Bensheim

Fehlheim Kirchenmusiker hatten beim Oktoberfest zwei Auftritte / Ministerpräsident Ramelow als prominenter Zuhörer

Kirchenmusiker sorgen in Erfurt für gute Stimmung

Archivartikel

Fehlheim.Zugegeben, auf der Wiesn in München war der KKMV Fehlheim nicht. Die diesjährige Konzertfahrt führte die Musiker zum Oktoberfest in Thüringens Landeshauptstadt Erfurt.

Nach einem interessanten Rundgang durch die Altstadt konnte die Reisegruppe bereits am ersten Tag die Thüringer Gastfreundlichkeit in vollen Zügen genießen. Erstklassig untergebracht und kulinarisch aufs Beste verwöhnt, waren alle gut gerüstet für das spannende Reiseprogramm der folgenden Tage. Begleitet wurden die aktiven Musiker auf dieser Fahrt von einer eigenen 15-köpfigen Fangemeinde, die sich aus passiven Vereinsmitgliedern und Familienangehörigen zusammensetzte.

Zwei Auftritte waren am Samstag in Erfurt vorgesehen. Dafür waren die Aktiven musikalisch bestens vorbereitet. Dirigent Ralph Dinu-Biringer hatte mit seiner Auswahl an Musikstücken das Orchester perfekt auf die beiden Auftritte vor großem Publikum eingestimmt.

Im Megapark Erfurt erfreute das Orchester die Zuhörer mit einer Matinee. Die für ihre Akustik bekannte Parkbühne ermöglichte es den 35 Musikern, alle Facetten der symphonischen Blasmusik gekonnt zum Besten zu geben. Prominentester Zuhörer war bei diesem Konzert der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow, der zeitgleich mit dem symbolischen Spatenstich die Umbaumaßnahmen für die Bundesgartenschau 2021 einleitete.

Auf den Spuren der Geschichte

Beim zweiten Programmpunkt auf dem Erfurter Oktoberfest, dem größten Volksfest in Thüringen, sorgten die Musiker mitten auf dem Domplatz für ausgelassene Stimmung. Bei spätsommerlichen Temperaturen tanzten und klatschten die sichtlich gut gelaunten Festbesucher zur KKMV-Stimmungsmusik.

Die dreitägige Reise wurde durch ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm abgerundet. Dafür sorgte auch ein Besuch im ehemaligen Gefängnis der Staatssicherheit. Heute erinnert die Gedenkstätte an Unterdrückung und Widerstand während der SED-Diktatur.

Nicht nur für die zahlreichen Musiker, die nach 1990 geboren wurden und deshalb die „DDR“ nur aus Geschichtsbüchern kennen, war der Besuch der ehemaligen Haftanstalt ein beeindruckender Ort, um die Willkür dieses Regimes begreifbar zu machen. Ein weiterer Höhepunkt der Reise war die Besichtigung der Wartburg in Eisenach, denn hier konnte die Reisegruppe sehr eindrücklich auf den Spuren der Heiligen Elisabeth und des Reformators Martin Luther wandeln. Wie auf der Opernbühne fühlten sich die Musiker beim Betreten der Festhalle der Wartburg, denn hier ziehen in Richard Wagners Oper „Tannhäuser“ die Gäste zum Wettstreit der Sänger ein. Zu hören waren die Klänge des berühmten Chores: „Freudig begrüßen wir die edle Halle, wo Kunst und Frieden immer nur verweil.“

Nächster Termin ist am Sonntag

Mit vielen wunderbaren Erinnerungen wieder in Fehlheim angekommen, heißt es jetzt für die Aktiven des KKMV bereits die nächsten Veranstaltungen vorzubereiten.

Den Dirigenten kann man bereits am Sonntag, 13. Oktober, wieder erleben. In der Pfarrkirche Sankt Bartholomäus Fehlheim findet um 17.30 Uhr ein Benefizkonzert zugunsten der integrativen Jugendarbeit des KKMV Fehlheim statt.

Ralph Dinu-Biringer hat gemeinsam mit Steffen Mathes (Trompeter aus Heppenheim) und Lucia Carstens (Organistin aus Calw) ein kurzweiliges Programm vorbereitet. Zu hören werden unter anderem bekannte Stücke von Händel und Bach sowie zeitgenössische Kompositionen sein; der Eintritt zum Konzert ist frei. red

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