Bensheim

Verkehr Grundschüler helfen bei Geschwindigkeitskontrollen an der Hemsbergschule

Junge „Hilfssheriffs“ zeigen Autofahrern die gelbe Karte

Archivartikel

Bensheim.Auf der Heidelberger Straße in Bensheim sind, wie jeden Morgen, um 7.30 Uhr bereits einige Autofahrer unterwegs zur Arbeit. Dort stehen die beiden Stadtpolizisten Ralf van den Dungen und Michael Lienert schon an der Straße und nehmen Geschwindigkeitsmessungen vor. Diesmal aber muss die Stadtpolizei ihre Arbeit nicht alleine verrichten, sondern bekommt Unterstützung von Schülern der dortigen Hemsbergschule.

Schon zum zweiten Mal fand gestern die Aktion „Blitz für Kids“ statt. Sechs Mädchen und Jungen aus der vierten Klasse stehen gemeinsam mit Beamten der Polizeidienststelle Bensheim ein wenig von der Messstelle entfernt. Über Funk bekommen die Mitarbeiter die zu schnell fahrenden Autos übermittelt. Diese werden von der Polizei angehalten und die jungen „Hilfssheriffs“ verwarnen die Raser mit einer gelben Karte. Autofahrer, die sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Stundenkilometern gehalten haben, werden ebenfalls angehalten und von den Grundschülern mit einer grünen Karte belohnt. Temposünder bleiben an diesem Morgen verschont und kommen lediglich mit einer Verwarnung davon.

„Die Fahrrad-Verkehrserziehung spielt in der vierten Klasse eine entscheidende Rolle“, erklärt die Schulleiterin der Hemsbergschule Bianca Kühnreich. Um eine Radfahrprüfung absolvieren zu können, gilt es, die Straßenverkehrsregelungen zu beachten.

Mit der „Blitz für Kids“-Aktion sollen Autofahrer auf zu schnelles Fahren aufmerksam gemacht und für die Gefahren für Kinder im Straßenverkehr sensibilisiert werden. Die Heidelberger Straße, an der sich auch das Caritasheim St. Elisabeth befindet, wird laut Stadtpolizist Ralf van den Dungen wesentlich zu schnell befahren. „Das sehen wir jede Woche bei unseren Messungen. Ich finde es toll, dass die Schüler den Verkehrssündern heute die gelbe Karte zeigen dürfen.“

Die Reaktionen der Fahrer, die angehalten werden, fallen durchweg positiv aus. Durch die Kinder der Hemsbergschule meldet sich bei manchen das schlechte Gewissen und es entsteht ein stärkeres Bewusstsein für die Dringlichkeit der Geschwindigkeitsbegrenzung.

Die Beamten der Polizeistation Bensheim waren gestern nicht nur mit der Kontrolle von Schnellfahrern beschäftigt, sondern nahmen sich bewusst Zeit, um den Grundschülern Fragen über ihre Tätigkeit als Polizist zu beantworten.

Da kann es schon einmal passieren, dass eifrige „Hilfssheriffs“ die weiße Schirmmütze ausprobieren dürfen und man im Polizeidienstwagen Probe sitzen kann. Bei der Kontrolle an der Hemsbergschule wurden mehr grüne als gelbe Karten verteilt. Aber: Der schnellste Fahrer an diesem Tag war mit 49 Stundenkilometer in der 30er-Zone unterwegs.

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