Bensheim

Pandemie Keine verstärkten Kontrollen durch das Ordnungsamt aufgrund der aktuellen Entwicklung / Maskenpflicht im Wahllokal

Kaum Verstöße gegen Corona-Vorgaben

Bensheim.Die größte Stadt im Kreis ist mal wieder Spitzenreiter – allerdings in einer Kategorie, in der man hätte drauf verzichten können. Mit 24 aktiven Fällen zählt Bensheim die meisten Personen, die momentan mit dem Coronavirus infiziert sind. Umgerechnet auf die Einwohnerzahl und mit Blick auf die absoluten Zahlen (85) relativiert sich die Statistik zwar wieder, aber es gibt sicherlich schönere Momentaufnahmen.

Größere Auswirkungen hat die aktuelle Entwicklung, zu der auch die kreisweite Überschreitung des Inzidenzwertes von 20 seit Samstag gehört, allerdings nicht. Eine Nachfrage im Rathaus ergab, dass das Ordnungsamt jetzt nicht mehr kontrolliert als vorher auch. „Es werden seit Beginn der Pandemie Kontrollen im Stadtgebiet durchgeführt. Dieses Vorgehen wird weiterhin beibehalten“, teilte die Pressestelle mit. Dazu zählt auch, dass man Hinweisen aus der Bevölkerung zu Verstößen gegen die Corona-Vorgaben nachgeht.

Keine Massenaufläufe

In der Hauptsache sind die Mitarbeiter in Gaststätten und Gewerbebetrieben unterwegs, außerdem sei man beratend tätig bei Veranstaltungen mit bis zu 250 Teilnehmern. Ein Großteil der Verstöße, die sich nach Angaben der Verwaltung aber in überschaubaren Grenzen bewegen, beziehen sich auf das Fehlen eines Mund-Nasen-Schutzes – vor allem im Einzelhandel. Außerdem sind Streifen an Orten zugegen, wo man aus Erfahrung mit größeren Menschenansammlungen rechnen könnte. Das habe es aber bisher nicht gegeben.

Grundsätzlich gibt es für das Verhalten der Bensheimer ein Lob aus dem Rathaus. „Die Bürger befolgen die Anweisungen.“ Die Anregung des Städtebunds, privaten Sicherheitsfirmen die Corona-Kontrollen zu übertragen, hat man in Bensheim zur Kenntnis genommen, mehr aber auch nicht. Denn mit der City-Streife gibt es schon einen externen Sicherheitsdienst, der an möglichen Treffpunkten wie dem Stadtpark oder der Taunusanlage Präsenz zeigt. „Kontrollen zum Beispiel von Gaststätten durch private Sicherheitsfirmen planen wir in Bensheim aktuell nicht“, erklärte Bürgermeister Rolf Richter.

Es bleibt bei 114 Plätzen

Am Montag hatte das Land beschlossen, dass ab dem 19. Oktober unter anderem die Drei-Quadratmeter-Regel abgeschafft wird. Bisher mussten im Theater, Kino oder Lebensmittelmarkt je Besucher drei Quadratmeter Fläche zur Verfügung stehen. Das ist demnächst Vergangenheit, in den jeweiligen Einrichtungen gelten die üblichen Abstands- und Hygieneregeln. Auf die Besucherkapazität des Parktheaters hat diese Änderung jedoch keinen Einfluss. Maximal 114 Gäste (statt 550) dürfen sich dort Vorstellungen ansehen.

Eine Aufstockung ist durch die Order aus Wiesbaden nicht möglich. „Wir müssen uns weiterhin an die Abstandsregeln halten, also 1,50 Meter rechts, links, hinten und vorne“, bemerkte die städtische Pressestelle auf Nachfrage.

Eine neue Vorgabe hat allerdings Bedeutung für Bensheim. Die Maskenpflicht wird ab Montag auf Wahllokale, Bus- und Bahnsteige ausgeweitet. Das bedeutet: Bei der Bürgermeisterwahl am 1. November und einer möglichen Stichwahl zwei Wochen später kann man sein Kreuz nur mit Mund-Nasen-Bedeckung machen.

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