Bensheim

Konzert Konservatorium Bergstraße und Orchester des AKG musizierten gemeinsam im „Blauen Saal“

Kammermusik, aber auch Filmmelodien

Von Eugenie Wemlinger

Bensheim. Mit einem hochwertigen und abwechslungsreichen Schülerkonzert würdigten das Konservatorium Bergstraße und das Alte Kurfürstliche Gymnasium (AKG) ihre langjährige Zusammenarbeit. Der renovierte „Blaue Saal“ des AKG erstrahlte dabei in seinem neuen Glanz und bot der musikalischen Veranstaltung die optimale klangliche Kulisse.

Das Konzertprogramm, das der reinen Instrumentalmusik gewidmet war, konnte kaum bunter sein. Gespielt wurden Werke von bekannten Vertretern der Barockzeit, der Wiener Klassik, der Romantik bis hin zu moderneren Kompositionen.

Den Solisten des Konservatoriums war der erste Teil der Veranstaltung vorbehalten. Mit Frédéric Chopins Etüde op. 10, Nr. 12, auch unter dem Namen „Revolutionsetüde“ bekannt, gelang Maik Herbers am Klavier ein rasanter Einstieg in den musikalischen Abend.

Harmonisches Zusammenspiel

Klassische Kammermusik in unterschiedlicher Besetzung folgte. So erklang zunächst die bekannte „Melodie in F“ von Anton Rubinstein, vorgetragen von der jungen Geigerin Selina Macholdt und Anne Lüdemann am Klavier. Von derselben Pianistin begleitet wurde auch Thora Tews, die auf ihrem Violoncello Max Regers „Romanze“ zum Besten gab. Den beiden Musikerinnen gelang ein sehr harmonisches Zusammenspiel.

Derya Dayioglu, die von Bettina Jehn am Piano begleitet wurde, entfaltete auf ihrer Blockflöte mit dem „Concerto Nr. 2“ von John Baston, einem Zeitgenossen Bachs, schöne wohltuende Klänge.

Werke eines anderen Barockmeisters – Georg Philipp Telemann – wurden gleich mehrere Male gespielt: Zunächst hörte man den sanft klingenden Titel „Soave“, vorgetragen auf zwei Querflöten von Pauline Ernst und Julia Makryniotti, etwas später die „Sonate C-Dur“ in der Kombination Blockflöte (Isabella Huck) und Klavier (Kun Hee Youk). Die Sonatensätze „Adagio-Allegro“, „Larghetto“ und „Vivace“ offenbarten ein gelungenes konzertierendes Spiel in unterschiedlichen Tempi.

Auch Johann Sebastian Bach darf bei so einem vielfältigen Programm keinesfalls fehlen. Seine Sonate Nr. 2 („Allegro moderato“) wurde von Lisa Ullrich (Querflöte) und Hilde Rittersberger-Straub (Klavier) dargeboten. Gleichmäßig und ausgewogen klang die Querflöte, deren Spiel vom Piano in einem mäßig schnellen Tempo untermalt wurde.

Und was wäre ein Musikkonzert am AKG ohne den jungen Pianisten Julius Kohler? Seine Interpretation der Klaviersonate op. 78 von Ludwig van Beethoven war sowohl klanglich als auch technisch durch und durch vollendet. Mit diesem brillanten Höhepunkt und einem langanhaltenden Applaus verabschiedeten sich die Musiker in die Pause.

Im zweiten Teil der Veranstaltung hatte das Orchester seinen großen Auftritt. Beginnend mit dem Choral „Nearer my Lord“ und zwei Sätzen aus Telemanns Orchestersuite G-Dur („Chaconne“ und „Menuett“) entfaltete sich zunehmend der typische klassische Orchesterklang.

Neben Werken von Edvard Grieg und Béla Bartók, mit denen die Instrumentalisten ihr Können unter Beweis stellten, machte die musikalische Reise auch an der großen Kinoleinwand halt. Vom Orchester begleitet spielte Julian Reiter auf dem Violoncello die Melodie zum „Theme from Schindler’s list“ von John Williams. Diese Titelmusik zu dem Oscar-prämierten Film „Schindlers Liste“ brachte spielerisches Geschick, starke Emotionalität und Melancholie zum Vorschein.

Ergreifendes Finale

Das Konzertfinale war ebenfalls für ein ergreifendes Werk der Filmmusikgeschichte reserviert. Mit Ennio Morricones Titel „Gabriel’s Oboe“ aus dem Film „The Mission“ brachte das Orchester sein Publikum förmlich zum Schmelzen. Der anhaltende Applaus am Ende bestätigte den hervorragenden Auftritt der jungen Instrumentalisten.

Musik wird am AKG seit vielen Jahren als wesentlicher Bestandteil des Schulalltags praktiziert. Das Orchester unter der Leitung von Rainer Michels und Gundolf Aisenpreis nimmt dabei eine wichtige Rolle ein.

Das Heppenheimer Konservatorium, das seinerseits großen Wert auf eine qualitative musikalische Ausbildung legt, leistet mit seiner langjährigen Kooperation mit dem AKG einen bedeutenden Beitrag zum Erfolg des Schülerorchesters.

Im Anschluss an das gelungene Konzert beschrieb Konservatoriumsleiterin Hilde Rittersberger-Straub die Partnerschaft folgendermaßen: Das Konservatorium, das über kein eigenes Orchester verfüge, habe seine Schüler immer ans AKG geschickt. Für diese „fruchtbare“ Zusammenarbeit bedankte sie sich bei den beiden Orchesterleitern Michels und Aisenpreis.

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