahren zu Gast

In Hochstädten den Ahnen auf der Spur

Archivartikel

Hochstädten.Bei einer Rundreise auf den Spuren der deutschen Vorfahren durfte die Heimat von Ur-Großvater Christian Voltz natürlich nicht fehlen: Bereits im letzten Jahr waren Nachkommen von ihm aus Texas nach Hochstädten gereist, um den Ort ihres Urahnen kennenzulernen.

Jetzt verwirklichte auch Familienforscherin Ina Medici, geborene Voltz, aus Plain City in Ohio ihren Traum und besuchte gemeinsam mit Ehemann Eric und den Kindern Bella, Ana und Natalia Hochstädten.

Wie berichtet, wanderte Johann Christian Voltz (1835 –1911) gemeinsam mit seiner Verlobten Sibylle Katharina Roth (1836–1873) von Hochstädten nach Amerika aus. Die Familie wohnte im damaligen Fachwerkhaus, heutiger Standort Mühltalstraße 263, in unmittelbarer Nachbarschaft zur Familie Roth. Nach der Heirat siedelte sich das Ehepaar in Whetstone, Crawford County, an und bewirtschaftete eine Farm zur Versorgung ihrer großen Kinderschar.

Kurz nach der Geburt des achten Kindes starb Sibylle Katharina Voltz und Christian ging noch im selben Jahr eine zweite Ehe mit der 24-jährigen Hebamme Louesa Handwerck ein. Seine zweite Frau schenkte ihm noch neun weitere Kinder, so dass Johann Christian Voltz am Ende Vater von 17 Kindern war, von denen 16 überlebten. Nach einem erfüllten Leben starb Voltz in seiner neuen Wahlheimat Van Wert im Bundesstaat Ohio.

Der Kontakt zu Ina Medici entstand bei der Recherche der Stadtteil-Dokumentation Hochstädten zu den Schicksalen Hochstädter Auswanderer im Jahr 2013. Seitdem unterstützt die Amerikanerin die Mitglieder des Arbeitskreises bei Nachforschungen in den USA. Man kann sie auch als „stilles Mitglied“ des Arbeitskreises bezeichnen.

Daher war es für die Sprecherin Claudia Sosniak eine Freude, sie und ihre Familie endlich in Hochstädten begrüßen zu dürfen. Bei einem Rundgang durch das Dorf war der Standort des ehemaligen Geburtshauses für die Besucher natürlich das Highlight. Hier liegen die Wurzeln der Familie Voltz aus Ohio.

Durch die freundschaftliche Verbindung in den letzten Jahren nimmt die Familie Medici regen Anteil am Geschehen in Hochstädten. Daher ist ihnen die Entstehungsgeschichte und Verwirklichung des Hochstädter Hauses bereits vertraut. Sie gehörten sogar zu den vielen Spendern des Projektes. Also stand der Besuch in Hochstädten natürlich ganz oben auf der Wunschliste.

Für die Familienmitglieder zu Hause wurden Souvenirs im Dorfladen gekauft und im Café der selbstgebackene Kuchen bei einer Tasse Kaffee auf der Terrasse genossen. Die Besichtigung des fertig ausgebauten Obergeschosses war für die Familienforscherin beeindruckend. Ortsvorsteher Bernd Rettig ließ es sich nicht nehmen, den Besuchern noch eine Flasche Hochstädter Apfelbrand als Proviant mit auf den Heimweg zu geben.

Auch in Zukunft wird die Familie Medici über die Verbindung zur Stadtteil-Dokumentation am Leben und den Ereignissen rund um Hochstädten indirekt teilnehmen. Vielleicht, so die Mitglieder der Stadtteildokumentation, besuchen noch weitere Nachkommen der zahlreichen Kinder von Auswanderer Christian Voltz seinen ehemaligen Heimatort. red

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel