Bensheim

Städtepartnerschaft Kulturattaché György Lehel mit dem Goldenen Ring der Stadt ausgezeichnet

In Mohács unentbehrlich

Archivartikel

Bensheim/Mohács.Die Lateiner hätten ihn als ein „fac totum“, ein Faktotum, bezeichnet – jemand, der eine Vielzahl von Aufgaben wahrnimmt. Er ist eine unentbehrliche Kraft in einer gehobenen Vertrauensstellung. Manche würden ihn auch als „Hans-Dampf in allen Gassen“ bezeichnen, ein Tausendsassa, ein Generalist.

All dies trifft auf György Lehel, im Bensheimer Sprachgebrauch als „Juri“ bezeichnet, zu. Es gibt wahrscheinlich niemanden, der im Rahmen der Städtepartnerschaft jemals in Mohács weilte und György nicht kennt. György verkörpert sozusagen die Partnerschaft. Er weiß alles, kann alles, organisiert alles. György hat den „achten Sinn“. Der Mann ist rast- und ruhelos. Morgens der Erste und abends der Letzte, immer im Dienst, wenngleich er schon Pensionär ist. Längst ist er zum Kulturattaché von Mohács avanciert.

Dieser Tage wurde ihm eine sehr selten vergebene Auszeichnung in Mohács zuteil. Die Stadt, vertreten durch Bürgermeister József Szekó und den beiden Vizebürgermeistern Erika Bodor-Kovács und Aron Cserdi sowie dem kompletten Stadtparlament, verlieh ihm den Ehrenring in Gold. In seiner Laudatio hob der Bürgermeister hervor, dass Lehel seit Anfang der 1970er Jahre das kulturelle und das öffentliche Leben der Stadt gestalte und an der Verwirklichung sämtlicher Veranstaltungen mitgewirkt habe.

Szekó nannte beispielhaft das Nepomukfest, das internationale Volkstanzfestival sowie eine Reihe von Ausstellungen und Konzerten. „György Lehel hat jahrzehntelang auf hohem Niveau die Besuche und Programme von Staatsoberhäuptern, Ministern, Staatssekretären und Botschaftern organisiert.“

In seiner Würdigung unterstrich der Laudator, dass sich Lehel vom ersten Moment an für das Zustandekommen der Städtepartnerschaften engagiert hat. Er habe Wert auf die erfolgreiche Zusammenarbeit der Zivilvereine gelegt, er beteiligte sich an der Gründung der Freundeskreise Mohács-Bensheim und Mohács-Campia Turzii (Rumänien). Lehel ist ein echter Mohácser Bürger. Dort wurde er am 29. September 1953 geboren. Dort lebt er mit seiner Frau, dort lebt auch sein 33-jähriger Sohn.

Ein Meilenstein für Mohács war die Anerkennung des Busho-Festes als Weltkulturerbe im Jahr 2008. Das hat der Stadt noch einen weiteren Anschub in Sachen Tourismus gegeben. Das heißt, es kommen noch mehr Menschen aus allen Teilen Ungarns, aus den angrenzenden Staaten, aus Deutschland und natürlich auch aus Bensheim, um dieses Fest mitzuerleben.

György Lehels großer Wunsch war der Bau eines Museums für die Busho-Masken mit angegliederten Handwerkerräumen, damit Touristen hautnah miterleben können, wie die Masken gefertigt werden. Dieser Traum ist längst in Erfüllung gegangen und ist inzwischen eine weitere Attraktion in der Bensheimer Partnerstadt.

Gefragt, was ihm an Bensheim besonders gut gefällt, sagt Lehel, die Hilfsbereitschaft der Bensheimer Bürger, das Treffen mit den Menschen und die Bensheimer Altstadt. Nach seiner Lieblingsbeschäftigung befragt, muss György Lehel nicht lang überlegen. „Am liebsten begleite ich Bensheimer Gäste durch Mohács.“

Zuletzt weilte Lehel zusammen mit Vizebürgermeister Cserdi in Bensheim, anlässlich des 80. Geburtstages des Bensheimer Ehrenbürgermeisters Georg Stolle. mül

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