Bensheim

Pfarrgruppe Verstärkung für Heilig Kreuz und Sankt Laurentius

Kaplan Joseph: Aus Südindien nach Südhessen

Archivartikel

Bensheim.Ajimon Joseph heißt der neue Kaplan für die Pfarrgruppe Sankt Laurentius/Heilig Kreuz, der am Samstag in sein Amt eingeführt wurde. Dabei, so betonte er eigens, sei „Joseph“ sein Nachname. Mit Humor legte er dar, dass er nun als Priester im Bistum Mainz seinen eigentlichen Namen wieder habe, nachdem er als Ordensmann der Johannes Missionare nach dem Noviziat einen Ordensnamen erhielt.

Kaplan Joseph, 35, im südindischen Bundesstaat Kerala als Jüngster von vier Brüdern und einer Schwester geboren, trat nach dem Abitur ins Priesterseminar ein, wo er eine elfjährige Ausbildung machte. Am 27. Dezember 2011 wurde er zum Priester geweiht. Seit September 2013 ist er in Deutschland, zuerst als Kaplan in St. Walburga, Groß-Gerau. „Ich sage es aus vollem Herzen: Die Gemeinde hat mich mit Liebe und Geduld wie ein Kind aufgenommen.“ Alles habe sie ihm beigebracht: die deutsche Sprache, Kultur, die Essgewohnheiten und vieles mehr.

„Bin hier in guten Händen“

Und an die in Maria Einsiedel am Tag der Wallfahrt der Pfarrgruppe zahlreich versammelten Mitglieder beider Pfarreien gewandt: „Nun bin ich froh, dass ich hier in guten Händen von Pfarrer Harald Poggel und Ihnen bin.“ Joseph versprach, sein Bestes zu geben und beteuerte seine Offenheit zu lernen. Dass er schon so gut, das heißt ohne gravierenden Akzent Deutsch spricht, ist vermutlich seiner Musikalität zu verdanken. In seiner Freizeit komponiert er indische Musik, die zu einem Album zusammengefasst wird. Der Tag der jährlichen Wallfahrt schien in diesem Jahr für die Einführung des jungen Kaplans wie gemacht. Der Gottesdienst in Maria Einsiedel begann mit einer herzlichen Begrüßung durch den Pfarrer der Pfarrgruppe, Harald Poggel, und mit der Überreichung von Kerzen und Wein mit allen guten Wünschen von Vertretern beider Pfarrgemeinderäte.

In seiner Predigt hob Kaplan Joseph die Frage „Warum?“, die Menschen in Kummer und Leid immer wieder an Gott richten, hervor. Er fand die Antwort im Beispiel der Gottesmutter Maria, die allen Menschen eine Schule des Glaubens in der Akzeptanz des Willen Gottes sein könne.

Er belegte diese Sicht am Beispiel einer Inderin aus seiner Heimat, die von ihren sechs Kindern vier verloren hatte und trotzdem nicht verzweifelte: „Ich möchte den Himmel spüren ganz nah.“ „Mögen wir uns vertrauensvoll unter den Willen Gottes stellen und mit Maria beten“, so Kaplan Joseph.

Der Gottesdienst wurde musikalisch von der Projektband Heilig Kreuz/Sankt Laurentius begleitet, in dem Pfarrer Poggel die Gitarre spielte. O-Ton Poggel: „Ein Priester am Altar ist genug.“ Nach einer ausgiebigen Pause zum gesellschaftlichen Beisammensein mit Getränken und Gebäck rief Pfarrer Poggel zum Abendsegen. Er wies auf das seit der Gründung der Pfarrgruppe vor vier Jahren gelungene Zusammenwachsen der Pfarreien hin. Symbol seien die damals vor den Kirchen gepflanzten Apfelbäume, die prächtig wachsen. Maria Blächer

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